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32 mal in den Blitzer gerast

17-jähriger Motorradraser ermittelt – 36 Punkte in Flensburg und 15 Monate Fahrverbot

Blitzer

Einen teuren – und gefährlichen – Spaß hat sich ein 17-jähriger Schüler erlaubt: Rund drei Monate lang, von Oktober bis Dezember, hatte er es absichtlich darauf angelegt, geblitzt zu werden. Mit seiner Yamaha löste der junge Mann immer wieder dieselben Anlagen aus und fuhr innerorts bis zu 43 Kilometer pro Stunde zu schnell. Dabei streckte er noch zwei Finger in Form eines Victoryzeichens in Richtung der Kamera, wie die Polizeibehörde der Stadtverwaltung Ludwigsburg in einer Mitteilung berichtet. Nun konnte er ermittelt werden.
„Wir hatten nur die Frontbilder und deshalb kein Nummernschild, anhand dessen wir den Fahrer identifizieren konnten“, sagt Matthias Beck, Abteilungsleiter für Polizeirecht der Stadt Ludwigsburg. Anhand Marke und Typ habe man den 17-Jährigen ausfindig machen können. „Wir haben geschaut, auf wen eine solche Maschine zugelassen ist, und dann den Radius eingeengt“, so Beck. Die Polizisten hätten vor allem die Halter unter die Lupe genommen, die im näheren Umkreis der Blitzanlagen wohnen. Dann habe man sich die Leute genauer angeschaut: Wer vom Alter her von ihnen der Fahrer oder der Vater hätte sein können – falls der junge Motorradraser sich die Maschine ausgeliehen hat. Nach diesen aufwendigen und umfangreichen Ermittlungen stand der 17-Jährige schließlich als Tatverdächtiger fest.
Als die Beamten den Schüler mit dem Ermittlungsergebnis konfrontierten, zeigte er sich sehr überrascht. Er habe nicht damit gerechnet, dass man ihn als Motorradfahrer erwischen könnte, und sich einen Spaß daraus gemacht, die Messanlagen auszulösen. „Er fand es sehr lustig“, sagt Beck, „und hat vor den Blitzanlagen sogar beschleunigt.“
Der Spaß hat für den jungen Mann aber noch Konsequenzen: Die Summe seiner Geschwindigkeitsverstöße ergibt jetzt ein Bußgeld in Höhe von etwa 7000 Euro, 36 Punkte in Flensburg und mindestens 15 Monate Fahrverbot. Der Fahrer müsse sich auch einer medizinisch-psychologischen Begutachtung unterziehen. „Wir stimmen uns jetzt unter anderem mit der Führerscheinstelle ab, und dann wird eine Gesamtstrafe gebildet“, sagt Beck. Denn da er noch Schüler sei und noch kein Geld verdiene, müsse man schauen, welche Strafe ihn erwarte.
Der Fall weist Parallelen zu einem weiteren 17-jährigen Motorradraser auf, der sich besonders häufig an stationären Anlagen in Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg und Kirchheim am Neckar ablichten ließ. Dieser junge Mann war bereits Anfang November nach über 50 absichtlichen Verstößen gefasst worden. „Sonst ist es aber eher selten, dass Leute sich einen Spaß erlauben, Blitzanlagen auszulösen“, sagt Beck. „Die meisten werden eigentlich aus Versehen geblitzt – und wissen dann, dass sie beim nächsten Mal an der Stelle besser aufpassen müssen.“
Die Stadt appelliert an die Motorradfahrer, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten. Denn die Folgen der Missachtung können drastisch sein, nicht nur für den Geldbeutel, sondern auch für Leib und Leben – für das eigene und das von anderen.