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Neue Förderung
Extraunterricht für besonders gute junge Musiker

Yann Fröbel, Miriam Reich, Amira Iqbal, Sarah Bäuerle und Johannes Larsson (von links) bekommen die Förderung, Benjamin Walker war bei der Überreichung der entsprechenden Urkunden dabei. Foto: Musikschule
Yann Fröbel, Miriam Reich, Amira Iqbal, Sarah Bäuerle und Johannes Larsson (von links) bekommen die Förderung, Benjamin Walker war bei der Überreichung der entsprechenden Urkunden dabei. Foto: Musikschule
An der Musikschule Schwieberdingen wird ab September eine Begabtenklasse eingerichtet. Möglich macht das die noch recht junge Walker-Stiftung.

Schwieberdingen. „Musikalisches Talent ist ein besonderes Geschenk und es zu entdecken und zu fördern ist eines der Ziele, denen sich die Musikschule Schwieberdingen verschrieben hat“, so die Einrichtung – und passenderweise gibt es seit einigen Monaten im Ort eine Stiftung, die sich unter anderem die Förderung von Kunst und Kultur auf die Fahne geschrieben hat: die Walker-Stiftung. Beide zusammen ermöglichen nun eine Begabtenklasse. Eine solche gab es bereits vor vielen Jahren schon einmal, so Nicole Walker, seit Jahresanfang Musikschulleiterin. Verheiratet ist sie mit Benjamin Walker, Stellvertreter seines Bruders Tobias, der Vorstand der Stiftung.

Leistung im Vorspiel bringt Extraminuten

In der Begabtenklasse sollen Kinder und Jugendliche gefördert werden, die, laut Ausschreibung, „durch besonderes Engagement und Motivation im Unterricht hervorstechen“. Die Schüler erhalten dazu eine Verlängerung ihrer bestehenden Unterrichtszeit um 15 Minuten. Die Förderung beläuft sich auf ein Schuljahr und kann durch ein erneut erfolgreich absolviertes Vorspiel verlängert werden.

Einem solchen hatten sich Mitte Juli zehn Bewerberinnen und Bewerber gestellt, die unter anderem durch ihre Lehrkraft an der Schwieberdinger Musikschule empfohlen worden waren. Die Entscheidung, wer die Förderung erhalten soll, sei der achtköpfigen Jury nicht einfach gemacht worden. „Sowohl Leitung, Fachlehrer und die Stiftungs-Kuratorin Elke Brenner waren sehr beeindruckt von den Vorträgen der acht- bis 18-jährigen Schülerinnen und Schülern“, heißt es dazu in einer Mitteilung. Zwei der gewählten Talente spielen Geige (Amira Iqbal und Yann Fröbel), dazu kommen Gitarre (Miriam Reich), Cello (Johannes Larsson) und einmal Klavier (Sarah Bäuerle).

Viele weitere soziale Projekte...

Das Engagement bei der Musikschule ist aber nicht das einzige bislang – und soll es auch nicht bleiben, so Benjamin Walker. Leitspruch sei ein Zitat von Albert Schweitzer: „Bewahren von Dankbarkeit besteht darin, dass ich für alles, was ich Gutes empfangen habe, Gutes tue.“ In diesem Sinne und in Anerkennung der Lebensleistung ihrer verstorbenen Großeltern Helga und Alfred Walker habe man sich zur Gründung der Stiftung entschlossen, die Ende 2021 auch vom zuständigen Regierungspräsidium anerkannt wurde. Ausgestattet wurde sie mit einem Vermögen über 200.000 Euro, jährlich sollen 35 bis 40.000 Euro zur Verfügung stehen, sowohl für einmalige wie auch langfristige Zwecke, so Benjamin Walker. Zu Letzterem gehört für ihn auch die Förderung der musikalischen Früherziehung über eine Stunde pro Woche für alle Kinder in der Kita Sonnenschein.

Der Stiftungszweck sei aber nicht nur auf Kunst und Kultur ausgerichtet. Gefördert werden auch soziale Projekte wie die Beschaffung einer mobilen Sanitätsstation des DRK Schwieberdingen, der Wünschewagen des ASB Ludwigsburg, die Familienherberge Lebensweg – sie bietet Familien mit schwerstkranken Kindern die Möglichkeit zur Regeneration – sowie das Projekt „Wir lernen Familie“ (WIF) der Evangelischen Jugendhilfe Hochdorf in Pleidelsheim, geplant ist überdies ein Projekt mit der Glemstalschule.

... auch im Ausland

Schon ganz lange zurück reicht das Engagement für „ora International“. Die Großeltern Walker hatten in Chiperceni (Republik Moldau) das Walkerhaus gegründet, ein Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche in der Gemeinde, die dort nach der Schule warmes Essen und eine Hausaufgabenbetreuung sowie Angebote an verschiedenen kreativen oder sportlichen Aktivitäten bekommen. Der Kontakt ging zwischenzeitlich zwar verloren, wurde durch die Stiftung aber wieder aufgenommen, die auch die laufenden Heizkosten sichert. Zudem hilft sie ora International bei der Finanzierung eines neuen Kleinbusses, um alle fünf Kinderzentren in dem Land und das von ora Moldova betriebene Altersheim regelmäßig mit Sachspenden und Obst und Gemüse aus der eigenen Ernte zu versorgen. In den Sommerferien wird das Auto zusätzlich für Ausflüge mit den Patenkindern genutzt.