Korntal-Münchingen. Mit einem vielfältigen und gut besuchten Festwochenende hat die Evangelische Berufsfachschule für Haus- und Familienpflege gemeinsam mit dem Korntaler Zweig der Evangelischen Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Einblick in ein Berufsfeld zu gewinnen, das für viele Familien unverzichtbar ist und doch oft im Verborgenen wirkt.
Geschichten aus dem Alltag
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Menschen in der
Familienpflege: Auszubildende, Fachkräfte und Schwestern gaben
persönliche Einblicke in ihren Berufsalltag und berichteten
eindrücklich von ihrer Arbeit in Familien, die sich in schwierigen
Lebenssituationen befinden. Die Gespräche und Begegnungen vor Ort machten deutlich, wie wichtig diese Unterstützung ist, wenn Krankheit, Überforderung oder Krisen den Alltag aus dem
Gleichgewicht bringen, heißt es in einer Pressemitteilung der Diakonieschwesternschaft.
Mitmachaktionen für Besucher
Ein besonderes Highlight war die Ausstellung „Geschichten aus der Familienpflege“. Die Erfahrungsberichte aus dem Berufsalltag wurden nicht nur visuell präsentiert, sondern waren auch als Hör-Ausstellung erlebbar. In Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart entstanden so eindrucksvolle Einblicke, die viele Besucherinnen und Besucher nachhaltig berührten. Auch die zahlreichen Mitmachaktionen und Begegnungsangebote auf dem Gelände trugen zu einer offenen und lebendigen Atmosphäre bei, heißt es in der Pressemitteilung. Das Jubiläum bot Raum für Austausch, Information und persönliche Begegnungen.

Forderungen an die Politik
Ein weiterer Höhepunkt war der festliche Gottesdienst am Sonntag mit Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl und der Korntaler Kantorei. Im Anschluss an den Gottesdienst wurden mehrere Grußworte gesprochen: Kornelius Knapp, Vorstand Sozialpolitik beim Diakonischen Werk Württemberg, hob den Wandel von Familienstrukturen und die Notwendigkeit sowie die wachsenden
Anforderungen an unterstützende Angebote hervor. Der Sozialdezernent des Landkreises Ludwigsburg, Christos Vavouras, betonte die Bedeutung eines gemeinsamen, partnerschaftlichen Engagements für den sozialen Frieden – gerade vor dem Hintergrund knapper werdender Ressourcen.
Anne Bürckel, Geschäftsführerin der Katholischen Familienpflege Stuttgart, richtete einen persönlichen Dank an die Schulleiterin Schäfer und würdigte deren Innovationskraft sowie ihr langjähriges Engagement für die Berufsfachschule. Abschließend unterstrich Gerd Bürkle, Geschäftsführer des Evangelischen Schulwerkes Baden-Württemberg, die Relevanz der Ausbildung und appellierte insbesondere an politische Entscheidungsträger, dieses wichtige Berufsfeld nachhaltig zu stärken.
Wachsende Belastungen für Familien
Das Jubiläum machte deutlich: Auch nach 100 Jahren ist die
Familienpflege aktueller denn je. Angesichts wachsender
Belastungen in vielen Familien bleibe die Unterstützung durch
qualifizierte Fachkräfte ein unverzichtbarer Bestandteil sozialer
Hilfesysteme. Die Veranstaltung setzte damit nicht nur einen
festlichen Akzent, sondern auch ein starkes Zeichen für die
Bedeutung und Zukunft dieses Berufsfeldes, so die Diakonieschwesternschaft. (red)
