Logo

Eine starke Mischung äußerst feiner Klänge

Der Liederkranz Erligheim wurde in diesem Jahr 175 Jahre alt. Zum adventlichen Ausklang des Festjahrs veranstaltete der Chor ein Konzert, bei dem er nur kurz aktiv involviert war: Die Verantwortlichen luden den „Don Kosaken Chor Serge Jaroff“ ein.

Sorgt für einen unvergleichlichen Musikabend: der Don Kosaken Chor Serge Jaroff. Foto: Alfred Drossel
Sorgt für einen unvergleichlichen Musikabend: der Don Kosaken Chor Serge Jaroff. Foto: Alfred Drossel

Erligheim. Ein Jubiläumsjahr ist für einen Verein auf der einen Seite ein großes, weil freudiges Ereignis. Auf der anderen gibt es viele Dinge zu organisieren und nicht zuletzt zahlreiche Auftritte zu absolvieren. Nach einem gelungenen eigenen Kirchenkonzert im Herbst luden die Verantwortlichen des Liederkranzes Erligheim für die Weihnachtsfeier im Jahr ihres 175-jährigen Bestehens am Samstagabend musikalische Gäste ein. „Wir beschenken uns quasi selbst“, sagte Herbert Mayer, erster Vorsitzender des Liederkranzes.

Zum zweiten Mal nach 2006 gastierte der „Don Kosaken Chor Serge Jaroff“ in der Erligheimer August-Holder-Halle. Sie sind das Original, das als Vorbild zahlreicher anderer Chöre fungiert. Die mit 400 Personen ausverkaufte Halle zeigte, dass diese Musikrichtung in der Region sehr beliebt ist.

Der heutige Chorleiter Wanja Hlibka entstammt der strengen Schule seines Vorgängers und Lehrmeisters Serge Jaroff, nach dem der Chor benannt ist. Zwölf Jahre konnte Hlibka sich die wichtigsten Elemente als Sänger anschauen und verinnerlichen. Die Umsetzung erfolgt nun mit 20 Mitstreitern. Der Chor ist dabei keine unbekannte Größe in seiner Heimat. Die Sänger waren schon in zahlreichen Opernhäusern Russlands unterwegs und gehen auch regelmäßig auf Tour. So brachten sie am Samstagabend die vertonte russische Seele zu ihren Freunden nach Erligheim und begeisterten dabei ihr Publikum.

Der Beginn gehörte jedoch dem Liederkranz Erligheim selbst. Er interpretierte die „Hymne an die Nacht“ sowie „Winternächtges Schweigen“ einfühlsam und öffnete den russischen Gästen klanglich die Tür. Danach kam die Gruppe der Don Kosaken auf die Bühne. Mit ihren Kostümen und bühnenerfahrener Ausstrahlung hatten sie sofort die gesamte Aufmerksamkeit auf ihrer Seite. Immerhin war das „Credo“ eindringlich gehalten. Die Don Kosaken schafften es, Sanftheit, Stärke und Präzision zu vereinbaren. Vor allem die Modulation beherrschen die Sänger exzellent. Auch bei „Die zwölf Räuber“ kam ihnen diese Fertigkeit zu Gute.

Der Fokus legte sich bei „Ave Maria“ auf den Sopran. Wie von Zauberhand schaffte es ein Teil der Künstler, die Stimmen um eine Oktave zu erhöhen. So erreichten sie bei dem atmosphärischen Marienlied die hohe Lage. Die Gäste in der Halle waren zuerst gebannt und applaudierten danach frenetisch. Nicht viel anders war es bei „Leise rieselt der Schnee“. Die Don Kosaken hatten den deutschen Weihnachtsklassiker auswendig gelernt und trugen ihn makellos vor.

Das gesamte Repertoire war eine gute Mischung aus russischen Traditionals und mitteleuropäischer Weihnachtsmusik. Mit dieser Kombination bereiteten die Sänger ihren Besuchern einen unvergleichlichen Musikabend in der August-Holder-Halle.

Autor: