Marbach. Das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart hat Anfang Juni mit dem Ersatzneubau der Murrbrücke bei Marbach begonnen. Die Brücke wird als Pilotprojekt in rund 75 Tagen durch einen Neubau ersetzt. Die Arbeiten erfordern eine Vollsperrung der Landesstraße 1100 im Abschnitt Oehlerkreuzung bis zur Einmündung der Landesstraße 1138. Bisher laufen die Arbeiten laut RP nach Plan. Die Arbeiten sollen bis Sonntag, 11. Oktober, beendet sein.
L 1100 wird für zweieinhalb Monate gesperrt
Die Murrbrücke wurde 1956 errichtet. Sie weist altersbedingte Mängel an der Bausubstanz auf und enthält spannungsriss- und korrosionsempfindlichen Spannstahl. Deshalb ist sie Teil des Brückenerhaltungsprogramms des Landes. In dessen erster Stufe werden bis 2030 im Regierungsbezirk Stuttgart 60 Brücken an Bundes- und Landesstraßen ersetzt. Dabei ist die Murrbrücke ein besonderes Pilotprojekt für das Land: Sie wird in Fertigteilbauweise unter Vollsperrung in rund 75 Tagen neu gebaut und ist damit die erste Expressbrücke dieser Art in Baden-Württemberg.
Land investiert rund 12,5 Millionen Euro
Im Zuge des Brückenersatzneubaus baut das RPS im Windschatten der Vollsperrung der L1100 die Oehlerkreuzung aus. Diese wird laut RP an den aktuellen Bedarf angepasst; dabei wird auch eine barrierefreie Querung für den Rad- und Fußverkehr gebaut. Außerdem erhält der Knotenpunkt eine weitere Fahrspur entlang der L1100 und der L1124, um das Verkehrsaufkommen an diesem Knotenpunkt besser abwickeln zu können. Zudem wird die Fahrbahn zwischen der Oehlerkreuzung und der Murrbrücke erneuert; dabei wird auch die Straßenentwässerung angepasst. Das Land investiert mit dem Ersatzneubau inklusive der Anpassungen im Straßen- und Knotenpunktbereich der L1138 rund 9,5 Millionen Euro. In den Ausbau der Oehlerkreuzung und die Erneuerung der L1100 zwischen der Ludwigsburger Straße und der Murrbrücke investiert das Land rund drei Millionen Euro.
Verkehrseinschränkungen und Umleitungen
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 29. auf 30. Juli, wird der Abschnitt der L1100 von der Oehlerkreuzung bis zur Einmündung der L1138 für den Individualverkehr voll gesperrt. Während der Sommerferien verkehren keine Busse auf dem Streckenabschnitt der L1100. Nach den Sommerferien wird dem Busverkehr eine Durchfahrt an der Baustelle ermöglicht. Die Umleitungen für die Vollsperrung der L1100 erfolgen großräumig:
- Westlich von Marbach über die L1100 nach Neckarweihingen, über die L1124 nach Ludwigsburg und weiter über die B27 und die L1138 nach Freiberg und Benningen.
- Östlich von Marbach erfolgt die Umleitung über die L1124 nach Erdmannhausen und weiter nach Rielingshausen. Über die K1607 und die B328 nach Großbottwar gelangt man über die L1100 nach Steinheim sowie nach Murr.
- In die Gegenrichtung erfolgt die Umleitung jeweils analog.
Für den Knotenpunktausbau kommt es während der Sommerferien zu folgenden Verkehrseinschränkungen:
- Der Verkehr wird von Neckarweihingen über die Ludwigsburger Straße nach Marbach geführt. Die Umleitung in die Gegenrichtung erfolgt auf die gleiche Weise in umgekehrter Richtung.
- Der Anliegerverkehr in Richtung Bootshaus Marbach darf über die L1100 über die Einmündung beim Laufwasserkraftwerk fahren. Die wird innerhalb der Sommerferien für einen Zeitraum von bis zu fünf Tagen, außerhalb des Wochenendes, aufgrund der Asphaltarbeiten nicht möglich sein.
Der Anliegerverkehr für die L1124 / Bottwartalstraße ist bis zum Mühlweg in den Sommerferien jederzeit möglich, so das RP. Nach den Sommerferien kann der Verkehr aus Neckarweihingen die L1100 bis zur Oehlerkreuzung und dann die L1124 / Bottwartalstraße bis zum Bahnhof Marbach uneingeschränkt nutzen. Lediglich die Fahrtbeziehung von der Oehlerkreuzung bis zur Murrbrücke entlang der L1100 ist nach den Sommerferien für den Autoverkehr bis voraussichtlich Sonntag, 11. Oktober, gesperrt. (red)



