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Glaskonzert

Wiederauferstehung mit viel Musik

Unter dem Motto „Glaskonzert-reloaded, die Wiederauferstehung einer Erfolgsreihe“ fand am Freitag und Samstag nach fünfjähriger Pause das Glaskonzert in der Schlosskelter statt.

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Ein Konzert, so durchsichtig wie Glas, wurde den Besuchern der Freiberger Schlosskelter gleich an zwei Tagen geboten. Foto: Ramona Theiss

Freiberg. Erwartungsvoll harrten die Besucher am Freitag dem Konzertbeginn. „Thank you for the music“, intonierte Alex Krämer, und seine volltönende Stimme erfüllte den Raum auch ohne instrumentale Begleitung. Während die anderen Musiker auf der Bühne Platz nahmen, ging Krämer singend durch den Publikumsraum und begrüßte viele Besucher per Handschlag. Als Klaus Schneider dann ein grandioses Saxofon-Solo hinlegte, sprang der Funke über, noch bevor das Konzert richtig begonnen hatte.

Warum Glaskonzert? Das erklärte Alex Krämer, der diesen Begriff geprägt hat. Zu der „Veranstaltung so durchsichtig wie Glas“ gehören die Bühne in der Mitte der Kelter und die sternförmige Bestuhlung ebenso wie das schon vorab veröffentlichte Programm auf der eigens eingerichteten Internetseite. Die Liedtexte sind an die Wand projiziert. „Und Sie dürfen uns zurufen, wenn Sie ein extra Solo wünschen“, forderte Krämer das Publikum zur Kommunikation auf.

Gitarrist und Leadsänger Alex Krämer, Sigi Hellwig am Schlagzeug, Saxophonist Klaus Schneider, Jürgen Schwarz am Bass, die Gitarristen Jörn Weprich und Markus Vöge sowie Jens Fritz am Keyboard hatten ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das voll und ganz den Geschmack des Publikums traf. Rockklassiker wechselten mit Popsongs. Jörn Weprich bot eine tolle Bühnenshow zu „Faith“, mit „Les Champs Elysees“ gab es einen musikalischen Ausflug nach Frankreich. „Hat jemand Geburtstag?“ erkundigte sich Alex Krämer hoffnungsvoll, was aber nicht der Fall war. Trotzdem spielte die Band den Kindergeburtstagssong „Wie schön, dass du geboren bist“, weil es sich der Saxophonist so gewünscht hatte. Dass die letzte Strophe in Hardrockversion dargeboten wurde, kam bestens an.

Mit „Still got the Blues for you“ brillierte Markus Vöge. Mitreißender als das Original von Smokie spielte die Glaskonzertband „Arms of Mary“. Weil sich Deutsche beim Mitklatschen von südamerikanischen Rhythmen oft schwertun, wurde „Gimme Hope Joanna“ als Polka gespielt. Für rheinländische Ohren etwas schmerzhaft die schwäbische Textversion des Bap-Songs „Verdamp lang her“. Bei „The Boxer“ sang das Publikum als Hintergrundchor „Lie, la, lie“. Auch musikalische Gäste trugen wieder zum Gelingen bei. Die Jazzsängerin Gisela Hafner begeisterte mit „Georgia on my mind“ und einer jazzigen Interpretation von „Route 66“. Conny Huber, der schon bei früherer Glaskonzerten dabei war, erzählte mit „Ein Stück von mir“ singend aus seinem Leben und brachte mit „Blueberry Hill“ einen Millionenseller auf die Bühne. Richie Vogl, in dessen Fachgeschäft Pro Music die Musiker ein- und ausgehen, rockte mit „Wonderful tonight“ und „Bad case of loving you“ die Kelter.

Über 30 Stücke wurden in dem fast vierstündigen Konzert dargeboten. Das Zusammenspiel der Band war harmonisch und stimmig, die Darbietung dynamisch und mitreißend. Die Musiker, die zwischendurch locker plauderten und es verstanden, das Konzert wie ein Fest im Familien- und Freundeskreis wirken zu lassen, hatten selbst jede Menge Spaß. Als Krämer mit „Gute Nacht, Freunde“ eine letzte Zugabe spielte, waren sich alle einig: „Das war wieder ein tolles Konzert!“

Der Erlös des Glaskonzert-Revivals, das mit den „Best of Freiberg-Konzerten“ der Kreissparkasse verknüpft war, soll in die Förderung des musikalischen Nachwuchses gesteckt werden. Angedacht ist eine extra Bühne für Jugendbands beim nächsten Bürgerfest, so wie sie es schon früher gab.