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Energie
Wo entweicht die Wärme?

Oft sind Fenster Wärmelecks.
Oft sind Fenster Wärmelecks. Foto: freepik
Warum es wichtig ist, Wärmelecks im Haus aufzuspüren und wie man sie beseitigt.

Bei Minusgraden im Winter steigt der Energieverbrauch in vielen Haushalten oft deutlich an. Es sind jedoch nicht allein die niedrigen Temperaturen daran schuld, dass die Heizkosten immer höher werden und die Wohnung einfach nicht warm wird. Sogenannte Wärmelecks, also Stellen am Gebäude, über die wertvolle Heizwärme unbemerkt entweicht, sind Schwachstellen, die sich aufspüren und gezielt beheben lassen. So können nicht nur die Heizkosten reduziert, sondern auch der Wohnkomfort erhöht werden. Ob Eigentümer oder Mieter: schon einfache Maßnahmen können zu spürbaren Einsparungen führen. Wer systematisch vorgeht und bei Bedarf fachliche Unterstützung nutzt, senkt nicht nur seine Heizkosten, sondern verbessert auch das Raumklima.

Wärmelecks entstehen dort, wo die Gebäudehülle undicht oder schlecht gedämmt ist. Typische Problemstellen sind Fenster, Türen, Rolladenkästen, Dächer, Außenwände oder Heizungsrohre. Schon kleine Undichtigkeiten können im Winter zu erheblichen Wärmeverlusten im Haus führen.

Wärmelecks erkennen

Zugluft lässt sich oft schon mit der bloßen Hand spüren. Besonders an Fenster- und Türrahmen lohnt sich eine genauere Untersuchung durchzuführen. Eine Kerze oder ein Feuerzeug sind die einfachste Methode, um hier Lecks aufzuspüren: Flackert die Flamme, ist Luft in Bewegung und somit ein klares Zeichen für Undichtigkeiten.

Kalte Wandflächen, Fußböden oder Fensterbereiche deuten auf mangelnde Dämmung hin. Ebenfalls können beschlagene Fenster ein Hinweis auf Wärmeverluste sein, weil hier kalte Oberflächen auf feuchte Raumluft treffen.

Wärmelecktest mit Kamera

Professionell und Präzise funktioniert der Wärmelecktest mit einer Wärmebildkamera, indem die von Oberflächen abgegebene Infrarotstrahlung gemessen wird. Warme Bereiche erscheinen im Bild meist in hellen Farben, kältere Zonen in dunkleren oder blauen Tönen. So lassen sich Wärmelecks, undichte Stellen oder schlecht gedämmte Bauteile schnell erkennen, ohne Wände zu öffnen. Besonders im Winter ist diese Technik effektiv, da der Temperaturunterschied zwischen innen und außen deutlich größer ist. Es spielt jedoch auch die Tageszeit und die Witterung eine Rolle. Ideal für eine thermografische Untersuchung sind trockene Witterung und Temperaturen knapp über null. Viele Energieberater bieten diese Thermografie-Aufnahmen an und beraten, wie Wärmelecks und undichte Stellen behoben werden können.

Effektive Maßnahmen um Wärmelecks zu beheben

Bei Fenstern und Türen sind Dichtungsbänder oder neue Gummidichtungen kostengünstig und schnell angebracht. Auch Türbesen, dicke Gardinen oder Zugluftstopper helfen, kalte Luft draußen zu halten.

Bei älteren Fenstern kann es mittelfristig sinnvoll sein, diese durch modernere und energieeffiziente Fenster auszutauschen. Alte Einfachverglasungen verursachen sehr hohe Wärmeverluste. Alternativ und kurzfristig verbessern Thermovorhänge oder spezielle Isolierfolien den Wärmeschutz.

Ungedämmte Rollladenkästen sind häufige Wärmebrücken. Hier schaffen spezielle Dämmmatten Abhilfe. Hinter Heizkörpern an Außenwänden können reflektierende Dämmplatten Wärmeverluste reduzieren.

Unisolierte Rohre in Kellern oder Nebenräumen geben unnötig Wärme ab. Rohrisolierungen sind günstig und lassen sich auch selbst montieren, es ist aber immer sinnvoll, mit Experten Rücksprache zu halten.

Abhängig vom Alter und Zustand des Hauses kann es langfristig sinnvoll sein die Gebäudehülle komplett zu sanieren. Eine Fassaden-, Dach- oder Kellerdeckendämmung ist mit höheren Investitionen verbunden, senkt aber dauerhaft den Energieverbrauch um bis zu 50 Prozent. Förderprogramme können hier die Kosten deutlich reduzieren.

Schon kleine, kostengünstige Maßnahmen haben jedoch oft eine große Wirkung und amortisieren sich innerhalb weniger Heizperioden.

Unabhängig von Wärmelecks lässt sich durch richtiges Heizverhalten viel Energie sparen. Räume sollten gleichmäßig und bedarfsgerecht beheizt werden. Eine konstante Raumtemperatur von etwa 20 °C in Wohnräumen und 16–18 °C in Schlafzimmern ist in der Regel ausreichend. Regelmäßiges Stoßlüften statt dauerhaft gekippter Fenster verhindert Wärmeverluste.Zudem sollten Heizkörper frei stehen, regelmäßig entlüftet und Thermostatventile korrekt eingestellt sein.