Stuttgart. Angesichts der Zeitumstellung am Wochenende rät der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV) Autofahrern zu besonderer Vorsicht, um Unfälle mit Wildtieren zu vermeiden. «Wer Tempo 80 statt 100 fährt, reduziert seinen Bremsweg um 25 Meter», teilte der Verband in Stuttgart mit. Wenn im Scheinwerferlicht ein leuchtendes Augenpaar auftauche, solle man runter vom Gas, hupen und abblenden. Um nachfolgende Verkehrsteilnehmer zu informieren, sollte man das Warnblinklicht einschalten.
Zudem warnte der LJV: «Ein Tier kommt selten allein, mit Nachzüglern muss gerechnet werden.» Das gelte gerade für Wildschweine und Rehe. Wenn sich ein Zusammenstoß nicht mehr vermeiden lasse, sollten Fahrerinnen und Fahrer keineswegs unkontrolliert ausweichen, sondern das Lenkrad festhalten.
Was tun bei einem Wildunfall?
Spätestens nach einem Unfall sollte die Warnblinkanlage eingeschaltet werden, um Sicherheit zu gewährleisten. Wer das Auto verlasse, sollte eine Warnweste anziehen und ein Warndreieck aufstellen, erläuterte der Jagdverband.
Ein Wildunfall muss demzufolge auf jeden Fall der Polizei gemeldet werden - auch wenn das Tier nicht mehr zu sehen ist. Wenn Menschen verletzt wurden, gilt: den Notruf 112 wählen und Erste Hilfe leisten. Danach heißt es, am Unfallort oder in sicherer Entfernung zu warten, bis Polizei oder Jäger eintreffen.
Zu diesen Zeiten ist das Risiko besonders hoch
Allein in Baden-Württemberg gab es laut der Mitteilung im vergangenen Jahr rund 25.900 Wildunfälle - am häufigsten mit Rehen. 262 Menschen seien bei Zusammenstößen verletzt worden, darunter 39 schwer, teilte der LJV unter Berufung auf das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mit. Fast die Hälfte dieser Unfälle habe sich auf Landes- und Kreisstraßen ereignet.
«Mit der Zeitumstellung fällt der Berufsverkehr wieder verstärkt in die Dämmerung und damit in die aktivste Phase vieler Wildtiere», sagte LJV-Hauptgeschäftsführer René Greiner der Mitteilung zufolge. Besonders zwischen 6.00 und 9.00 Uhr steige das Risiko für einen Zusammenstoß. Am Nachmittag beginne die Dämmerungsphase nun schon gegen 17.00 Uhr.
«Viele Wildtiere sind aktuell verstärkt auf Nahrungssuche, um sich Energiereserven für die Wintermonate anzulegen», erläuterte der Verband. Dabei müssten sie oft Straßen überqueren. «Zudem sind Wildschweine in der Paarungszeit und können für die Partnersuche weite Strecken zurücklegen.»
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