Ludwigsburg. Der Blick auf die Preistafel tut derzeit weh: 2,55 Euro für einen Liter Diesel, 2,38 Euro für Super E10. Wer am Montagmittag in Ludwigsburg tanken muss, zahlt Preise, die noch vor Kurzem kaum vorstellbar schienen. Bundesweit ist Benzin bereits so teuer wie nie – und auch der Diesel steht kurz vor einem Rekordhoch. Eine schnelle Entlastung für Autofahrer ist nicht in Sicht. Und wer derzeit volltanken muss, bekommt die Folgen der angespannten Lage auf den Energiemärkten unmittelbar zu spüren.
Super E10 erreicht Rekordhoch
Bundesweit hat Super E10 bereits einen neuen Höchststand erreicht. Im Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete ein Liter nach Angaben des ADAC 2,27 Euro – 1,7 Cent mehr als noch am Freitag. Diesel verteuerte sich innerhalb von zwei Tagen sogar um 3,5 Cent auf 2,40 Euro je Liter. Damit liegt der Dieselpreis nur noch 4,3 Cent unter seinem bisherigen Rekordwert aus dem April. Besonders deutlich aber wird der Preissprung im Vergleich mit Ende August: Seit dem 30. August ist Super E10 um gut zwölf Cent pro Liter teurer geworden, Diesel sogar um mehr als 20 Cent.
Ein wichtiger Grund dafür sind die gestiegenen Rohölpreise. Die Märkte reagieren derzeit nervös auf die Lage im Nahen Osten, weil sie Lieferausfälle und Engpässe befürchten. Verschärft wurde die Situation zuletzt dadurch, dass Saudi-Arabien nach Drohnenangriffen eine wichtige Pipeline abschalten musste. Werden weniger Öl-Lieferungen erwartet oder drohen Transportwege auszufallen, steigt in der Regel der Preis für Rohöl – und mit etwas Verzögerung meist auch der Preis an den Tankstellen.
Kommen jetzt drei Euro pro Liter?
Der Tankstellen-Interessenverband erklärt, dass Preise um drei Euro grundsätzlich möglich wären. An einzelnen Autobahntankstellen werden solche Werte bereits erreicht. Der ADAC wiederum hält einen bundesweiten Dieselpreis von drei Euro derzeit für unwahrscheinlich. Dafür müssten die Preise auf den internationalen Ölmärkten nochmals deutlich steigen.
Gleichzeitig kritisiert der ADAC, dass sich die hohen Preise an den Zapfsäulen nicht vollständig mit Ölpreis und Wechselkurs erklären ließen. Er fordert mehr Transparenz bei Raffinerien und Großhandel.
Wie man sparen kann
Autofahrer sollten derzeit besonders auf den Zeitpunkt achten. Die Spritpreise schwanken im Tagesverlauf stark. Unterschiede von mehr als 20 Cent pro Liter sind möglich. Preisvergleichs-Seiten im Internet wie etwa clever-tanken.de sowie Apps können helfen, Geld an der Zapfsäule zu sparen. Auch Autobahntankstellen sollten Autofahrer nach Möglichkeit meiden, dort ist Kraftstoff oftmals deutlich teurer.



