Ludwigsburg. Es war gegen 1.40 Uhr, als Bewohner des Hauses im Finkenweg die Feuerwehr alarmierten, nachdem Rauch im Keller des Hauses wahrgenommen werden konnte. Beim Eintreffen der Feuerwehr zeigte sich, dass es in einem Kellerbereich zu einem ausgedehnten Brand gekommen war. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten waren zwei Gebäude über den großräumigen Keller miteinander verbunden und nicht voneinander getrennt. Infolgedessen waren beide darüberliegenden Treppenräume bereits massiv verraucht, so die Feuerwehr.
Vor Ort spielten sich teils dramatische Szenen ab: Erste Kellerfenster waren aufgrund der Brandeinwirkung bereits geborsten, aus einem Fenster schlugen deutlich sichtbare Flammen. Mehrere Bewohner machten sich an Fenstern und auf Balkonen lautstark bemerkbar und forderten Hilfe.
Mehrere Personen wurden über die Drehleiter sowie tragbare Leitern aus dem Gebäude gerettet, andere konnten über das Treppenhaus gerettet werden. Insgesamt mussten 19 Personen durch den Rettungsdienst betreut werden. Vier Personen erlitten Verletzungen und wurden medizinisch versorgt, darunter auch ein neun Monate altes Baby sowie ein 18 Jahre alter Feuerwehrmann.
Die Feuerwehr löschte zunächst von außen, um die Brandausbreitung einzudämmen und die Intensität des Feuers zu reduzieren. Anschließend gingen mehrere Trupps unter Atemschutz zur Brandbekämpfung in den Keller. Die Brandbekämpfung gestaltete sich laut Feuerwehr jedoch besonders aufwändig, da sich im Keller größere Mengen brennbaren Materials befanden.
Aufgrund der kalten Temperaturen in der Nacht wurde zusätzlich ein Betreuungsbus des Bevölkerungsschutzes des Landkreises Ludwigsburg alarmiert. Dieser diente als Anlaufstelle für die evakuierten Bewohnerinnen und Bewohner und ermöglichte deren vorübergehende Betreuung und einen Aufenthalt im Warmen.
Nach Abschluss der Brandbekämpfung wurde der Gerätewagen Messtechnik hinzugezogen. Mit dessen Hilfe wurden Messungen in den Wohnungen durchgeführt, um mögliche Schadstoffbelastungen durch giftige Rauchgase festzustellen. Darüber hinaus mussten die Kellerräume sowie beide Gebäude mit Lüftern entraucht werden. Bis in den Sonntagmorgen hinein bleibt eine Brandwache der Feuerwehr vor Ort, um das Gebäude regelmäßig zu kontrollieren und ein mögliches Wiederaufflammen des Brandes auszuschließen.
Aufgrund der erheblichen Brand- und Rauchschäden sind beide Gebäude bis auf Weiteres nicht bewohnbar. Fünf betroffene Familien mussten von der Feuerwehr untergebracht werden.
Laut Mitteilung der Polizei wird der Schaden auf rund eine halbe Million Euro geschätzt. Die Brandursache ist bislang unbekannt und noch Gegenstand der Ermittlungen, die das Polizeirevier Ludwigsburg übernommen hat.
Die Feuerwehr Ludwigsburg war mit rund 70 Einsatzkräften, 15 Fahrzeugen rund sechs Stunden im Einsatz. Ebenfalls vor Ort war der Rettungsdienst, Einheiten des Bevölkerungsschutzes sowie die Polizei.
