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Konzert

Ein echtes Mammutprojekt zum Jubiläum

Das Sinfonieorchester Ludwigsburg feiert im Oktober sein 60-jähriges Bestehen und präsentiert zu diesem Anlass Beethovens Neunte im Forum

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Ludwigsburg. Über 150 Sänger, voll besetztes Orchester, vier Gesangssolisten: Das Sinfonieorchester Ludwigsburg geht beim Festkonzert zu seinem 60-jährigen Bestehen richtig in die Vollen. Ein Werk wie Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie, von fast allen namhaften Orchestern der Welt gespielt und überaus anspruchsvoll für den Klangkörper wie für jeden Einzelnen, hätten sich die Ludwigsburger noch vor wenigen Jahren nicht zugetraut. Mittlerweile jedoch hat sich das Selbstverständnis des – wie sie sich selbst bezeichnen – „professionell geführten Laienorchesters“ gewandelt. Es wird geklotzt statt gekleckert. Das Repertoire werde anspruchsvoller, viele sehr gute Musiker hätten das Orchester zuletzt verstärkt und damit das Niveau stetig weiter gehoben, sagt der Erste Vorsitzende Marcus Raimann. „Wir brauchen ja auch Nachwuchs – und das schaffen wir nur, wenn wir ein attraktives Programm haben.“

Also etwa Beethoven. Das feierliche Werk bietet im Finalsatz die Möglichkeit, mehrere Chöre einzubinden, zudem trägt der Text „An die Freude“ Friedrich Schillers das Thema Verbrüderung in sich, als offizielle Europahymne verweist es auch auf die aktuelle politische Lage. „Das passt“, findet Dirigent Hermann Dukek. „Freude“ ist der Konzertabend am Samstag, 20. Oktober, im Forum kurz und knackig überschrieben. Komplex genug ist dieses Mammutprojekt: Beteiligt sind neben dem Sinfonieorchester der Ludwigsburger Motettenchor, der Chor der Stadtkirche, die Kantorei der Karlshöhe und der Ondrášek Jugendchor aus Nový Jicín, der tschechischen Partnerstadt. Die mehrheitlich jungen Profi-Gesangssolisten für den Finalsatz, Natalie Karl, Diana Haller, Kai Kluge und Dominic Große kommen fast alle aus dem Dunstkreis der Stuttgarter Oper. Die heiße Phase der Probenarbeiten hat begonnen, bald werden die vielen Einzelteile zu einem großen Ganzen zusammengefügt.

Hermann Dukek hat es sich schon bei seinem Amtsantritt Anfang 2017 als Nachfolger von Siegfried Bauer auf die Fahnen geschrieben, das Sinfonieorchester als den Klangkörper der Stadt zu positionieren. Dazu gehören für ihn eben etwa Kooperationen mit den Chören und die Sichtbarkeit bei öffentlichen städtischen Veranstaltungen. In diesem Jahr war der Terminkalender voll wie selten: Neujahrskonzert, Stadtgründungsfeier, Musiktheaterprojekt, erst kürzlich die Venezianische Messe – und nun, möglicherweise, der Höhepunkt im Forum. „Wir wollen diese Begeisterung für die Musik, abseits von Streamingdiensten und Charts, hinein in die Bürgerschaft tragen“, sagt Dukek. Kultur von Bürgern für Bürger – auf hohem Niveau.

„Dieser gewaltige Anfang in d-Moll, das ist klanglich etwas Neues für uns“, schwärmt Dukek, der die Neunte erstmals dirigiert. „Man spürt bei Beethoven das Ringen um jede Note, diese Anspannung, die sich erst im letzten Satz auflöst.“ Und Raimann betont: „Wir wollen, dass die Veranstaltung ein Höhepunkt für die Stadt in diesem Jahr wird – was wir anpeilen, kann sich sehen lassen.“

Info: Das Sinfonieorchester spielt sein Festkonzert am Samstag, 20. Oktober, um 19 Uhr im Forum.