Logo

Verkehr

Bus hat an der Ampel Vorrang

Staus an der Murrer Bergkelterkreuzung auch Resultat der Busbeschleunigung Bottwartal – Optimierung geplant

Den Stau an der Bergkelterkreuzung in Richtung Autobahn sind viele gewohnt, neu ist, dass man von Steinheim her kommend auf der Linksabbiegespur nach Marbach steht.Fotos: Ramona Theiss
Den Stau an der Bergkelterkreuzung in Richtung Autobahn sind viele gewohnt, neu ist, dass man von Steinheim her kommend auf der Linksabbiegespur nach Marbach steht. Foto: Ramona Theiss
350_0900_26913_11_08_2020Theiss_12.jpg

Murr. Stau an der Murrer Bergkelterkreuzung ist tatsächlich nichts Neues, wie viele Autofahrer wissen. Seit einigen Wochen sind die Staus aber auch außerhalb der Berufsverkehrszeiten an der Tagesordnung. Als neuer Brennpunkt erweist sich die Abbiegespur in Richtung Marbach von Steinheim her kommend – bisher war der Stau aus Richtung Marbach immer der größte. Teilweise schaffen es gerade einmal vier Autos über die Kreuzung, normalerweise sind es je nach Zügigkeit der Autofahrer bis zu acht. Auch der Stau vom Energiepark Marbach über die Oehlerkreuzung bis zur Murrer Bergkelterkreuzung nimmt an gewissen Tagen, zum Beispiel freitags, gewisse Ausmaße an.

„Manchmal fahren die Autofahrer an der Ampel

auch nicht ganz so zügig an.“

Sprecher des Landratsamtes

Wurde eventuell etwas an der Ampelschaltung geändert, ist die naheliegende Vermutung? Ja und Nein, lautet die Antwort aus dem zuständigen Landratsamt Ludwigsburg. An den Ampeln für die Autos wurde nichts geändert, sehr wohl aber an denen für den Bus. Um dem Bus Vorfahrt einzuräumen, wurden die sogenannten Anmeldepunkte verändert, um den Bus zu beschleunigen.

Die Änderung mit den Anmeldepunkten ist Teil des Konzeptes „Busbeschleunigung Bottwartal“, das der Kreistag des Landkreises Ludwigsburg jüngst beschlossen hat. Insgesamt acht Ampeln, die bereits mit der notwendigen Technik ausgestattet sind, wurden kurzfristig durch eine Aktualisierung der sogenannten Meldepunkte wieder in Gang gesetzt. Diese Meldepunkte werden vom Bordsystem der Busse erkannt, das daraufhin ein Telegramm an die Ampelanlagen schickt, wenn der Bus sich nähert. Diese bevorrechtigen dann den Bus gegenüber der Autos, er kommt schneller zum Ziel, in diesem Fall zum Bahnhof Marbach und zur S-Bahn oder durchs Bottwartal.

Es sind aber alle Anlagen in Marbach an der Landesstraße1124 ab der Einmündung der Erdmannhäuser Straße in Richtung der Oehlerkreuzung betroffen plus die Knotenpunkte Häldenmühle mit der Einmündung Benningen und die Bergkelterkreuzung. Weitere Ampeln von Steinheim bis nach Beilstein sollen folgen. Die Kosten hierfür übernimmt der Kreis. Die weitere Untersuchung beziehungsweise Absprache mit den Kommunen steht wegen Corona noch aus oder läuft bereits.

Im Rahmen der kreisweiten Busbeschleunigung sind auch eigene Busspuren angedacht, zum Beispiel zwischen Bietigheim und Löchgau oder Marbach und Murr. Diese werden auch vom Land bezuschusst, außerdem will das Landratsamt künftig 50 Prozent der kommunalen Kosten übernehmen. Zur Einordnung: Die Verbindung zwischen Marbach und Murr würde laut den Gutachtern mit etwa 1,3 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Und was ist nun mit den Staus? „Da die Häufigkeit der Busfahrten außerhalb der Hauptverkehrszeiten nicht so hoch ist, ist der verlängerte Rückstau nicht sehr lang“, antwortet der Sprecher. Der Rückstau sei nicht nur durch die Busbeschleunigung bedingt, sondern auch durch das sehr hohe Verkehrsaufkommen auf der Strecke. „Manchmal fahren Autofahrer an der Ampel auch nicht ganz so zügig an“, hat der Sprecher selbst beobachtet. Das Programm solle aber noch weiter optimiert werden, so dass das Landratsamt mit Verbesserungen auch für dieses Problem rechnet.

Autor: