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Frederik leistet ganze Arbeit

Solare Klärschlammtrocknung funktioniert gut trotz kleiner Schwierigkeiten

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Das elektrische Arbeitsschwein Frederik kämpft sich durch den Klärschlamm im Gruppenklärwerk Weidach. Archivfoto: Oliver Bürkle

Kirchheim. Als erste Kommune im Landkreis hatte Kirchheim eine Anlage zur solaren Klärschlammtrocknung in Betrieb genommen. Im Gruppenklärwerk Weidach, an dem Kirchheim und Bönnigheim beteiligt sind, soll dabei mit Hilfe von Solarenergie dem Schlamm Wasser entzogen werden. Dadurch reduziert sich die Schlammmenge deutlich (wir berichteten). Jetzt zogen die Verantwortlichen bei der Sitzung des Zweckverbandes eine erste Bilanz.

Das Fazit: „Die Anlage läuft richtig gut, hat aber noch mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen“, sagte der Verbandsvorsitzende und Kirchheimer Bürgermeister Uwe Seibold. So müsse in einigen Bereichen die Steuerung noch etwas angepasst werden.

Als Beispiele nannte Seibold die Ventilatoren, die noch anders programmiert werden müssten, und das Kernstück der Anlage, das elektrische Schwein. Für dieses sei die Betriebsbeschreibung nicht auf dem aktuellsten Stand. Das Arbeitsschweinchen mit Namen Frederik ist eine vollautomatische Edelstahlmaschine, die den Schlamm bis zu 20 mal am Tag wendet und so belüftet. Diese Schwierigkeiten sollen nun nach und nach behoben werden. Keinerlei Schwierigkeiten gebe es dagegen mit den befürchteten Geruchsbelästigungen, auch die Abfuhr des Klärschlamms bereite keine Probleme. Im Gegenteil: Musste man bisher den Klärschlamm nach Ostdeutschland transportieren, werde er jetzt nach Mannheim gefahren. Das schone die Umwelt und spare Kosten, freuten sich die Zweckverbandsmitglieder. Auch deshalb, weil durch die solare Trocknung viel weniger Schlamm anfällt als bisher. „Wir sollten prüfen, ob wir uns das als Ökopunkte anrechnen lassen können“, schlug Seibold vor.

Über drei Haushaltsjahre hat der Zweckverband die solare Klärschlammtrocknung finanziert – unterm Strich steht nun eine Gesamtsumme von knapp 799 000 Euro und damit „nahezu eine Punktlandung“, freute sich Seibold.

Dagegen stehen im nächsten Jahr nur kleinere Investitionen an: So soll unter anderem für 32 000 Euro ein Phosphatanalyser beschafft werden – eine Art kleines Labor, wie Abwassermeister Fritz Mohn erklärte.

Im nächsten Jahr müssen die am Gruppenklärwerk beteiligten Kommunen Kirchheim und Bönnigheim außerdem eine höhere Betriebskostenumlage zahlen: Sie steigt um 13 500 Euro auf rund 553 000 Euro. Kirchheim trägt davon den größten Teil, nämlich 548 000 Euro.