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Häufung an Waldbränden
Zahlreiche Feuer im Ortenaukreis - Kripo prüft Brandstiftung

Waldbrand im Ortenaukreis
Über viele Stunden hinweg kämpften Einsatzkräfte gegen die Flammen. Foto: Christian Klemm
Es waren teils dramatische Stunden im Ortenaukreis. Einsatzkräfte kämpfen ab dem Nachmittag gegen zahlreiche Waldbrände. Erst am Morgen gibt es Entwarnung - die Polizei äußert einen Verdacht.

Biberach/Zell am Harmersbach. Nach einer außergewöhnlichen Einsatznacht mit mehreren Waldbränden im Ortenaukreis hat sich die Lage mittlerweile stabilisiert. Zudem hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen. Die ungewöhnliche Häufung der Brände lasse den Verdacht aufkommen, dass nicht allein die Trockenheit als Ursache infrage komme, hieß es von der Polizei. Konkrete Anhaltspunkte auf Brandstiftung lägen bislang jedoch nicht vor.

Mehr als 600 Einsatzkräfte unter anderem von Feuerwehren, Bergwacht, Deutschem Roten Kreuz und Polizei waren ab dem Dienstagnachmittag an mehreren Brandstellen im Einsatz. Betroffen waren Biberach, Zell am Harmersbach, Nordrach, Hausach und Steinach. Allein in Zell sind der Polizei zufolge schätzungsweise 20 Hektar verbrannt - das entspricht in etwa einer Fläche von 28 Fußballfeldern. «Verletzte sind nach aktuellem Stand glücklicherweise nicht zu beklagen», hieß es von Kreisbrandmeister Bernhard Frei. Aktuell seien noch immer rund 100 Kräfte im Einsatz.

Lage am Hang erschwere Löscharbeiten

Die Nachlöscharbeiten gestalten sich dem Landratsamt zufolge schwierig. Verbliebene Glutnester müssen in den Lagen am Hang freigelegt und gelöscht werden, damit das Feuer nicht erneut aufflammt. Eine Fachfirma trage verbranntes Material ab, die Bergwacht unterstütze bei der Sicherung und bei der Beurteilung des Geländes. Mit speziellen Fahrzeugen wird sie voraussichtlich Material in das steile, von Felsen durchsetzte Einsatzgebiet transportieren, wie die Bergwacht Schwarzwald mitteilte. 

Bergwacht Schwarzwald bei Waldbränden im Einsatz
Die Bergwacht ist auch im Einsatz. Foto: Bergwacht Schwarzwald e.V.

Die Landesstraße 94 ist nach Behördenangaben weiterhin gesperrt, ebenso der Waldbereich zwischen den Schwimmbädern von Zell und Biberach. Die Polizei warnt davor, das Sperrgebiet zu betreten - es könnten Bäume umstürzen und Äste herabfallen.

In den frühen Morgenstunden gab es einen weiteren Brand in Gengenbach - entdeckt vom Ortenauer Landrat Thorsten Erny (CDU). Er war auf dem Heimweg von der Brandstelle in Zell und sah demnach die Flammen an einem Hang im Ortsteil Schwaibach. Zwei Wohnhäuser waren dem Landratsamt zufolge zeitweise gefährdet, die Bewohner wurden vorsorglich evakuiert. Ein Übergreifen der Flammen auf die Gebäude konnte durch die Feuerwehr verhindert werden.

Polizei bittet um Hinweise

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zu allen Bränden gebündelt übernommen. In den kommenden Tagen sollen verstärkt Polizeistreifen in den betroffenen Städten und Gemeinden unterwegs sein. Die Ermittler bitten um Hinweise von Zeugen, die möglicherweise verdächtige Fahrzeuge oder Personen an den betroffenen Orten gesehen haben.

Das Ende der Löscharbeiten schien am Dienstag zeitweise nicht in Sicht. Der Brand in Zell lag demnach an einem steilen Hang und das Löschwasser müsse etwa 300 Meter nach oben gebracht werden. Auch Wind habe das Feuer immer wieder angefacht. Die Maßnahmen bei den Bränden in Zell und Steinach würden auf jeden Fall noch ein bis zwei Tage andauern, hatte Kreisbrandmeister Frei am Abend gesagt. «Das wird schon noch ein kräftezehrender Job für die Feuerwehren.»

Große Unterstützung beim Bekämpfen der Flammen

Auch Landwirte aus der Region halfen den Einsatzkräften mit Löschwasser. Sie seien «echte Helfer in der Not» gewesen, so Erny. Zusätzlich stellten ein Straßenbaubetrieb und ein Fuhrunternehmen Fahrzeuge und weitere Hilfe zur Verfügung. Einsatzkräfte aus den Nachbarlandkreisen Rottweil und Emmendingen sowie aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis kamen außerdem zur Verstärkung in die Ortenau. «Dieser Zusammenhalt über Organisations-, Gemeinde- und Kreisgrenzen hinweg verdient höchste Anerkennung», sagte Erny.

© dpa-infocom, dpa:260812-930-518957/2