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Tablets lösen den Schulordner ab

Vier Klassen der Erich-Bracher-Schule lernen digital – Lehrlingen fällt das Arbeiten leichter

Jochen Cavallos Klasse geht die Hausaufgaben auf den Tablets durch. Sie schätzen die Geräte als Lernhilfsmittel.Foto: Holm Wolschendorf
Jochen Cavallos Klasse geht die Hausaufgaben auf den Tablets durch. Sie schätzen die Geräte als Lernhilfsmittel. Foto: Holm Wolschendorf

Pattonville. Seit Beginn des Schuljahres arbeiten vier Berufsschulklassen von Bankkaufleuten und Finanzassistenten an der Erich-Bracher-Schule mit Tablets. „Damit rüsten wir unsere Schüler für die Digitalisierung der Bankenwelt von morgen“, erläutert Schulleiter Oliver Schmider.

Losgetreten hatte das Projekt die Kreissparkasse Ludwigsburg (KSK) vor zwei Jahren. Der Ausbildungsleiter der KSK, Marc Stotz, erinnert sich: „Wir wollten unsere Azubis im eigenverantwortlichen Lernen unterstützen und den Weg zum papierlosen Unterricht vorbereiten.“ Also bekam jeder der KSK-Lehrlinge ein iPad samt Datenvertrag, da seinerzeit das W-Lan in der Schule noch nicht ausgebaut war.

Weitere Banken zogen mit: die Landesbank Baden-Württemberg sowie die Volksbanken Asperg-Markgröningen, Remseck und Neckar-Enz. Die Ludwigsburger Volksbank steigt gerade ein. Daraufhin begann die Schule im Januar ein W-Lan-Netzwerk einzurichten. Das sei nun zum Beginn dieses Schuljahrs abgeschlossen worden, erläutert Schulleiter Schmider. „Unser Ziel ist es, zukünftig in zehn bis zwölf Klassen digitale Unterrichtsmittel anzubieten.“

Genutzt werden die Tablets momentan zum Verteilen von Arbeitsblättern, Recherchieren sowie zum Austausch unter den Schülern oder mit den Lehrern. Zudem gibt es Lernvideos zum Stoff, die manche Lehrer auch selbst erstellen. „Die Auszubildenden können zum Teil auf ihre Schulordner verzichten und haben ihre Unterlagen immer dabei“, schildert Schmider.

Jochen Cavallo, Lehrer für Betriebswirtschaftslehre, meint: „Die Tablets sind kein Ersatz für die bisherigen Unterrichtsmittel, sondern eine Erweiterung.“ Mit ihnen haben die Schüler immer Zugriff auf die gebündelten Unterrichtsmaterialien. Trotz Tablet gibt es noch einige Schüler, die ihre Aufgaben auf Papier lösen. Bei den Schulbüchern sei das Angebot an digitalen Ausgaben noch dünn, sagt Schmider: „Bisher haben wir nur ein Buch, das nicht mehr als ein einfaches PDF-Dokument ist.“ Er und Marc Stotz sind sich einig, dass es da seitens der Schulbuchverlage noch Nachholbedarf gibt.

Alles in allem sind die Schüler begeistert. So auch der 21-jährige Paul Noack, der im September eine Lehre zum Finanzassistenten bei der KSK begonnen hat: „Mit dem Tablet bin ich viel besser organisiert. Da finde ich alle Arbeitsblätter und Aufschriebe auf Anhieb wieder. Zu Schulzeiten hatte ich da nur eine Zettelwirtschaft in meinem Ordner.“

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