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Wenn der Opa einfach nicht spurt

Käsberhurgler sorgen mit ihrem Familienstück „Opa, es reicht“ für Lachsalven bei den 230 Zuschauern

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Das Motto der Käsberghurgler ging auf: Die Leute sollen so lachen, dass sie fast vom Stuhl kippen.Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Mit dem Mundart-Stück „Opa, es reicht“ sorgt die Theatergruppe des Turnvereins (TV) Mundelsheim „die Käsberghurgler“ für wahre Lachsalven beim Publikum. Nach 23 Aufführungen in den 25 Jahren ihres Bestehens konnte die aufgeweckte Laienschauspieltruppe auch am Samstagabend in der TV-Halle dafür sorgen, dass das Lachen über ihre schwäbischen Familien-Eskapaden weit über die mit etwa 230 Zuschauern besetzte Halle hinaus zu hören war.

Unter dem Motto „d’Leut‘ solla lacha, dass se schier von de Stiahl na kippa“ schwätzten neun Schauspieler unter der Regie von Roland Schaaf, wie ihnen der schwäbische Schnabel gewachsen ist – mit Ausnahme einer „vornehmen Stadtdame“ (Claudia von Neuenstein).

Es passierte eine Katastrophe nach der anderen und es kommt zu zahlreichen Turbulenzen im geruhsamen Leben der Bauernfamilie Schnäbele: Der ausgeflippte Opa (Manfred Michel) spurt einfach nicht an und steckt seiner studierenden Enkelin (Elena Wörner) außerdem auch noch Geld zu, auf das aber eigentlich seine Schwiegertochter (Diana Jeschonek) scharf ist, die deshalb in eine Krise mit ihrem Gatten (Uwe Engelhardt) gerät. Der Schwiegertochter wäre es am liebsten, der Opa würde im Koma landen, nachdem er im Alter von 75 Jahren mit seinem Motorrad noch einen Unfall baute, in den die vornehme Stadtdame und ihr Mann (Jürgen Wörner) verwickelt waren.

Die Stadtleute tauchen nämlich in ihrem Bauernhaus auf und fordern sehr viel mehr als nur Schmerzensgeld, während sich die schwerhörige Oma (Sandra Hamann) ständig mit dem „Versicherungsverkäufer“ und nebenberuflichen „Staubsaugervertreter“ (Werner Hamann) in humortechnisch brillante Wortspiele verstrickt, wie zum Beispiel: „Jetzt han i verstanda, Sie verkaufet Staubsauger. „Noi, i versau‘ Versicherungen.“

Weil der Opa nach seinem Motorradunfall ohne Vollkaskoversicherung nicht ins Koma fiel und die Oma weiterhin Gefahr lief, sich Versicherungen und Staubsauger andrehen zu lassen, sah es bei den Schwäbeles schlecht aus mit dem großen schwäbischen Thema Erbe.

Zumal aus dem Beiwagen des heißen Ofens auch noch „a Tasch voller Wertsacha“ inklusive die Perlenkette der Schwiegertochter verschwand. Der fragenden Polizei, wem des „Sach g’hört“ legte die Schwiegertochter einfach noch „5000 Euro Schwarzgeld, ein 97-teiliges Porzellanservice und eine „Rollifex Uhr“ drauf.

Der Auftritt eines heimlichen Freundes der Enkelin (Bodo Kizler) schlug dem Schnäbelschen Bauernhaus dann vollends fast den Boden aus, als sich auch noch ein Urenkelkind ankündigte, von dem keiner wusste, ob es von einem „Iddaliener isch“.

Schuld war wieder mal der Opa, weil er heimlich Geld fürs Auslandsemester überwiesen hatte. Mit 200 Euro für ein halbes Jahr Italien wäre die Schäbeles-Tochter sicher unschuldiger wieder heimgekommen.

Mit „Opa, es reicht“ servierten die „Käsberghurgler“ den Lachsalven nach zu schließen den lustigsten Gombold aller Zeiten. Von dem gerne von Hobbymimen aufgeführten Stück existieren auch plattdeutsche, holländische oder schweizerdeutsche Fassungen. Für die schwäbische Fassung gab es in Mundelsheim zum Schluß donnernden Applaus als der Opa endlich Frieden in die von Neid und Missgunst geprägte, schwäbische Sippe gebracht hatte.