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Juniorfirma vermittelt Lebenspraxis

Zum zweiten Mal ist die Juniorfirma des Wirtschaftsgymnasiums der Erich-Bracher-Schule ausgezeichnet worden. Die 25 Schüler haben sich mit Erfolg an dem Landesprojekt „Juniorfirmen auf dem Weg zum nachhaltigen Wirtschaften – Umweltprofis von morgen“ beteiligt.

Unterricht mit dem Rechner. Die Bracher-Schule ist technisch gut ausgestattet, nur so eng darf nicht zusammengearbeitet werden. Archivfoto: privat
Unterricht mit dem Rechner. Die Bracher-Schule ist technisch gut ausgestattet, nur so eng darf nicht zusammengearbeitet werden. Foto: privat

pattonville. „Es macht den Schülern einfach Spaß, kreativ und selbstbestimmt arbeiten zu können“, erzählt die BWL-Lehrerin Alexandra Schramm im Gespräch mit unserer Zeitung und sagt, dass es mehr Anmeldungen als Plätze in dieser Juniorfirma gibt. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Tobias Kaltenmark begleitet sie die Jugendlichen. Für die Elftklässler handelt es sich um ein Projekt, mit dem sie ihre Note im Fach Betriebswirtschaftslehre verbessern können. Für die Zwölftklässler ist es ein Seminarkursus, den sie belegen können. Die Schülerfirma ist zu Beginn des Schuljahres 2017/18 gegründet und das Produktportfolio weiter entwickelt worden. Nachhaltigkeit wird groß geschrieben.

Bereits im Vorjahr hatte die Juniorfirma einen Schulplaner hergestellt, der in diesem Jahr aktualisiert und weiter entwickelt wurde. Hier erfahren die Schüler alles, was sie zur Bewältigung des Schulalltags benötigen. Sie gelangen über QR-Codes in dem Heft auf eine Lernplattform. Schüler haben dafür Übungsaufgaben entwickelt, die vor der Freigabe von den Lehrkräften auf Richtigkeit überprüft worden sind. Gedruckt wird der Schulplaner in einer Auflage von 300 Stück auf umweltfreundlichem Papier in der therapeutischen Werkstatt der Karlshöhe.

Auch bei Weihnachtskarten, die im vergangenen Jahr von der Schulleitung verschickt wurden, handelte es sich um ein Produkt der Schülerfirma. Gezahlt wurden die Karten aus dem Schulbudget. Der Betrag sei so kalkuliert gewesen, dass ein kleiner Gewinn übrig blieb, so Schulleiter Oliver Schmider. „Je mehr sich die Juniorfirma etabliert, desto mehr Leute werden angesprochen“, ist er überzeugt.

Dass dieses Angebot so gut bei den Schülern ankommt, wundert Schmider nicht: Die Mitarbeiter der Juniorfirma erzielen reale Ergebnisse und sind von der Idee bis zur Umsetzung am gesamten Herstellungsprozess beteiligt. Das ist spannender als manch anderes Fach am Wirtschaftsgymnasium und außerdem eine gute Vorbereitung auf das Berufsleben. „Die Urkunden aus dem Umweltministerium des Landes sind jedenfalls ein Plus für die Bewerbung“, ist Angelika Schober-Penz überzeugt, die an der vom Landkreis getragenen Berufsschule für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Schließlich haben die Schüler unter Beweis gestellt, dass sie Ökologie, Ökonomie und Soziales im Blick haben.

Das theoretische Rüstzeug erhalten die Schüler der Juniorfirma nicht nur im Unterricht, sondern auch in Workshops mit externen Experten: Hier geht es um Projektmanagement, die Definition von Nachhaltigkeit und die damit verbundene Zertifizierung. Das Projekt „Umweltprofis von morgen“ gibt es seit dem Jahr 2008, Träger ist Unternehmensgrün, der Bundesverband der grünen Wirtschaft. Das baden-württembergische Umweltministerium trägt die Kosten.

Und weil es mit der Juniorfirma so gut läuft, ist eine Fortsetzung im nächsten Schuljahr geplant. Die Mitarbeiter der Schülerfirma wollen Schulshirts oder -pullis entwickeln. Über den schuleigenen Instagram-Account sind die Mitschüler bereits gefragt worden, woran sie Interesse haben. Schließlich soll auch das neue Produkt nicht am Bedarf vorbei entwickelt werden. „Die spannende Frage wird sein, was sie wie herstellen lassen“, so Alexandra Schramm. Denn ob Weihnachtskarte, Schulplaner oder Schuloutfit: Das Produkt soll nachhaltig sein und darf nicht zu viel kosten.

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