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Ditzinger Lebenslauf: Baumstammläufer André Schiele wieder mit dabei

André Schiele aus Ingersheim organisiert zwei Veranstaltungen im Rahmen des 24. Ditzinger Lebenslaufs

Auch beim Süwag-Lauf am 19. März in Pleidelsheim war André Schüle mit seinem Baumstamm auf der Schulter am Start. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Auch beim Süwag-Lauf am 19. März in Pleidelsheim war André Schüle mit seinem Baumstamm auf der Schulter am Start. Archivfoto: Holm Wolschendorf

Ingersheim/Ditzingen. Nein, als beschwerlich empfindet es der Ingersheimer André Schiele nicht, wenn er mit einem 14 Kilo schweren Baumstamm auf der Schulter einen Halbmarathon absolviert. „Das Problem ist nur, dass er mir irgendwann wehtut“, sagt der Hobbyläufer. So ab 15 bis 20 Kilometer fängt es an zu schmerzen. Dann wird kurzerhand von der einen auf die andere Seite gewechselt, um die Schulter zu entlasten. Dass er schon immer eine gute Nackenmuskulatur hatte, komme ihm dabei entgegen. Angefangen hat er vor drei Jahren mit dem Stamm eines Apfelbaums, um den er ein Vlies wickelte, um sich vor Aufschürfungen zu schützen. „Er war sehr knochig“, erinnert sich der 47-Jährige. Nadelholzstämme kann er auch nicht verwenden, weil er gegen das Harz allergisch ist. So kam er auf Buche, die eine sehr glatte Struktur hat. Daran hat er sich mittlerweile gewöhnt und spult damit Kilometer für Kilometer ab.

Am Anfang war ein Muskelfaserriss

Doch wie wird man Baumstammläufer? Schiele spricht darüber, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Seit seiner Kindheit hat er beim FV Ingersheim Fußball gespielt. Danach ist er „sporadisch gelaufen“, wie er sagt. Doch als er sich vor fünf Jahren beim Kicken mit Kumpels einen Muskelfaserriss zuzog, war für ihn klar, dass er wieder regelmäßig Sport treiben muss. Er intensivierte das Lauftraining und absolvierte bereits ein Jahr später einen Halbmarathon (21,1 Kilometer) und sogar einen Marathon (42,2 Kilometer). Als er beim Fackellauf in Bietigheim-Bissingen den Baumstammläufer Mehmet Topyürek aus Heilbronn kennenlernte, war für Schiele klar, dass er fortan auch mit einem Baumstamm auf den Schultern laufen möchte. „Als normaler Läufer ist man nur einer unter vielen“, sagt er. Mit einem Baumstamm werde man dagegen von den Zuschauern an der Strecke ganz besonders wahrgenommen und angefeuert. „Das beflügelt und motiviert“, sagt er.

André Schiele ist verheiratet und hat drei Kinder. Er ist gelernter Metzger, arbeitet mittlerweile aber im Gartenbau. Mit seinem sportlichen Hobby möchte Schiele anderen helfen. So ist er auf den Ditzinger Lebenslauf gestoßen, bei dem Jahr für Jahr Spenden für den baden-württembergischen Landesverband Mukoviszidose gesammelt werden. Dort ist er mehrmals im Team der Ditzinger Glemstalhexen mitgelaufen. Doch seit der Coronapandemie findet der Lebenslauf nicht mehr in Präsenz statt. Also läuft er allein und versucht bereits im Vorfeld, so viele Menschen wie möglich zum Spenden zu bewegen. Und wenn sich die Gelegenheit ergibt, spricht er beim Laufen auch Leute direkt an, um sie dazu zu animieren, für den guten Zweck zu spenden.

24 Mitläufer gesucht

Für den 24. Ditzinger Lebenslauf, der in diesem Jahr unter dem Motto „24“ stattfindet, hat sich André Schiele etwas Spezielles ausgedacht. Weil es dabei keine festgelegte Strecke gibt und jeder im Zeitraum vom 1. bis 10. April eine eigene Aktion starten und Kilometer für den Mukoviszidoseverein sammeln kann, wird Schiele in Ingersheim zwei Läufe organisieren. Einer über acht Kilometer findet am Samstag, 2. April, und ein weiterer über 24 Kilometer am Sonntag, 10. April, statt. Passend zum Motto sucht er jeweils mindestens 24 Mitläufer, die wie er mit einem Baumstamm an den Start gehen. „Das kann auch ein Zweigle sein, schließlich geht es um den guten Zweck“, sagt Schiele. Wer es schwerer haben möchte, kann je nach Geschmack und Konstitution aus Baumstämmen von zwei bis zehn Kilogramm wählen.

Bürgermeisterin Simone Lehnert läuft mit

Für den Lauf über die kürzere Distanz konnte Schiele Bürgermeisterin Simone Lehnert als Teilnehmerin gewinnen. „Es ist mir ein Herzensanliegen“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie selbst habe in ihrer Familie erfahren müssen, wie schlimm die Krankheit Mukoviszidose ist. Ihre Nichte sei im Alter von 16 Jahren daran gestorben. Deshalb möchte sie es sich nicht nehmen lassen, mitzulaufen. Einen mehrere Kilogramm schweren Baumstamm wird sie dabei freilich nicht tragen. Aber: „Irgendein kleineres Stück werde ich schon schultern“, kündigt die Verwaltungschefin an.

André Schiele hingegen wird das Gewicht seines Baumstamms von der Höhe seiner im Vorfeld gesammelten Spenden abhängig machen. „Ich schultere in jedem Fall mindestens zehn Kilogramm, sollten wir einen Betrag von über 1000 Euro zusammenbekommen, wächst er auf 15, bei 2000 Euro auf 20 Kilogramm“, sagt Schiele.

Info: Wer mitlaufen oder spenden möchte, schreibt eine E-Mail an info@andre-schiele.de. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Baumstammläufers unter der Adresse www.andre-schiele.de.

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