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Besondere Veranstaltungen im Wahlkreis Vaihingen
Wie KI Alleinregierungen von AfD oder Grünen sieht und zu Diskussionen anregen soll

Am 8. März haben die Baden-Württemberger die Wahl – doch was wäre, wenn danach eine Partei alleine regiert?
Am 8. März haben die Baden-Württemberger die Wahl – doch was wäre, wenn danach eine Partei alleine regiert? Foto: Bernd Weissbrod/dpa
Die Volkshochschule veranstaltet ein Wahlforum in Korntal. Dabei geht es auch um künstlich erzeugte Motive aus Wahlprogrammen – Kontroversen inklusive.

Korntal-Münchingen/Gerlingen. Straßenzüge mit Bäumen rechts und links, die Dächer der drei- bis vierstöckigen Wohnhäuser sind mit Solaranlagen ausgestattet, etliche Menschen sind auf den breiten Gehwegen unterwegs, zumeist zu Fuß oder in einer langen Straßenbahn. Auf der anderen Seite: Ein Atomkraftwerk unweit des Stadtzentrums, auf einem Schulhof stehen etliche Personen in Reih und Glied, das Gelände daneben wirkt noch dystopischer, soll einen „umzäunten Verwaltungs- und Gewahrsamsbereich“ oder Kontrollpunkt darstellen.

Neugier soll geweckt werden.

So würde das Stadtbild aussehen, wenn jeweils einzig und allein die Grünen oder die AfD in Baden-Württemberg regieren würde – sagt zumindest ein Tool mit Künstlicher Intelligenz, das die Visionen aus Inhalten der aktuellen Programme der sechs aussichtsreichsten Parteien zur Landtagswahl erstellt hat.

Die Verantwortlichen hinter dem Projekt – das Institut für Demokratie und KI in Tübingen, die Landeszentrale für politische Bildung und der VHS-Verband – haben dabei „nicht den Anspruch, Meinungen zu formulieren, sondern Neugier und Interesse zu wecken. Wer sich ein Bild ansieht, soll idealerweise den nächsten Schritt gehen: sich mit dem Wahlprogramm der Parteien auseinandersetzen, vergleichen, hinterfragen und sich selbst eine fundierte Meinung bilden“, heißt es.

„Viel Gesprächsstoff“ durch Plakate

Und das können Interessierte im Wahlkreis Vaihingen derzeit nicht nur in der Ausstellung der Plakate samt Begleittexten im Haus der Volkshochschule in Gerlingen. Sondern vor allem beim „Wahlforum“ der Volkshochschule Korntal-Münchingen in der Stadthalle am Mittwoch, 4. Februar, um 19.30 Uhr. Zu Beginn können die Besucher mit den Wahlkreis-Kandidaten der sechs größten Parteien ins Gespräch kommen, 30 Sekunden haben diese jeweils für ihr Statement zu den Motiven.

„Die KI-Plakate bieten sicherlich viel Stoff“, so VHS-Leiterin Cornelie Class-Hähnel dazu. Anschließend gibt es eine moderierte Podiumsdiskussion, vor allem zu den Themen Bildung, Gesundheit und Innere Sicherheit. Dabei wird auch Gelegenheit für Fragen aus dem Publikum sein. Die Gäste sind Nikolaos Boutakoglou (AfD), Steve Burgstett (Linke), Konrad Epple (CDU), Meike Günther (Grüne), Helena Herzig (FDP) und Torsten Liebig (SPD).

Das ProjektHintergründe und Termine zu „Hey KI, wen wähl‘ ich im Ländle?“Für das Projekt wurden die Wahlprogramme von AfD, CDU, FDP, Grünen, Linken und SPD mit ChatGPT 5.2 verarbeitet. Dabei wurden die politischen Ziele, Werte und Prioritäten mit einem identischen Prompt (eine möglichst genau formulierte Aufgabe) in künstlerische Bildwelten übersetzt. Als wiederkehrendes Motiv wurde die Perspektive auf eine Stadt gewählt, weil diese zentrale gesellschaftliche Themen wie Wohnen, Arbeit, Mobilität, Umwelt und soziale Teilhabe bündelt. „Die KI abstrahiert und verdichtet dabei politische Inhalte und macht zentrale Aussagen, Konfliktlinien und Schwerpunkte sichtbar. Zuspitzungen und Überzeichnungen sind bewusst Teil des Konzepts und als Einladung zur Auseinandersetzung gedacht, nicht als Bewertung“, so die Verantwortlichen. Zu sehen sind die Ergebnisse samt Begleittexten noch bis zur Landtagswahl am 8. März im Haus der VHS in Gerlingen, Schulstraße 19. Geöffnet ist das Gebäude während der Kurse, in der Regel wochentags zwischen 8 und 22 Uhr, in den Ferien kürzer (Ausnahme: am 5. und 6. Februar ist die Ausstellung verliehen). Die Plakate werden überdies am 4. Februar in der Stadthalle Korntal zu sehen sein, parallel zum „Wahlforum“ von 19.30 bis etwa 22 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Für Class-Hähnels VHS, die schon zu früheren Wahlen besondere Veranstaltungsformate wie etwa ein Politiker-Speeddating ausprobiert und angeboten hatte, ist es wieder eine Premiere. „Wir sind schon sehr gespannt auf die Resonanz, vor allem, weil die KI-Bilder bestimmt ziemlich kontrovers diskutiert werden, und die Reaktionen der Kandidierenden wahrscheinlich ambivalent ausfallen“, sagt die Leiterin angesichts der doch zugespitzten Motive.

INFO: https://www.landtagswahl.ai/