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Bewohner sammeln Unterschriften

Mögliche Reaktivierung einer alten Ausfahrt auf die Landesstraße stößt auf Widerstand

Sollen von hier künftig wieder Autos auf die Landesstraße fahren dürfen? Über die mögliche Reaktivierung der Ausfahrt wird diskutiert. Archivfoto: Drossel
Sollen von hier künftig wieder Autos auf die Landesstraße fahren dürfen? Über die mögliche Reaktivierung der Ausfahrt wird diskutiert. Foto: Drossel

Besigheim. Dass der Besigheimer Gemeinderat darüber nachdenkt, eine alte Ausfahrt auf die Landesstraße 1115 Richtung Löchgau zu reaktivieren, sorgt weiter für Kritik – vor allem bei Bewohnern der Weststadt, die sich zusammengeschlossen haben und Unterschriften gegen das Vorhaben sammeln.

Wie berichtet, ist der viele Verkehr auf der Bahnhofstraße und am Europaplatz der Grund, weshalb sich der Gemeinderat seit vergangenem Jahr mit der alten Ausfahrt beschäftigt. Denn, so die Überlegung: Wird die alte Auffahrt wieder für Autos in Betrieb genommen, fiele zumindest der Verkehr, der vom Bahnhof aus in Richtung Löchgau will, von der Bahnhofstraße weg. Eine Machbarkeitsstudie bescheinigte, dass es grundsätzlich möglich sei, die seit vielen Jahren nur noch von Radfahrern und Fußgängern genutzte Abzweigung wieder für Autos freizugeben. Etwa 200000 Euro würde es kosten, die Ausfahrt autotauglich zu machen. Trassen für Fußgänger und Radler wären ebenfalls vorgesehen; Letztere würden die Autoausfahrt kreuzen.

Diese Gefahrenstelle wurde nicht nur im Gemeinderat kontrovers diskutiert. Einige Stadträte sprachen sich vehement gegen eine weitergehende Untersuchung aus. Auch innerhalb der Bevölkerung regt sich Widerstand. Als Angeliki Vlachos von den Plänen erfahren hat, war sie entsetzt. Die Besigheimerin nutzt mit ihrem Kind fast täglich diesen Weg. Ihr sei unbegreiflich, wie die Reaktivierung als Chance gesehen werden könne. Vielmehr sei es ein Rückschritt, teilt sie unserer Zeitung mit. In zahlreichen Städten würden Rad- und Fußwege gefördert, in Besigheim hingegen werde alles zum Vorteil der Autofahrer getan.

Mit dieser Meinung steht sie nicht alleine, wie die Onlinepetition belegt, die Vlachos gestartet hat. Mehr als 400 Unterstützer hat sie mittlerweile. Einhellige Meinung aller: Die Reaktivierung bringe nur Nachteile – insbesondere für Radfahrer und Schüler. „Es geht am Ende um die Sicherheit aller, aber besonders der Kinder, die jeden Tag diesen Weg als sicheren Schulweg nutzen“, meint die Besigheimerin.

Zumal damit ihrer Meinung nach keine verkehrliche Entlastung des Bahnhofsviertels und des Europaplatzes zu erreichen sei. Denn der Rückstau rund um den Europaplatz zu Stoßzeiten werde nicht nur durch die Autofahrer verursacht, die in Richtung Löchgau wollten, sondern auch durch diejenigen, die von der „verkehrsberuhigten Altstadt“ in die andere Richtung – zur B27 – möchten. Generell sei das Argument des hohen Verkehrsaufkommens in ihren Augen sehr schwach, „wenn man die entstehenden Nachteile, das Gefahrenrisiko für Radfahrer und die hohen Kosten bedenkt“.

Sie habe sich auch bereits an die Mitglieder des Gemeinderats gewandt, mit der Bitte, sich über die Petition zu informieren – und die Bedenken und Ängste der Bürger ernst zu nehmen und von dem Vorhaben abzusehen.

Info: Weitere Informationen zur Petition gibt es im Internet unter www.openpetition.de/!vwadl.

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