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Notfälle
Gemeinsam erst den Dummy und dann ein Auto aus Enz bei Unterriexingen gezogen

Erst sind die Taucher gefragt, dann die Feuerwehr, um das in der Enz gelandete Auto wieder herauszuziehen. Fotos: KS-Images.de/Andreas Rometsch
Erst sind die Taucher gefragt, dann die Feuerwehr, um das in der Enz gelandete Auto wieder herauszuziehen. Fotos: KS-Images.de/Andreas Rometsch
Mit der Drehleiter wurde eines der Rettungsboote in die Enz gebracht, um nach Vermissten zu suchen.
Mit der Drehleiter wurde eines der Rettungsboote in die Enz gebracht, um nach Vermissten zu suchen.
Und schließlich wurde das Auto, eine Rohkarosse, mit dem Rüstwagen und seiner Seilwinde herausgezogen.
Und schließlich wurde das Auto, eine Rohkarosse, mit dem Rüstwagen und seiner Seilwinde herausgezogen.
Rund 40 Feuerwehrleute aus Markgröningen und 30 DLRG-Mitglieder der Ortsgruppen Ludwigsburg/Remseck, Vaihingen und Bönnigheim haben den Ernstfall geprobt.

Markgröningen. Es ist ein Unfall, wie er nicht alltäglich ist: Am Montagabend kommt ein Auto von der Straße ab und landet bei Unterriexingen in der Enz, mehrere Personen gelten als vermisst. Gegen 19.30 Uhr löst die Integrierte Leitstelle Ludwigsburg den Alarm aus – und das nicht nur für die Freiwilligen Feuerwehren aus dem Teilort und aus Markgröningen, sondern auch für die DLRG-Ortsgruppen Ludwigsburg/Remseck, Vaihingen und Bönnigheim. Das Ganze ist nur eine Übung – denn auch die Floriansjünger wollen für Fälle wie diesen, die Feuerwehren am Neckar (etwa die Remsecker im Dezember 2021 oder in Kirchheim 2019) oder die Wasserretter schon öfter erlebt haben als sie selbst in Markgröningen, gerüstet sein, erklärt der stellvertretende Kommandant Jörg Kefer.

Er zeigt sich hinterher zufrieden mit dem Ablauf, die Zusammenarbeit habe gut funktioniert. Und während umgehend das DLRG mehrere Taucher und Strömungsretter ausrüstete, um die vermissten Personen zu suchen, wurde mit Hilfe der Kraneinrichtung der Drehleiter ein Schlauchboot in die Enz gehoben, um den Fluss vom Boot aus absuchen zu können. Mit Erfolg: Nach kurzer Zeit wurde im Auto die erste vermisste „Person“, ein Dummy, geortet, herausgezogen und am Ufer „reanimiert“, heißt es in dem Übungsbericht. Die Feuerwehr setzte zeitgleich ein weiteres Aluminiumboot ins Wasser und brachte den Rüstwagen in Stellung, um das Fahrzeug zu bergen. Währenddessen wurde die zweite vermisste Person von einem weiteren Rettungstaucher in Ufernähe entdeckt und den an Land wartenden Unterstützungskräften übergeben.

Rüstwagen als „Zugmaschine“

Anschließend ging es an die Bergung des Autos – eine Rohkarrosse (ohne Motorblock und Co.), um das Ganze so realitätsnah wie möglich zu gestalten. Mehrere Rettungstaucher schlugen die Endlosschleifen des Markgröninger Rüstwagens an der Karosserie an. Nachdem die Anschlagmittel befestigt waren, wurde das „verunfallte“ Fahrzeug mit der Seilwinde wieder ans sichere Ufer gezogen. Nach gut zwei Stunden war der „Einsatz“, inklusive Reinigung und Instandsetzung der Tauchgeräte, beendet – alles im zeitlichen Rahmen, so Kefer.

Nicht selbstverständlich, schließlich war lange nicht die Möglichkeit für gemeinsame Übungen und coronabedingt trainierten viele Wehren nur unter sich. Das galt auch für die Markgröninger, etwa bei der großen Schauübung Anfang Mai, bei der ein Hallenbrand inszeniert wurde. Ansonsten aber sei man im Bezirk „sehr fleißig“, was die Zusammenarbeit mit anderen angehe. Eine große Übung gibt es 2022 nun nicht mehr – gefordert ist die Wehr aber auch so noch genug, denn im August ist wieder Zeit für den Schäferlauf.