Ludwigsburg. Ein Dachstuhlbrand, umgestürzte Bäume, herabgefallene Dachziegel: Zu Dutzenden Unwettereinsätzen mussten Rettungskräfte am Donnerstagabend ausrücken. Ein Gewitter über dem Landkreis Ludwigsburg mit teils heftigen Böen verursachte dabei viele Schäden.
Bereits in den frühen Abendstunden hatten Unwetter-Apps vor einer aufziehenden Gewitterfront mit Starkregen gewarnt. Deren Zentrum traf allerdings nicht den ganzen Landkreis. Das Stadtgebiet Ludwigsburg zum Beispiel wurde nur von den Ausläufern des Unwetters getroffen, wodurch größere Schäden ausblieben. Anders hingegen in den nördlicheren Teilen des Landkreises.
Brand nach Blitzeinschlag in Besigheim
Wie die Polizei am Abend berichtete, brannte unter anderem in Besigheim ein Dachstuhl nach einem Blitzeinschlag. Dabei wurden zwei Personen leicht verletzt, so die Polizei heute Morgen. Es entstand ein Schaden von 70.000 Euro. Vor allem im Bereich Vaihingen und Bietigheim-Bissingen seien Bäume umgestürzt. In Bietigheim-Bissingen riss der Sturm zudem in der Lindenstraße ein Flachdach von einer Scheune ab. Darunter wurde ein Auto begraben. In der Ludwigsburger Oststadt kam es zu einem kurzfristigen Stromausfall. Wie eine Sprecherin der Polizei heute Morgen auf Nachfrage sagte, war eine Oberleitung umgestürzt. Mitarbeiter der Stadtwerke Ludwigsburg seien im Einsatz, sagte ein Polizeisprecher. Bis 21.30 Uhr zählte die Polizei 57 Einsätze im Kreisgebiet. Heute früh berichtete die Sprecherin des Polizeipräsidiums Ludwigsburg von 70 Einsätzen im Zuständigkeitsbereich.
Menschen sollen in ihren Häusern bleiben
Wie die Stadt Vaihingen am späten Abend mitteilte, rückten die Feuerwehren zu nahezu 100 Einsätzen aus. Betroffen seien alle Stadtteile gewesen. Eine Sprecherin der Stadt berichtete von umgestürzten Bäumen auf Straßen, Gebäuden und Autos, außerdem von vollgelaufenen Kellern und herabgefallenen Ziegeln. In Aurich sei es zu einem Stromausfall gekommen und in Kleinglattbach seien Straßen blockiert gewesen. In Kleinglattbach ist außerdem Schmutzwasser in die Halle am See gelaufen. Sie muss nun gereinigt werden.
Oberste Priorität habe zunächst das Freiräumen der Straßen gehabt. Anschließend konzentrierten sich die Einsatzkräfte auf die Sicherung absturzgefährdeter Gebäudeteile und anderer Gefahrenstellen. Der Bauhof der Stadt Vaihingen unterstützte die Feuerwehr bereits am Abend bei den Aufräumarbeiten und war seit den frühen Morgenstunden erneut im Einsatz.
Ludwigsburger Wehr auch im Landkreis im Einsatz
Zuvor hatte die Feuerwehr Ludwigsburg über mehrere Einsätze berichtet. Sie musste im Stadtgebiet zahlreiche umgestürzte Bäume beseitigen. „Durch das frühzeitige Monitoring konnten notwendige Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden. So wurden bereits frühzeitig mehrere Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr Ludwigsburg besetzt, um auf ein erhöhtes Einsatzaufkommen vorbereitet zu sein“, so die Feuerwehr Ludwigsburg. Bereits um 20.12 Uhr wurde die Feuerwehr Ludwigsburg mit einer Drehleiter zur Unterstützung der Feuerwehr Bietigheim-Bissingen bei einem Brandmeldealarm alarmiert. Nur wenige Minuten später erfolgte um 20.15 Uhr die Alarmierung des Abrollbehälters Technische Hilfeleistung zur Unterstützung der Feuerwehr Bietigheim-Bissingen aufgrund eines Gebäudeeinsturzes. Um 21.12 Uhr wurde der Gerätewagen Messtechnik zur Unterstützung nach Sersheim alarmiert. Dort kam es zu einem gemeldeten Gasgeruch.
Im Ludwigsburger Stadtgebiet selbst waren es vor allem herabfallende Äste und umgestürzte Bäume, die Straßen blockierten oder auf Autos gekracht waren. In Hoheneck war die Feuerwehr wegen eines Wasserschadens im Einsatz.
Auf der A 81 kam es auf Höhe von Pleidelsheim in Richtung Heilbronn zu einem Unfall. Ein Autofahrer verlor vermutlich aufgrund von Aquaplaning die Kontrolle über sein Fahrzeug und krachte mit dem VW gegen die rechte Leitplanke.


