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Interview

Die Welt um sich vergessen

Eine Show mit Zauberei gibt es am Sonntag, 8. März, in der Festhalle in Gemmrigheim zu sehen. Der Mann, der die Besucher dann verzaubern wird, heißt Julius Frack und ist kein Neuling in dem Metier. Er hat schon zahlreiche Preise gewonnen. Mit 21 Jahren war er jüngster Deutscher Meister des Magischen Zirkels.

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Gemmrigheim. Wie kommt man darauf, dass man ein Talent für Zauberei hat? Julius Frack: Es gibt bei jedem Zauberer diesen einen Moment, in dem man mit der Sache in Berührung kommt und merkt, dass sie einen begleiten wird. Nachdem ich schon in der Kindheit für die Familie gezaubert habe, hat es mich dann mit 15 in der Schule voll erwischt. Da hatten wir eine Projektwoche und ein Zauberer gab einen Workshop. Ich habe dann dort eine relativ schwierige Nummer in relativ kurzer Zeit ausgearbeitet und wurde vom „Bacillus Magicus“ erwischt.

Wie viel Training steckt in Ihrer Arbeit?

Proben sind sehr wichtig für einen Zauberer. Ich gehöre zu der Kategorie, die zwar ihre Nummern nicht so häufig wechselt, weil sie sie immer vor anderem Publikum zeigt. Aber selbst Tricks, die man schon lange macht, muss man immer weiter verbessern und ausfeilen. Man kann sagen, dass eine Nummer nach vier Jahren richtig ausgereift ist. Hinzu kommen dann schon neue Darbietungen, damit man seinem Publikum Abwechslung bietet.

Welche Ziele setzt man sich als Illusionist?

Ich bin wahnsinnig gern im Theater, auf Events, auf der Bühne. Und ich freue mich jedes Mal darüber. Es ist auch eine Herausforderung. Mein Ziel ist es, weiter dran zu bleiben und zu wachsen und bei coolen Events dabei zu sein. Es ist ein Privileg, dass ich meinen Lebensunterhalt damit verdienen kann. Das ist keine Normalität. Ich will zudem immer weiter eintauchen in die Methoden und die Psychologie hinter der Zauberei.

Passiert auf der Bühne mal ein Missgeschick?

Es gibt drei Arten an Missgeschicken. Das eine merkt niemand, außer mir. Ich weiß, dass ein bestimmter Effekt eintreten sollte, doch er kommt nicht. Dann gibt es Kleinigkeiten, die passieren, die das Publikum zwar bemerkt, die aber keinen Trick offenlegen und daher nicht zu schwer wiegen. Die dritte Kategorie ist, dass etwas so schiefläuft, dass man sieht, wie ein Trick funktioniert. Das ist dann schon ärgerlich. Deshalb ist Perfektionismus für unseren Bereich sehr wichtig.

Warum sind Sie gerne auf kleinen Bühnen wie der in Gemmrigheim?

Ich bin tatsächlich auf Bühnen jeder Größe zu Hause. In der Schweiz war ich kürzlich auf einer neun Quadratmeter kleinen Bühne. Das hat aber trotzdem seinen Reiz. Es geht schließlich um das Live-Erlebnis, das man den Gästen bereiten möchte. Bei kleinen Bühnen sind die Zuschauer so nah dran, dass sie alles mit eigenen Augen betrachten können und es sie deshalb fasziniert. Wenn sie es dann trotzdem nicht verstehen, dann grübeln sie. Mein Ziel ist immer, dass die Leute die Welt um sich vergessen und eintauchen in die Welt der Magie.

Info: Julius Frack tritt am Sonntag, 8. März, in der Festhalle in Gemmrigheim auf. Karten à 20 Euro gibt es im Vorverkauf in Löchgau im Bürgerbüro, Telefon 9.72.13, und bei Schreibwaren Trinkner, Telefon 9.12.35. An der Abendkasse kostet der Eintritt 22 Euro. Die Veranstaltung der Kulturinitiative Gemmrigheim (kig) beginnt um 18 Uhr, der Einlass eine halbe Stunde eher.

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