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Frankenbahn: Petition für Entschädigung gestartet

Gruppe rund um die Junge Union sammelt Unterschriften im Internet – Sorge, dass nur andere Bahnstrecken berücksichtigt werden

Auch im nördlichen Landkreis Ludwigsburg – wie hier in Besigheim – gibt es Probleme auf der Strecke der Frankenbahn. Archivfoto: Alfred Drossel
Auch im nördlichen Landkreis Ludwigsburg – wie hier in Besigheim – gibt es Probleme auf der Strecke der Frankenbahn. Foto: Alfred Drossel

Besigheim. Pendler im Südwesten, die von Zugausfällen und Verspätungen regionaler Bahnen betroffen sind und Dauerkarten haben, sollen eine einmalige Entschädigung erhalten. Das hatte das Verkehrsministerium am Donnerstag bekanntgegeben (wir berichteten). Eine Gruppe von Pendlern und Gemeinderäten aus dem nördlichen Landkreis fordert nun, dass auch die Fahrgäste auf der Frankenbahn davon profitieren sollen. Deshalb haben sie eine Online-Petition gestartet.

Die Initiatoren der Petition um Christian Schäuffele (Erligheim), Valentina Likic (Besigheim), Patrik Reutter (Walheim), Achim Schober (Besigheim) und Tobias Vogt (Kirchheim) stehen der Jungen Union Neckar-Enz nahe und wollen mit dieser Petition eine Entschädigung für die Fahrgäste auf der Frankenbahn durchsetzen. Die Petition ist bereits gestartet und soll für sechs Monate laufen. Sie richtet sich an den Petitionsausschuss des Landtages von Baden-Württemberg.

„Seit Monaten leiden die Bahnfahrer in Baden-Württemberg unter massiven Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Insbesondere auf der Frankenbahn sind die zahlreichen Verspätungen, Zugausfälle und fehlende Kapazitäten der verkehrenden Verbindungen nicht tragbar. Fehlende Ticketautomaten sind dabei nur noch die Spitze des Eisbergs“, teilen die Initiatoren mit.

Das Land hat bereits angekündigt, dass von Zugausfällen und Verspätungen gebeutelte Bahnpendler in Baden-Württemberg eine Entschädigung erhalten sollen. Doch Christian Schäuffele und seine Mitstreiter befürchten nun, dass davon lediglich Pendler auf der Filstalbahn und der Remsbahn profitieren könnten. Diese Strecken sind seit dem Betreiberwechsel zu Go-Ahead massiv von Verspätungen und Zugausfällen betroffen. Dieselben Probleme beklagen aber auch die Pendler auf der Frankenbahn, doch hier schon seit langem. „Wir befürchten, dass nur für die Strecken Entschädigungen gezahlt werden sollen, auf denen sich die Situation erst zuletzt massiv verschlechtert hat“, erläutert Christian Schäuffele auf Nachfrage. Das dürfe aber nicht sein. Laut Auskunft des Verkehrsministeriums wird derzeit erst an einer Aufstellung der betroffenen Bahnstrecken gearbeitet.

Die Initiatoren der Petition gehen mit ihrer Kritik noch weiter: Die Versprechen von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), dass mit den neuen Anbietern alles besser würde, hätten sich ins Gegenteil verkehrt. Abellio und Go-Ahead bedienen mittlerweile die Strecke der Frankenbahn, davor war die Deutsche Bahn zuständig. „Wir finden es nicht akzeptabel, dass das Land von der schlechten Qualität finanziell profitiert und die Bahnfahrer leer ausgehen“, teilen die Initiatoren der Online-Petition weiter mit. Sie beziehen sich dabei unter anderem auf Strafzahlungen der Verkehrsunternehmen für verspätete oder ausgefallene Züge, die das Land erhält.

Schäuffele und seine Mitstreiter fordern deshalb eine Entschädigungszahlung vom Verkehrsministerium, besonders für Fahrgäste mit Monats- und Jahresabos, aber perspektivisch auch für Wochen- und Tagestickets.

Internet: www.onlinepetition.de/frankenbahn

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