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Die Arbeiten beginnen Ende März

Nach jahrelangen Verzögerungen soll der Lückenschluss zwischen Kirchberg und Schweißbrücke gelingen

Blick auf die Kreisstraße 1834, die von der Schweißbrücke Richtung Kirchberg führt. Im Laufe des Jahres soll auf der rechten Seite, die an der Murr entlang führt, der Radweg angelegt werden, der dann eine Verbindung zwischen dem Landkreis Ludwigsburg
Blick auf die Kreisstraße 1834, die von der Schweißbrücke Richtung Kirchberg führt. Im Laufe des Jahres soll auf der rechten Seite, die an der Murr entlang führt, der Radweg angelegt werden, der dann eine Verbindung zwischen dem Landkreis Ludwigsburg und dem Rems-Murr-Kreis darstellt. Foto: Ramona Theiss

kirchberg/kreis ludwigsburg. Der Kirchberger Bürgermeister Frank Hornek versteht sich auf Ironie. Als er im April 2018 von Richard Sigel, dem Landrat des Rems-Murr-Kreises, für die vierte Amtszeit verpflichtet wurde, erinnerte er an seine Antrittsrede acht Jahre zuvor, als er den Radweg von Kirchberg zur Schweißbrücke bei Erdmannhausen kurz vor der Realisierung sah. Geschehen ist bekanntlich bis heute nichts, und Fußballfan Hornek meinte zu seiner Fehleinschätzung: „Von Euphorie beseelt, habe ich den Ball unerreichbar in den freien Raum gespielt.“

Jetzt soll es aber vorbei sein mit Frustration und Enttäuschung, die auch immer wieder im Kirchberger Gemeinderat zu spüren war. Es tut sich dieses Jahr nämlich wirklich etwas. Wie das Landratsamt in Waiblingen auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, soll von Ende März bis Ende Juli an der Böschung der Murr gearbeitet werden, bevor dann bis Ende des Jahres der Bau des eigentlichen Radweges folgt.

Nicht nur Hornek war lange Zeit allzu optimistisch, auch Landrat Richard Sigel hatte sich im vergangenen April weit aus dem Fenster gelehnt, als er ankündigte, dieses Jahr mit dem Bürgermeister auf dem Radweg zu fahren. Dass es damit wohl nichts wird, lag aber nicht am mangelnden Willen, der den beteiligten Akteuren immer mal wieder unterstellt wurde, sondern in erster Linie an der Baukonjunktur. Im September 2019 musste die Verwaltung des Rems-Murr-Kreises nämlich eine Ausschreibung zur Böschungssicherung aufheben. Der Grund: Es gab nur ein Angebot und das war doppelt so hoch wie die Kostenberechnung.

Was die Realisierung des Radweges so kompliziert macht: Eine touristisch gewollte Querung des Murrtals ist aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht machbar und so bleibt nur die Realisierung des Radwegs entlang der zur Schweißbrücke und somit in den Landkreis Ludwigsburg führenden Kreisstraße.1834, die derzeit lediglich über einen schmalen, maroden Gehweg verfügt.

Das Problem: Die Straße selbst droht abzurutschen. Die Kreisstraße verläuft in zwei Abschnitten sehr nahe entlang der Murr. Das Gewässer hat sich immer näher an die Straße herangearbeitet, so dass eine Unterspülung droht. Ein Gutachten attestiert akuten Handlungsbedarf. Um die Gefahr zu bannen, müssen das Straßenbauamt des Rems-Murr-Kreises und der Landesbetrieb Gewässer beim Regierungspräsidium Stuttgart zusammenarbeiten.

Das jetzt erstellte Konzept sieht vor, den Gewässerrand zu sichern, die bestehende Böschung wird durch eine naturnahe Blocksteinwand ersetzt. Außerdem soll das Ufer der Murr in diesen Bereichen durch Bepflanzung und Schaffung einer Wasserwechselzone ökologisch aufgewertet werden. Eine solche Zone unterliegt einem ständigen Wechsel aus Überflutung und Trockenphasen und bildet auf diese Weise einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere. Laut Landratsamt kommt es im Zuge dieser Arbeiten zu einer halbseitigen Sperrung der Straße.

Die ursprünglich angesetzten Kosten von 550 000 Euro wurden jetzt auf 820 000 Euro nach oben korrigiert. Dass es teurer wird, liegt auch an der komplexen Böschungssicherung. Knapp die Hälfte des Geldes geht für die Anlage eines ausreichend breiten, straßenbegleitenden Radweges auf der Murrseite drauf. 315 000 Euro zahlt der Rems-Murr-Kreis, 105 000 Euro steuert der Landkreis Ludwigsburg für die Weiterführung des Radweges bei.

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