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Bauarbeiten

Erst die Brücke, dann der Kreisverkehr

Mitte des Jahres sollen die Arbeiten für die neue B-27-Enzbrücke zwischen Besigheim und Walheim beginnen. Mehr als ein Jahr wird es dauern, bis der Neubau steht. Die Umsetzung dieses Großprojekts dürfte auch in Gemmrigheim mit Interesse verfolgt werden. Denn wenn die Brücke fertig ist, soll es für die Kommune den ersehnten Kreisverkehr am Ortsausgang Richtung Kirchheim geben. Mit den Planungen hierfür will das Landratsamt Ludwigsburg jetzt beginnen.

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Im Sommer soll die Sanierung der Enzbrücke zwischen Besigheim und Walheim beginnen (oberes Foto). Danach könnte der Bau des Kreisverkehrs am Gemmrigheimer Ortsausgang Richtung Kirchheim starten. Archivfotos: Holm Wolschendorf/Ramona Theiss
Im Sommer soll die Sanierung der Enzbrücke zwischen Besigheim und Walheim beginnen (oberes Foto). Danach könnte der Bau des Kreisverkehrs am Gemmrigheimer Ortsausgang Richtung Kirchheim starten. Foto: Holm Wolschendorf/Ramona Theiss

Besigheim/Gemmrigheim. Als die E-Mail des Landratamts Ludwigsburg bei Gemmrigheims Bürgermeister Dr. Jörg Frauhammer eingegangen ist, hat er gejubelt. Die Freude ist verständlich, schließlich wurde in dem Schreiben etwas angekündigt, für das sich die Kommune seit langer Zeit starkgemacht hat: ein Kreisverkehr am Ortsausgang Richtung Kirchheim.

Gerade in Stoßzeiten ist es dort kaum möglich, von Gemmrigheim kommend auf die Kreisstraße aufzufahren – vor allem, wenn die Richtung über die Kirchheimer Neckarbrücke eingeschlagen werden soll. Aber auch in Richtung Autobahn rollt viel Verkehr. Außerdem passieren auf der abschüssigen Kreisstraße zwischen Ottmarsheim, Neckarwestheim und Kirchheim/Gemmrigheim immer wieder Unfälle. Der Abschnitt bei Gemmrigheim ist offiziell aber nicht als Unfallschwerpunkt ausgewiesen.

Die Rufe aus Gemmrigheim nach einem entlastenden Kreisverkehr wurden nicht erhört – bis jetzt.

So viel Zutun von der Kommune selbst sei jetzt gar nicht nötig gewesen, bekannte Frauhammer. Auch wenn er betont: „Wir haben es bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten angebracht, dass wir den Kreisverkehr wollen.“ Und das werde nun von einer Studie bestätigt. Diese Studie, auf die sich Frauhammer bezieht, stammt vom Regierungspräsidium Stuttgart. Diese Behörde verantwortet den Neubau der B-27-Enzbrücke (siehe „Neubau dauert mehr als ein Jahr“) und hat dazu, wie berichtet, im Vorfeld eine Verkehrszählung gemacht und auch die Leistungsfähigkeit eines Kreisverkehrs untersuchen lassen. Dabei zeigte sich, dass dieser aktuell und auch in der Prognose 2030 die leistungsfähigste Variante wäre. „Insofern mussten wir dann niemanden mehr überzeugen“, sagt Jörg Frauhammer, der die Gemmrigheimer Belange jetzt wissenschaftlich untermauert sieht. Das Landratsamt wolle jetzt bereits mit der Planung beginnen und die Zeit während der Arbeiten an der Enzbrücke für die Vorbereitung nutzen. Denn klar ist: Bevor die Brücke nicht steht, wird es keinen Kreisverkehr geben.

Die einstige Variante, während der Arbeiten in Besigheim einen provisorischen Kreisverkehr bei Gemmrigheim zu errichten, ist vom Tisch. Das hat folgenden Grund, wie Dr. Andreas Fritz, Sprecher des Landratsamts Ludwigsburg, auf Nachfrage mitteilt: „Während des Neubaus der Enzbrücke gibt es durch den Umleitungsverkehr ein erhöhtes Verkehrsaufkommen an der betreffenden Kreuzung in Gemmrigheim. Dies kann mit einer provisorischen Ampel besser bewältigt werden als mit einem Kreisverkehr.“ Ist die Brücke gebaut, kehren sich die Verhältnisse um – „der Kreisverkehr wickelt dann den geringen Verkehr besser ab als eine Ampel“. Diesem Ergebnis des Regierungspräsidiums schließe sich das Landratsamt an. Es läuft alles darauf hinaus, dass im Jahr 2022 der Kreisverkehr in Gemmrigheim in Angriff genommen wird – vorausgesetzt, die zuständigen Gremien des Kreistags stimmen dem Projekt zu.

Neubau dauert mehr als ein Jahr

Anfang des Jahres sollen die Arbeiten für den Neubau der Enzbrücke, über die die B.27 von Besigheim nach Walheim führt, ausgeschrieben werden. Wie das zuständige Regierungspräsidium Stuttgart auf Nachfrage mitteilt, könne voraussichtlich Mitte 2020 mit dem Bau begonnen werden.

Wie mehrfach berichtet, wird die marode Brücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. „Da der Ersatzneubau der Brücke neben dem Bestandsbau entsteht, kann die bestehende Verkehrsführung weitestgehend aufrechterhalten werden“, teilt die Behörde mit. Dennoch seien für einzelne Bauphasen halbseitige Sperrungen beziehungsweise Vollsperrungen erforderlich. Für diese Bauphasen seien entsprechende Umleitungen vorgesehen. Wie der Verkehr geleitet werden soll, wird voraussichtlich im Februar bei einer Verkehrsbesprechung mit Vertretern der betroffenen Kommunen, des Landratsamts Ludwigsburg sowie der Polizei diskutiert.

Das Regierungspräsidium geht momentan davon aus, dass 14 Monate an der neuen Brücke gebaut wird; für die Abbrucharbeiten und den Rückbau der Straßenanschlüsse werden derzeit drei Monate veranschlagt. Während der gesamten Bauzeit soll eine provisorische Ampelanlage aufgestellt werden.

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