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Land meldet Programmfehler
Softwarepanne: An diesen Schulen im Kreis Ludwigsburg gab es falsche Abizeugnisse

In Baden-Württemberg ist es zu einer Panne bei der Berechnung der Abiturzeugnisse gekommen.
In Baden-Württemberg ist es zu einer Panne bei der Berechnung der Abiturzeugnisse gekommen. Foto: dpa
In Baden-Württemberg sind wegen eines Programmfehlers Dutzende falsche Abiturzeugnisse ausgegeben worden. Auch der Kreis Ludwigsburg ist betroffen.

Kreis Ludwigsburg. 29.000 Abiturienten und Abiturienten haben in diesem Schuljahr ihr Abitur in Baden-Württemberg gemacht. Doch nicht alle von ihnen haben am Ende auch die Note auf dem Zeugnis stehen gehabt, die ihnen zusteht.

Wie das Kultusministerium mitteilte, hat eine Software-Panne beim kommerziellen Anbieter „cmh“ die Probleme verursacht. Deren Programm Winprosa wird an vielen Schulen zur Verwaltung und Planung genutzt. Obwohl die überwiegende Zahl der Abiturnoten, die mit Winprosa berechnet wurden, offenbar korrekt ist, soll es landesweit bei rund 100 Schülerinnen und Schülern von rund 50 Gymnasien zu Fehlern gekommen sein. Ihnen wurden fehlerhafte Abiturzeugnisse ausgestellt. In knapp 70 Fällen hat das sogar Auswirkungen auf den Notendurchschnitt des Abiturs.

Gymnasien aus dem Kreis betroffen

Betroffen von der Panne sind auch vier Schulen aus dem Kreis Ludwigsburg: das Alfred-Amann-Gymnasium in Bönnigheim, das Gymnasium in der Glemsaue in Ditzingen, das Lise-Meitner-Gymnasium in Remseck und das Stromberg-Gymnasium in Vaihingen. Laut Angaben des Ministeriums ist jeweils ein Zeugnis an den betreffenden Schulen fehlerhaft.

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, seien die Schulen derzeit dabei, mit den betroffenen Abiturientinnen und Abiturienten die Korrektur der fehlerhaften Zeugnisse vorzunehmen. Dadurch verändern sich in diesen Fällen die Abiturdurchschnittsnoten. „In allen Fällen wurde das Abitur trotzdem bestanden“, stellte das Kultusministerium zur allgemeinen Beruhigung fest.

Wie geht es jetzt weiter?

Viele Studierende stehen im Begriff, sich für Studienplätze zu bewerben. Kultus- und Wissenschaftsministerium bemühen sich darum, für die Absolventen eine pragmatische Anpassung der Abiturnoten im laufenden Bewerbungsverfahren zu ermöglichen. Für die betroffenen Schülerinnen und Schüler wurde eine direkte Anlaufstelle eingerichtet, zu der sie über die Schule Kontakt erhalten.

Für das kommende Schuljahr will das Kultusministerium sicherstellen, dass alle öffentlichen Gymnasien und Gemeinschaftsschulen die Schulverwaltungssoftware des Landes nutzen. Mit dem für die Software zuständigen Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg solle das Programm gemeinsam optimiert werden.

Scharfe Kritik vom Lehrerverband

Kritik an der erneuten IT-Panne äußerte am Montag der Philologenverband Baden-Württemberg. Erst im Vorjahr hatte ein Programmierfehler in einem Personalprogramm aus dem Jahr 2005 freie Stellen fälschlicherweise als besetzt ausgewiesen und für einen Skandal gesorgt. Über Jahre hinweg waren deshalb bis zu 2.500 Stellen unbemerkt unbesetzt geblieben.

„Es ist absolut inakzeptabel, dass Schulen sowie Abiturientinnen und Abiturienten eklatante IT-Mängel ausbaden müssen“, betont die Landesvorsitzende Martina Scherer. Durch die stockende Umstellung auf das landeseigene Programm habe das Kultusministerium potenzielle Fehler billigend in Kauf genommen und trage somit eine Mitschuld.

Ministerium und Softwarefirma bedauern Panne

Festgestellt wurde die fehlerhafte Berechnung mit der Winprosa-Software durch eine veranlasste Überprüfung an einem Gymnasium. Anschließend wurden alle Schulabteilungen zur Kontrolle der mit dem Programm berechneten Zeugnisse angehalten.

In seiner Mitteilung drückte das Kultusministerium sein Bedauern für die entstandenen Unannehmlichkeiten für die betroffenen

Absolventinnen und Absolventen aus. Gemeinsam mit den Schulen arbeite man daran, den Vorgang zügig abzuschließen. Auch die Firma cmh bekundete ihr Bedauern. Der Anbieter stand nach eigenen Angaben seit dem ersten Aufkommen von Problemen an einigen Schulen Mitte Juni mit den von ihm betreuten Schulen in Kontakt und suchte nach Lösungen. Eine Problemanzeige an die Schulaufsicht erfolgte laut Kultusministerium jedoch nicht.

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