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Heimische Caravanfirmen profitieren von Boom

Neue Aussteller auch aus dem Kreis Ludwigsburg auf der CTM dabei – Große Nachfrage nach Reisemobilen und Fahrzeugvermietungen

Sehr gefragt bei der CMT ist der Caravaningbereich. Foto: Jürgen Schmidt
Sehr gefragt bei der CMT ist der Caravaningbereich. Foto: Jürgen Schmidt

Stuttgart. Seit sechs Jahren kennen Hersteller und Händler von Wohnmobilen und -anhängern nur eine Richtung: nach oben. Pünktlich zur Stuttgarter Reisemesse CMT verkündete der Caravaning-Industrieverband (CIVD) neue Rekorde. Die Branche hat demnach im vergangenen Jahr mit 11,7 Milliarden Euro so viel Umsatz erzielt wie noch nie zuvor, knapp vier Prozent mehr als im Jahr 2018.

Rekorde meldete der Verband auch bei den Zulassungszahlen. Die Neuzulassungen lagen um 13,6 Prozent über den Zahlen von 2018 und übersprangen erstmals die Marke von 80.000 Fahrzeugen; mit 54.000 sind Reisemobile dabei deutlich beliebter als Wohnanhänger.

Den Boom spüren auch die heimischen Aussteller auf der CMT. „Wir könnten 15 Stunden am Tag arbeiten, um die Nachfrage zu decken“, sagt beispielsweise Silvia Hellmann von Schafhäutle Reisemobile aus Kirchheim am Neckar. Das gelte sowohl für den Handel mit Caravans wie auch für das Vermietungsgeschäft. Das läuft auf der Messe sehr stark. „Die Leute wissen, dass sie sehr frühzeitig buchen müssen“, sagt die Schafhäutle-Mitarbeiterin.

„Wir sind mit allem zufrieden“, zieht Erich Herzog junior Halbzeitbilanz für die diesjährige CMT. Das ebenfalls in Kirchheim am Neckar ansässige, gleichnamige Familienunternehmen verkauft und vermietet nicht nur Wohnmobile und Wohnwagen, sondern ist auch im Handel mit Campingartikeln und Zubehör aktiv und produziert selbst Vorzelte für Caravans. In einem Punkt schränkt Herzog aber seine rundum positive Bilanz ein. Bei den Faltcaravans laufe es in diesem Jahr nicht so gut. Das liege aber vor allem am Standort auf der Galerie des L-Bank-Forums. Etwas besser als im Vorjahr läuft die CMT nach Einschätzung von Patric Rau vom Münk Wohnmobil- und Caravanservice. Der Unterschied sei aber nicht groß. Das Sachsenheimer Unternehmen ist als Händler gemeinsam mit den Herstellern Kabe und Sprite auf der Messe vertreten. Die Marken seien in Deutschland noch vergleichsweise exotisch, doch sie würden immer besser angenommen.

Während die meisten Aussteller aus dem Landkreis Ludwigsburg im Caravanbereich schon seit Jahren oder Jahrzehnten auf der Stuttgarter Reisemesse präsent sind, haben es in diesem Jahr auch zwei Newcomer gewagt. Die Rostschutzklinik aus Freiberg am Neckar wurde von ihren Kunden zum Messeauftritt gedrängt, wie Nicole Edelmann am Stand schmunzelnd erzählt. Das kleine Unternehmen mit vier Mitarbeitern hat sich auf Rostschutz, Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutz bei Fahrzeugen spezialisiert und bietet zudem Reinigungsarbeiten mit Trockeneis in verschiedenen Bereichen an. Wohnmobile und -anhänger seien wegen der hohen Anschaffungskosten und der langen Nutzungsdauer ein wichtiger Markt für den Korrosionsschutz, sagt Nicole Edelmann. „Die Resonanz von Messebesuchern war für das erste Mal ganz gut“, bilanziert sie vor dem Abschlusswochenende.

„Bis jetzt ganz zufrieden“ mit der Messe zeigt sich auch Frank Widmaier von Kirron light components. Das Unternehmen aus Korntal-Münchingen ist ebenfalls zum ersten Mal auf der Messe und bietet dort LED-Beleuchtung an, die leicht mit Klettpunkten oder Magneten anzubringen ist und sich mit dem Smartphone steuern lässt. Hinzu kommen tragbare Steckdosen, als eine Art überdimensionale Powerbank. Mit der größten ließe sich ein Wochenende lang die Stromversorgung weitgehend autark aufrechterhalten, erläutert Widmaier. Damit könnten auch ein Fernseher oder eine Kaffeemaschine betrieben werden.

Info: Der Caravaningbereich auf der CMT belegt sechs der zehn Hallen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Ausstellungsfläche um 5000 Quadratmeter gewachsen. Bis zum Wochenende sind rund 1200 Fahrzeuge zu sehen, 120 davon bezeichnet die Messe als Weltpremieren. (jüs)

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