Logo

Zusammenarbeit

Acht Kommunen für Europa

Unlängst hat sich die von Hemmingen und dem Landrat initiierte lokale Vereinigung gegründet, die mit einem ähnlichen Konstrukt aus Italien einen „Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit“ bilden will. Ziel ist der Erhalt des kulturellen Erbes.

Sind Teil der neu gegründeten Vereinigung (von links): Frank Wittendorfer (Oberriexingen), Ulrich Wemmer (Bauamtsleiter Schwieberdingen), Christian Eiberger (Asperg), Markus Kleemann (Oberstenfeld), Matthias Gruber (Hauptamtsleiter Sersheim), Thomas
Sind Teil der neu gegründeten Vereinigung (von links): Frank Wittendorfer (Oberriexingen), Ulrich Wemmer (Bauamtsleiter Schwieberdingen), Christian Eiberger (Asperg), Markus Kleemann (Oberstenfeld), Matthias Gruber (Hauptamtsleiter Sersheim), Thomas Schäfer (Hemmingen), Thomas Winterhalter (Steinheim) und Steffen Bühler (Besigheim). Foto: privat

Besigheim/Kreis Ludwigsburg. Im Herbst hatte der Hemminger Gemeinderat den ersten Schritt getan und einstimmig den Vorschlag genehmigt, Gründungsmitglied der „Vereinigung der kleinen Gemeinden mit großem kulturellem Erbe in Baden-Württemberg“ zu werden. Sechs weitere Kommunen aus dem Kreis mit unter 15.000 Einwohnern sollten dem ebenfalls beitreten, um schließlich einen „Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit“ zu gründen, mit zwei lokalen Pendants aus Italien, die es bereits gibt (wir berichteten).

Nun ist der nächste Schritt getan und eben jene lokale Vereinigung im Land offiziell besiegelt. Dazu trafen sich unlängst die Bürgermeister und Vertreter von nun sogar acht Kommunen im Landratsamt – Asperg, Besigheim, Hemmingen, Oberriexingen, Oberstenfeld, Schwieberdingen, Sersheim und Steinheim. Hemmingens Bürgermeister Thomas Schäfer ist der Vorsitzende dieses neuen Verbunds.

Dass man sich im Landratsamt traf, hatte neben der Rolle als zentraler Treffpunkt aber noch einen anderen Grund. Denn die Provinz Bergamo, die – neben Sardinien – schon Teil einer lokalen Vereinigung ist, ist seit Jahren freundschaftlich mit dem Landkreis verbunden. Zum Neujahrsempfang im Kreishaus war deshalb auch eine Delegation von dort angereist. Gastredner Professor Alberto Barzanó von der Mailänder Università Cattolica del Sacro Cuore – er gehört zum italienischen Zweig der Varnbüler-Familie, der unter anderem das Hemminger Schloss gehört – hielt dabei ein flammendes Plädoyer für die deutsch-italienische Freundschaft. Und Generalkonsul Massimo Darchini unterstrich die guten Beziehungen. Nur zwei Tage später waren die Italiener ebenso Gäste des Hemminger Neujahrsempfangs, wo eine Freundschaftsurkunde mit dem Örtchen Almenno San Bartolomeo unterzeichnet wurde. Mit dabei war auch Landrat Rainer Haas, der Thomas Schäfer mit Barzanó bekanntmachte und damit den Grundstein für die Freundschaft der Orte legte, die seit rund sieben Jahren im Austausch stehen. Der ist künftig vielleicht auch leichter möglich, weil es nun eine regelmäßige Flugverbindung von Stuttgart nach Bergamo gibt, wie Schäfer unlängst im Gemeinderat hinwies.

Bei dem angestrebten europäischen Verbund zwischen dem Kreis Ludwigsburg und der Provinz Bergamo geht es vor allem um den Erhalt des eigenen kulturellen Erbes, was „insbesondere für kleine Kommunen zu einem finanziellen und organisatorischen Kraftakt werden kann“, so Schäfer. Die EU unterstützt das mit Zugang zu speziellen Fördermitteln. Für die acht Bürgermeister gibt es aber noch mehr Gründe: „Die Mitgliedsgemeinden freuen sich auf einen gewinnbringenden Austausch untereinander und international zugunsten des Erhalts des vielfältigen kulturellen Erbes in beiden Regionen.“

Autor: