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ÖPNV

Campus von W&W soll eine Haltestelle bekommen

Lange haben der Landkreis Ludwigsburg und die Kommunen um ein gemeinsames Konzept für die Stadtbahn in Kombination mit einem BRT-System gerungen. Im Ausschuss für Umwelt und Technik am Dienstagabend in Kornwestheim fiel die Entscheidung in recht kurzer Zeit und größtmöglicher Einmütigkeit, nämlich einstimmig.

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Kornwestheim. Die Stadt Kornwestheim hat ganz oben auf ihrer Wunschliste eine schienengebundene Haltestelle am neuen Campus von W&W (Wüstenrot & Württembergische) stehen. Ob das möglich sein wird, soll eine Machbarkeitsstudie zeigen. Erst wenn diese positiv ausfällt, wird die Salamanderstadt dem neuen Zweckverband der beteiligten Städte und des Landkreises beitreten. Bis dahin wird die Gemeinde – ebenso wie Schwieberdingen – über einen Gaststatus verfügen.

Es soll geprüft werden, ob die bestehende Bahnstrecke von Markgröningen nach Ludwigsburg bis zum Kornwestheimer Bahnhof verlängert werden kann – inklusive Haltepunkt bei W&W. Hier geht es um die Frage, ob es Kapazitäten für entsprechende Bahntrassen gibt und die Deutsche Bahn der Nutzung der Schienen sowie der Einrichtung eines Haltepunktes zustimmt. In der Ausschusssitzung wurde aus den Reihen von SPD, Grünen und Freien Wählern angeregt, einen Anschluss an die bestehende Schusterbahn, die über Untertürkheim nach Esslingen führt, in Betracht zu ziehen.

Über den Zweckverband Pattonville – aktuell führt Kornwestheims Oberbürgermeisterin Ursula Keck hier den Vorsitz – wird Kornwestheim von Beginn an im Zweckverband Stadtbahn vertreten sein. Pattonville soll von Remseck an die SSB-Linie und von Ludwigsburg aus an die Stadtbahn angeschlossen werden. In Pattonville soll ein Umstiegspunkt zwischen Nieder- und Hochflurbahn eingerichtet werden.

Wie Heiner Pfrommer vom Landratsamt erläuterte, soll das Gesamtpaket nach der Gründung des Zweckverbandes Schritt für Schritt umgesetzt werden. Er betonte angesichts kritischer Stimmen aus den Reihen der Politiker, dass das BRT-Bussystem keine Priorität habe. „Ziel ist die Realisierung der Stadtbahn und in Teilen des BRT-Systems“, sagte er. „Der Beschluss ist ein Bekenntnis dazu, dass wir mitmachen sollen“, sagte Baubürgermeister Daniel Güthler. „Wolfgang Schwinge hat bei seinen Planungen in Pattonville immer bedacht, dass es die Stadtbahn geben kann“, sagte Erster Bürgermeister Dietmar Allgaier und wies darauf hin, dass die Trasse der Stadtbahn auf der westlichen Seite der John-F.-Kennedy-Allee, also auf Kornwestheimer Gemarkung, verlaufen soll.

Einig waren sich die Vertreter der Fraktionen darin, dass sie dieses regionale Projekt wohl noch in den nächsten Jahren beschäftigen wird. „Dinge, die wir heute nur angerissen haben, werden dann beleuchtet“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans Bartholomä. Um die Wirtschaft in der Region zu halten, sei es unabdingbar, den öffentlichen Personennahverkehr zu stärken, machte er deutlich. Das BRT-System sei offenbar der Knackpunkt gewesen, „sonst würden sich die beiden Herren womöglich noch heute im Sandkasten aufhalten“, spielte er auf die Meinungsverschiedenheiten von Landrat Dr. Rainer Haas und Ludwigsburgs Oberbürgermeister Dr. Werner Spec an.

„Wir stimmen zu, weil wir die Notwendigkeit sehen, in der Region Stuttgart eine Verbesserung zu schaffen und einen Verkehrskollaps zu verhindern“, sagte Hans-Michael Gritz, Fraktionschef der SPD. Allerdings könne er sich nicht vorstellen, wie das mit den BRT-Bussen funktionieren soll, sagte er. „Wir hoffen, dass am Ende die Schiene über die Straße siegt“, äußerte sich Claus Langbein (Die Grünen) skeptisch gegenüber dem BRT-Bussystem: „Es darf nicht so weit kommen, BRT zu realisieren und dann Schluss zu machen.“ Zustimmung zu dem Konzept gab es auch von den Freien Wählern. „Der Teufel steckt im Detail“, gab Markus Kämmle zu bedenken, dass man sich erst am Anfang der Planungen befinde.

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