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Kriminalitätsstatistik
Es wird weniger geklaut im Südwesten

Symbolfoto Ladendiebstahl
Es wird weniger geklaut im Südwesten. (Symbolbild) Foto: Bernd Weißbrod
Die Zahl der Diebstähle im Südwesten sinkt deutlich – auf den niedrigsten Stand seit langem. Doch die Schadenssumme bleibt hoch. Innenminister Strobl warnt vor Sorglosigkeit.

Stuttgart. Ein Lippenstift in der Drogerie, ein Geldbeutel auf dem Weihnachtsmarkt, ein Fahrrad auf dem Campus: Rund alle drei Minuten findet in Baden-Württemberg ein Diebstahl statt – zumindest einer, der bei der Polizei aktenkundig wird. Klingt erst mal viel, doch die Zahl der Diebstähle in Baden-Württemberg sinkt. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 158.189 Fälle und damit 8,3 Prozent weniger als im Vorjahr. 

Das sei der zweitniedrigste Stand der vergangenen zehn Jahre, wenn man die kriminalitätsarmen Pandemiejahre nicht mitrechne, teilte das Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur mit. Seit 2016 sei die Zahl der Diebstähle um 25,7 Prozent gesunken – das sind rund 55.000 Fälle pro Jahr weniger als damals. «Das heißt, es wird pro Woche über 1.000 Mal weniger gestohlen als vor 10 Jahren», sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU).

Auch bei der Aufklärung sieht die Statistik einen Höchstwert: 38,1 Prozent der Diebstahlfälle wurden aufgeklärt, wie das Ministerium mitteilt – so viele wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. «Das zeigt, dass die Polizei sich erfolgreich und mit langem Atem kümmert», sagte Strobl. Diebstahlsdelikte machen mit 28,7 Prozent weiterhin den größten Anteil (28,7 Prozent) an allen registrierten Straftaten aus. Rund ein Viertel entfällt auf Ladendiebstähle, jeweils etwa elf Prozent auf Fahrrad- sowie auf Diebstähle an oder aus Kraftwagen.

Schäden in Millionenhöhe

Trotz sinkender Fallzahlen bleibt der wirtschaftliche Schaden erheblich. Die Schadenssumme ging zwar im vergangenen Jahr um 10,4 Prozent auf rund 220 Millionen Euro zurück – nach 246 Millionen Euro im Vorjahr. Dennoch ist dies laut Ministerium die zweithöchste Schadenssumme der vergangenen Dekade. Das habe auch mit den allgemeinen Preissteigerungen zu tun sowie mit einer zunehmenden Professionalisierung und Spezialisierung der Täter auf hochwertige Güter. Hinzu kämen Sachschäden, die bei den Diebstählen zusätzlich entstünden.

Strobl appellierte deshalb an die Bevölkerung: «Diebe nutzen jede günstige Gelegenheit – nicht abgeschlossene Fahrräder, offene Autofenster, ungesicherte Waren. Deshalb achten Sie auf Ihre Wertgegenstände und Ihre Mitmenschen, bleiben Sie aufmerksam, wachsam, achtsam.» Es werde zwar weniger geklaut, aber der Diebstahl sei nicht verschwunden.

© dpa-infocom, dpa:260219-930-706211/1