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ÖPNV

„Endlich Nägel mit Köpfen machen“

Treffen von Interessenvertretern an einem Bahnübergang – Werbung für die rasche Aktivierung der Stadtbahntrasse

Mit Heckenscheren legen die Interessenvertreter symbolisch einen Bahnübergang frei. Foto: Ramona Theiss
Mit Heckenscheren legen die Interessenvertreter symbolisch einen Bahnübergang frei. Foto: Ramona Theiss

MÖGLINGEN. Ausgerüstet mit Heckenscheren und Sägen haben sich am Samstag ÖPNV-Interessenvertreter zu einer symbolischen Freischnittaktion an einem Bahnübergang in Möglingen getroffen. Ein fraktionsübergreifendes Statement: Neben den Grünen, waren auch Vertreter der Freien Wähler, CDU, SPD, Linken und ÖDP gekommen. Mit der Aktion warb der ökologische Verkehrsclub VCD mit der Unterstützung von Politikerinnen und Politikern aus dem Land- und dem Kreistag für die rasche Reaktivierung der gut acht Kilometer langen Bahnlinie Ludwigsburg – Markgröningen. Der Abschnitt gilt als Teilprojekt des Ludwigsburger Stadtbahn.

„Seit dem Beschluss zur Stadtbahn sind inzwischen zwei Rodungsperioden ungenutzt verstrichen“, beklagte VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb die bisherige Untätigkeit im Ludwigsburger Kreishaus. Das Wurzelwerk der Bäume würde die Strecke immer weiter beschädigen.

Noch nie seien die finanziellen Voraussetzungen auf Fördermittel des Bundes und des Landes für die Reaktivierung und Elektrifizierung von Bahnlinien so gut gewesen wie heute, betonte Lieb mit Verweis auf die vergangene Woche in Berlin beschlossene Neufassung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes. „Wir müssen Nägel mit Köpfen machen!“ Der Landtagsabgeordnete Jürgen Walter monierte, dass obwohl schon Mitte der 1990er Jahre Gutachten erstellt worden seien, man „immer wieder nichts getan“ habe. Mit einem Kosten-Nutzen-Faktor von 6,0 sei sie die wirtschaftlichste der untersuchten Strecken.

„Hier gibt es jetzt eine Trasse – es ist im Prinzip alles da“, kritisierte CDU-Kreisrat Hans Schmid (CDU) die Verwahrlosung der Trasse. „Man hätte die Strecke frei halten können und müssen“, bekräftigte der Landtagsabgeordnete Daniel Renkonen.

Der Dritte im Bunde der Landtagsabgeordneten, Markus Rösler, zeigte sich kämpferisch: „Wir sind ungeduldig! Nächsten Winter muss freigeschnitten werden!“ „Und bis dahin muss man erst mal den Zweckverband gründen, sonst tut sich gar nichts“, ergänzte Grünen-Kreisrätin Doris Renninger. Ihre Kollegin Brigitte Muras aus Möglingen unterstrich: „Wir stehen hundertpro für die Reaktivierung der Strecke.“ Mit Blick auf das viele Grün, das weggeschnitten werden müsse, sollten frühzeitig Flächen gesucht werden, „wo man ein bisschen ausgleicht“.

Markus Rösler tritt zudem ein für eine Anbindung des Unternehmens Bosch in Schwieberdingen mit 7000 Mitarbeitern, darunter inzwischen auch 200 Mitarbeitern aus Indien. „Von denen hat fast keiner ein Auto oder einen Führerschein. Die sind auf den ÖPNV angewiesen.“

Neben der Politik zeigte auch die Stadtbahn Initiative Ludwigsburg Flagge. Sie fordert eine durchgehende Verbindung von Markgröningen über Ludwigsburg, Pattonville bis Remseck. „Wir wollen, dass Ludwigsburg optimal angebunden wird“, so Marlies Heinzler. „Es ist wichtig, dass man die Planung zügig voranbringt“, sagte sie.

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