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Miniaturen werden zu großartiger Inszenierung

Eine reife Leistung hat das Altentanztheater „Zartbitter“ bei der Premiere seines Stücks „Miniaturen – Golden Age Variations“ gezeigt.

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Erobern sich ihren Raum: das Altentanztheater „Zartbitter“.Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Die Akteure wurden nach der gelungenen Aufführung am Donnerstagabend im Kunstzentrum Karlskaserne bejubelt. Mit der neuesten Inszenierung hat sich „Zartbitter“ unter der Leitung von Lisa Thomas auf ein bislang unbekanntes Terrain begeben und einen Großteil der Szenen improvisiert. Dass dieses Experiment gelungen ist, zeigten die Reaktionen der Zuschauer.

Den Mitwirkenden gelang es, den Fokus auf den Moment zu legen und sich auf die eigene Wahrnehmung, aber auch auf die Mitwirkenden zu konzentrieren. Das Ensemble besteht aus zehn Mitgliedern zwischen 60 und 75 Jahren und ist aus einem Projekt der Tanz- und Theaterwerkstatt entstanden. Seit dem Jahr 2010 arbeiten die Frauen und Männer unter der Leitung von Choreografin Lisa Thomas regelmäßig an Aufführungsprojekten. Die Gruppe will nicht nur sich selbst bewegen, sondern auch zeigen, was im Alter noch möglich ist. Sie haben Lust an der Bewegung, am Tanz und zeigen das.

Die Akteure eroberten sich bei ihrem neuesten Stück mit geschmeidigen Bewegungen ihren Raum auf der Bühne. Dabei geht es eigentlich um die Grenzen, die das Alter aufzeigt. Die Lebenszeit wird knapper, oft ist auch die Mobilität reduziert. In diesem Kontext die Grenzen auszuloten und sich in einem vorgegebenen Rahmen zu bewegen, war die besondere Herausforderung dieses Tanztheaters. Mal agierten die Tänzer allein, traten aber auch in den Dialog, um im Zusammenspiel mit dem Gegenüber neue Bewegungsabläufe zu entwickeln.

Die Paare tanzten temperamentvoll Tango, bevor es im nächsten Moment wieder mucksmäuschenstill war und ruhige Bewegungen ausdrucksvoll inszeniert wurden. Ein Schachbrettmuster auf dem Bühnenboden symbolisierte die Begrenzung. Doch den Akteuren gelang es zu Bachs Goldberg-Variationen immer wieder, sich aus dem vorgegebenen Muster zu befreien. Solch eine Aufführung kommt ohne viel Requisiten aus, weil der tänzerische Ausdruck überzeugt.

Info: Weitere Aufführungen finden am Sonntag, 17. April, um 17 Uhr sowie am Montag, 18. April, um 11 Uhr in der Karlskaserne statt.