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Das stille Örtchen wird zum ekligen Ärgernis

Unbekannte verschmieren immer wieder Fäkalien in den Toiletten der Freiberger Friedhöfe – Verwaltung droht mit zeitweiser Schließung

Auch die Toilette auf dem neuen Friedhof in Heutingsheim wird immer wieder verschmutzt.Foto: Holm Wolschendorf
Auch die Toilette auf dem neuen Friedhof in Heutingsheim wird immer wieder verschmutzt. Foto: Holm Wolschendorf

Freiberg. Diese Sauerei stinkt zum Himmel: Unbekannte verschmutzen immer wieder aufs Übelste die Toiletten auf den drei Freiberger Friedhöfen. Wie Nadine Barwig vom Fachbereich Bauen unserer Zeitung mitteilt, werden Fäkalien auf dem Klodeckel, an den Wänden, auf dem Spiegel, auf der Türklinke und hinter dem Mülleimer verschmiert – offensichtlich auch mit den Händen. Die Toilette auf dem Friedhof im Stadtteil Geisingen sei auf derart eklige Weise verdreckt gewesen, dass es selbst für eine Reinigungsfirma „eigentlich unzumutbar“ gewesen sei, den Dreck zu beseitigen. „Das ist unterste Schublade“, sagt Nadine Barwig.

Entwicklung spitzt sich zu

Los ging es laut der Verwaltungsmitarbeiterin bereits 2017. In der jüngsten Zeit habe sich die Entwicklung allerdings zugespitzt. Stets zwei bis drei Wochen lang finden regelmäßig auf jedem Friedhof in den Stadtteilen Beihingen, Geisingen und Heutingsheim die widerlichen Verschmutzungen statt. Dann ist es mehrere Wochen ruhig, bevor die stillen Örtchen erneut verdreckt würden. „Das kommt immer geballt“, weiß Nadine Barwig.

Hält sich die Verunreinigung in Grenzen, kümmern sich die Friedhofsgärtner darum. Lässt sich die Reinigung den städtischen Mitarbeitern nicht mehr zumuten, wird eine Reinigungsfirma beauftragt. Der finanzielle Aufwand dafür ist hoch, wie Nadine Barwig sagt: „Pro Reinigung werden mehrere Hundert Euro fällig.“

Um dem unappetitlichen Treiben ein Ende zu setzen, hat die Verwaltung die drei Toiletten auch schon mal eine Zeit lang geschlossen und nur noch geöffnet, wenn Trauerfeiern stattgefunden haben. „Wir halten es aber eigentlich nicht für richtig, dort abzuschließen, weil wir den vorwiegend älteren Friedhofsbesuchern die Gelegenheit geben wollen, auf die Toilette gehen zu können“, so die Verwaltungsangestellte. Die Friedhofsmitarbeiter sind jetzt angehalten, gleich morgens zum Dienstantritt und abends vor Feierabend, die Toiletten zu kontrollieren.

Alle drei Friedhöfe und somit auch die jeweiligen Toiletten sind rund um die Uhr geöffnet und frei zugänglich. Ob das für die stillen Örtchen künftig auch noch gilt, bleibt fraglich. Denn lange kann und möchte die Stadt das Treiben nicht mehr akzeptieren. „Sollten diese Art von Verwüstungen weiterhin vorkommen, sehen wir uns gezwungen, die Toiletten nur noch zu bestimmten Zeiten zu öffnen“, droht Nadine Barwig Konsequenzen an.

Im Stadtgebiet gibt es zahlreiche weitere öffentliche Toiletten – so zum Beispiel im Prisma, in der Sporthalle und im Schwimmbad. Solche Verschmutzungen wie auf den Friedhöfen habe es dort noch nie gegeben, sagt Peter Müller, Leiter des Fachbereichs Recht und Ordnung. Für die neue WC-Anlage, die im Bereich des Bahnhofs entsteht, sei eine selbstreinigende Toilette vorstellbar, die man nur gegen Gebühr betreten kann. „Das könnte abschreckend wirken, so Müller.

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