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Lebensmittelversorgung in Pleidelsheim
Busservice nach Murr statt Einkauf bei Netto

Der Netto in Pleidelsheim. Foto: Andreas Becker
Der Netto in Pleidelsheim. Foto: Andreas Becker
An Plänen und alternativen Lösungen für die Versorgung der Pleidelsheimer Bürger mit Lebensmitteln mangelt es nicht. Ein Busshuttle nach Murr könnte das Aus des Nettomarktes kompensieren.

Pleidelsheim. Der Nettomarkt in der Ortsmitte schließt am 24. September. Ursprünglich hatte der Discounter diesen Schritt für Ende Februar 2023 geplant. Seither laufen die Telefone im Pleidelsheimer Rathaus heiß oder wie es Bürgermeister Ralf Trettner formuliert: „Wir führen Gespräche in viele Richtungen.“

Einer der Gesprächspartner ist Netto selbst. Denn: Der Discounter hat keinen Vertrag mit dem Gebäudeeigentümer, sondern mit der Gemeinde, die als Zwischenmieter fungiert. Netto hat seinen Vertrag mit der Gemeinde gekündigt. Bisher sieht alles danach aus, dass der Discounter den Vertrag erfüllt, vom 25. September an den Markt nicht mehr betreibt, aber die Miete weiterbezahlt. Die Kommunikation mit dem Unternehmen ist schwierig, deshalb konnte nicht geklärt werden, ob den Markt in der Übergangszeit ein anderer Betreiber übernehmen könnte. Trettner ist auch mit einem kleineren privaten Betreiber im Gespräch. Ein Problem ist die Miete mit 7000 Euro. Parallel dazu verhandelt das Rathaus mit dem potenziellen Betreiber des neuen Supermarktes, der auf dem derzeitigen Bauhofgelände an der Marbacher Straße entstehen soll.

Gespräche mit Supermarktbetreiber

„Investor, Supermarktbetreiber und Gemeinde sind in engem Kontakt“, so Trettner. Eines sei aber klar: Der Supermarktbetreiber werde sich im bisherigen Nettomarkt nur engagieren, wenn er den geplanten großen Markt, einen Vollsortimenter mit 1600 Quadratmetern, auch betreiben könnte. Nach der Ratssitzung am 15. September und der Vorstellung des Bebauungsplans und des Baugesuchs wisse man mehr – wenn bis dahin alle Details geklärt sind.

Die Idee, dass Tante M. die Lücke in der Nahversorgung schließen könnte, wie beispielsweise in Höpfigheim und Kleiningersheim, sei geplatzt, erklärt Trettner. Tante M. wäre nur an einem langfristigen Engagement interessiert gewesen.

Bus nach Murr einmal pro Woche

Somit stehen alle Zeichen auf einen Busshuttleservice nach Murr. Das Rathaus hat Angebote bei Busunternehmen eingeholt, Bürgerbusse aus anderen Kommunen wären vermutlich zu klein. „Wir werden jetzt noch in der Bevölkerung abfragen, wer Bedarf für dieses Angebot hat“ – falls Nachbarn und Angehörige nicht einspringen können oder das Angebot der ortsansässigen Bäcker, Metzger, Käseladen und Tankstelle nicht ausreicht. Momentan geht Trettner davon aus, dass einmal pro Woche, vermutlich vormittags in der Wochenmitte, ein Bus mit 40 Sitzen an drei Haltestellen (Hohenzollernstraße/Wiegehalle/Rathaus) Mitfahrer aufnimmt, am Ziel eine Stunde auf die Einkäufer wartet, bis diese von Lidl, Aldi und dm zurück sind, und wieder nach Pleidelsheim fährt. Für die Mitfahrer soll der Service kostenlos sein, die Gemeinde rechnet mit Kosten von 400 Euro pro Fahrtag.