Ludwigsburg. An der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) mit rund 3 Millionen Euro geförderten DigiSep-Studie, an der insgesamt 24 deutsche Kliniken teilnahmen, war Prof. Dr. Marc Moritz Berger, Ärztlicher Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie im RKH Klinikum Ludwigsburg, maßgeblich beteiligt.
Das ist neu
Die neue Methode analysiert genetisches Material von Krankheitserregern direkt aus dem Blut. Sie ist deutlich umfassender und empfindlicher als herkömmliche Blutkulturen, und kann die verursachenden Erreger im Blut etwa sechsmal häufiger und deutlich zuverlässiger nachweisen als bisherige Verfahren. Ärzte erhalten schneller und präzisere Hinweise darauf, welche Infektion vorliegt, und können die Therapie gezielter steuern. Das ist gerade bei einer Sepsis entscheidend, da bereits wenige Stunden über Leben und Tod entscheiden können, heißt es in einer Mitteilung der RKH Kliniken. Dadurch kann die Behandlung früher gezielt erfolgen, was entscheidend für den Behandlungserfolg ist.
Für die Patientinnen und Patienten ergeben sich mehrere Vorteile: ein kürzerer Krankenhausaufenthalt, weniger Zeit auf der Intensivstation, eine schnellere Stabilisierung und kürzere Beatmungsdauer und eine bessere Lebensqualität nach der Erkrankung. Hinzu kommt, dass die Behandlungskosten dabei nicht steigen.
Höhere Versorgungsqualität in der Region
Es ist angedacht, die Erkenntnisse aus der Studie in den klinischen Alltag zu überführen, zumal die fachliche Expertise für eine mögliche Anwendung im RKH Klinikum Ludwigsburg vorhanden ist. „Mit moderner digitaler Präzisionsdiagnostik können wir die einer Sepsis zugrunde liegende Infektion schneller gezielt behandeln als dies bisher möglich war. Für die Menschen bedeutet das eine höhere Überlebenschance und eine schnellere Genesung“, so das Fazit von Prof. Berger. (red)
