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Oberstenfeld

Burg Lichtenberg soll an Stiftung verkauft werden

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Oberstenfeld. Die Burg Lichtenberg, das Wahrzeichen des Bottwartals, soll verkauft werden. Allerdings nicht an eine Privatperson, sondern an eine Stiftung, an der die Gemeinde Oberstenfeld und der Landkreis beteiligt sind. Am Donnerstag, 24. Januar, wird das Thema im Gemeinderat diskutiert und entschieden (19 Uhr). Einen Tag später ist es Thema im Kreistag.

Seit Jahren ist der Verkauf der Burg, die sich im Eigentum von Baron Dietrich Freiherr von und zu Weiler befindet, immer mal wieder ein Thema, seit sieben Jahren wird die Idee mit der Stiftung zwischen Eigentümer und Landkreis vorangetrieben. Davor gab es zum Teil wilde Spekulationen: Mal waren „die Russen“ an der Burg interessiert, mal sollte Schlagersängerin Andrea Berg das neue Burgfräulein werden, einmal entdeckte der Baron seine Burg für 3,9 Millionen Euro auf einem Internetportal für Immobilien zum Kauf angeboten; der Burgherr war sauer.

Inzwischen ist der Stiftungsgedanke konkret: Noch im ersten Quartal dieses Jahres soll die gesamte Liegenschaft an eine Institution der öffentlichen Hand übertragen werden. Die Stiftungssatzung ist bereits mit der Stiftungsbehörde, dem Regierungspräsidium Stuttgart und dem Finanzamt Stuttgart abgestimmt.

Anfangs soll das Stiftungsvermögen 475.000 Euro betragen, und zwar kommen vom Landkreis 300.000 Euro und von der Gemeinde Oberstenfeld 175.000 Euro. Sobald die Stiftung errichtet ist, will die Gemeinde Oberstenfeld eine Wiese mit Schafstall im Wert von 125.000 Euro in die Stiftung einbringen, die jetzt schon in ihrem Eigentum ist. Den größten Anteil bringt die Stiftung Kunst, Kultur und Bildung der Kreissparkasse ein, nämlich zwei Millionen Euro. Diese Zustiftung habe sie bereits zugesagt, heißt es von der Gemeinde. Damit sieht sich die Stiftung in der Lage, die Burg zu kaufen und erste Investitionen zu tätigen.

Ein Teil der Burg wird derzeit von dem Ehepaar Weiler bewohnt. Wenn die Stiftung Eigentümer der Burg ist, will sie die Wohnräume an das Ehepaar vermieten und den Teil der Burg, der gastronomisch genutzt wird, verpachten. Eine Beratungsfirma hat in den vergangenen Jahren verschiedene Nutzungsmöglichkeiten geprüft und ist zu dem Schluss gekommen, dass ein Drei-Sterne-Hotel mit 44 Zimmern rentabel sein könnte. (ann)