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Monument für Bildung

Umbau und Neubau des Hauses Steinheim offiziell eingeweiht – Herausforderung: digitale Transformation

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In Form eines U präsentiert sich der Neubau. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Zwölf Millionen Euro investierte die Südwestmetall, der Verband der Metall- und Elektroindustrie, in den Umbau des Hauses Steinheim. Eine Investition in die Zukunft, die die Bedeutung von hoher Bildung und Weiterqualifizierung unterstreiche, so der stellvertretende Vorsitzende Reiner Thede bei der Einweihungsfeier gestern Nachmittag. Angesichts des Innovationstempos und des demografischen Wandels müsse die Innovationsfähigkeit erhalten bleiben und Nachwuchskräfte gewonnen werden. Das Haus Steinheim sei als Bildungsstandort das „zu Stein gewordene Monument für Engagement und Bildung“, die in Zeiten der digitalen Transformation immer wichtiger werden, sagte Thede. Diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe gelte es mit neuen digitalen Lernmethoden zu lösen. Doch damit steige der Bedarf am persönlichen Austausch, womit sich die Investition in die Bildungsstätte lohne. „Das Bier nach der Weiterbildung lässt sich digital nicht bewerkstelligen.“

Auch Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut betonte die Notwendigkeit einer differenzierten Weiterbildungslandschaft. Die digitale Transformation betreffe alle und müsse gestaltet werden. Das Schreckgespenst der Arbeitslosigkeit begleite die vierte industrielle Revolution. Sicherlich würden manche Arbeiten ersetzt, dafür entstünden andere Tätigkeitsfelder. „Ich bin überzeugt, dass uns die Arbeit nicht ausgeht.“ Denn auch smarte Maschinen blieben Maschinen. Dennoch würden zwei Drittel der heutigen Erstklässler in Berufen arbeiten, die es heute noch gar nicht gebe. Die digitale Kompetenz als Schlüsselkompetenz gelte es, zu stärken, hier spiele die berufliche Weiterbildung wieder eine zentrale Rolle. Prozess- und Produktinnovationen werden notwendig, wozu es Pionierunternehmen brauche. Aus diesen Grund habe sie als Ministerin auch eine Förderung von Start-up-Unternehmen initiiert. „Wir brauchen mehr Gründungsdynamik“, betonte die Ministerin, die zum ersten Mal im Haus Steinheim war und sich sehr beeindruckt von der Kultur und Atmosphäre des Hauses zeigte. „Das hier ist ein Kleinod in der Natur, wo die Ablenkung nur sehr gering ist.“

Eine klosterähnliche Atmosphäre zu schaffen, war auch das Ziel beim Bau 1963. Seitdem wurde nicht viel verändert, so dass Architekt Thomas Ulmer vor einem großen Projekt stand. Wasserleitungen, Haustechnik bereiteten Probleme, in die 35 Zimmer waren später Duschen eingebaut worden, die nicht mehr zeitgemäß waren. Dünne Wände wirkten nicht gerade lärmdämmend.

In einem ersten Bauabschnitt wurde der Anbau in Richtung Otterbachtal realisiert, nicht ohne größere Probleme. So mussten Eidechsen vergrämt werden, Brücken für Lastwagen gebaut und Erde in 1600 Lastwagenfahrten fortgefahren werden. Auch Stromleitungen und Telefonkabel wurden neu gelegt. Nur mit Hilfe von Fertigbauteilen und 700 Platten für die Natursteinfassade konnte die Bauzeit eingehalten werden.

In einem zweiten Bauabschnitt wurden die Zimmer im alten Trakt umgebaut. Nun gibt es insgesamt 70 Zimmer in gleicher Qualität, auch die Barrierefreiheit ist nun gewährleistet.