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Der Kampf um Firmenparkplätze

Der Automobilzulieferer Bosch hat vor, an seinem Standort in Schwieberdingen 266 neue Parkplätze für Mitarbeiter zu schaffen. Doch das Projekt ist noch nicht in trockenen Tüchern.

Foto: Andreas Becker
Foto: Andreas Becker

Schwieberdingen. Von Schwieberdingen aus will der Automobilzulieferer Bosch den Wandel gestalten. Rund 7000 Mitarbeiter aus 65 Nationen treiben in einem Forschungszentrum Themen wie Elektromobilität oder alternative Kraftstoffe voran. Dafür sind in den vergangenen Monaten offenbar auch Mitarbeiter aus Feuerbach nach Schwieberdingen verlegt worden.

Allerdings bleibt das nicht ohne Folgen für den Standort. Der SPD-Fraktionschef Lutz Enzensperger weiß von internen E-Mails, wonach Mitarbeiter keine Parkplätze mehr in Schwieberdingen finden. „Die Not ist groß“, sagt Enzensperger. Einheimische beobachten darüber hinaus, dass Boschler zum Parken in Wohngebiete ausweichen.

„Parkplätze sind bei uns immer ein Thema“, räumt eine Bosch-Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung ein. Im Sommer würden zwar viele Mitarbeiter mit dem Fahrrad an ihren Arbeitsplatz kommen, doch davor und danach seien freie Parklücken ein rares Gut. Das Unternehmen plant daher, 266 neue Parkplätze am Standort Schwieberdingen zu errichten. Eine Bauvoranfrage hat bereits die Kommunalpolitik erreicht – es ist nicht die erste ihrer Art. Bürgermeister Nico Lauxmann erinnert sich: „2013 hatte es die Gemeinde schon einmal mit einem vergleichbaren Antrag zu tun.“ In Schwieberdingen schwang damals die Hoffnung mit, in absehbarer Zeit nicht erneut mit dem Thema konfrontiert zu werden. Doch jetzt zeigt sich laut Lauxmann: „Ein erfolgreicher Standort kann nie genug Parkplätze haben.“

Der Rathauschef steht der Versiegelung weiterer Fläche in Zeiten knapper Ressourcen kritisch gegenüber. Erst vor drei Wochen haben sich die Schwieberdinger dafür entschieden, eine 23 Hektar große Fläche in Nachbarschaft zu Bosch in einen regionalen Gewerbeschwerpunkt umzuwandeln. Interesse hat bekanntlich der Sportwagenhersteller Porsche angemeldet. Lauxmann und sein Rathaus müssen jetzt in Verhandlungen mit rund 300 Eigentümern um die Grundstücke eintreten. Auch auf Bosch warten mit Blick auf das Parkplatzprojekt wohl Gespräche mit Privateigentümern, denn nicht alle Flächen sind Eigentum des Unternehmens.

Die Gemeinde wünscht sich unterdessen von ihrem größten Arbeitgeber, für die 266 angestrebten Parkplätze möglicht wenig Ackerland zu verbrauchen. Das könnte mit einem Parkhaus geschehen. Offenbar ist das aber nicht Boschs Zielsetzung. „Wir wollen eher in die Breite bauen“, bestätigt die Unternehmenssprecherin unserer Zeitung.

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Die Schwieberdinger Kommunalpolitik hat dem Vorhaben, das im Außenbereich spielt, vor der Sommerpause erst einmal das Einvernehmen versagt. Der Ball liegt jetzt im Landratsamt in Ludwigsburg, das als untere Baurechtsbehörde eine fachliche Stellungnahme abgeben soll. Die Einschätzungen der politischen Parteien gehen auseinander. Im Angesicht der Parkplatznot fordert der CDU-Fraktionschef Dieter Rommel: „Wir müssen diesem Problem dringend Abhilfe schaffen.“ Die Grünen-Gemeinderätin Monika Leder würde gerne abwarten, bis ein komplettes Erschließungskonzept für die Gewerbeflächen zwischen Bosch und der Schnellbahntrasse vorliegt. Allerdings winkt der Bürgermeister aus rechtlichen Gründen bereits ab. Lauxmann: „Das dürfte schwierig werden.“

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