Freiberg, Pleidelsheim. Die Gasleitung zwischen Freiberg und Pleidelsheim ist verlegt, für den Verkehr gibt es auf der Verbindung zwischen den beiden Orten keine Einschränkung mehr. Das teilte die Syna GmbH, die die Gas-Hochdruckleitung erneuert hat, mit.
Die seit 1985 bestehende Gas-Hochdruckleitung verlief hauptsächlich unterirdisch, querte den Neckar-Schifffahrtskanal jedoch oberirdisch über eine Brücke. In diesem Bereich war sie durch Korrosion angegriffen und sanierungsbedürftig. Die neue Leitung verläuft nun unterirdisch. Dietmar Lenz, verantwortlicher Planungsleiter der Syna, erläuterte die Gründe: „Vor vierzig Jahren hat man Gasleitungen im Bereich von Flüssen aus Kostengründen über Straßenbrücken verlegt. Dort waren sie jedoch deutlich stärker der Witterung und vielen anderen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Heute ist es genau andersherum: Die modernen Bohrverfahren machen es auch wirtschaftlich sinnvoll, Gasleitungen unterirdisch zu verlegen.“
Trotz vorheriger Gutachten war die unterirdische Verlegung mit einigen geologischen Herausforderungen verbunden. Eine Spülbohrung musste deshalb im vergangenen Jahr abgebrochen werden. Im August und September dieses Jahres kam eine spezielle Felsbohranlage mit integriertem Navigationssystem zum Einsatz. „Sie wird in ähnlicher Form auch für Tunnelbauten in den Alpen verwendet“, so Lenz.
Die rund 260 Meter lange Bohrung begann auf der einen Uferseite unterhalb der Wasseroberfläche und führte nach der Unterquerung des Schifffahrtskanals bis zu einem etwa dreißig Meter höher gelegenen Austrittspunkt. Durch den so entstandenen Tunnel wurde die neue, mehrere hundert Meter lange Gasleitung gezogen. Es handelt sich dabei um eine mit Glasfaser ummantelte, kunststoffisolierte Stahlleitung, die sehr witterungsbeständig ist. Die ausgediente oberirdische Leitung verbleibt an der Brücke und steht als Leerrohr für zukünftige Netzausbaumaßnahmen zur Verfügung. (red)



