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Aktionen des Gustav-Adolf-Werks
Jubiläumstransport aus dem Kreis Ludwigsburg: 75 Fahrten in die Ukraine

Das GAW-Team mit Dekan Dr. Zimmermann (Sechster von links) beim Beladen des 75. Trucks in die Ukraine in Hochdorf mit Solarpaneelen
Das GAW-Team mit Dekan Dr. Zimmermann (Sechster von links) beim Beladen des 75. Trucks in die Ukraine in Hochdorf mit Solarpaneelen Foto: privat
Der bis auf die letzte Ecke in Hohenhaslach mit Hilfsgütern befüllte 40Tonner vor der Abfahrt in die Ukraine
Der bis auf die letzte Ecke in Hohenhaslach mit Hilfsgütern befüllte 40Tonner vor der Abfahrt in die Ukraine Foto: privat
Der Vaihinger Dekan Johannes Zimmermann freut sich über 75 Ukraine-Transporte. Er würdigt in Hochdorf die Arbeit des Helferteams des Gustav-Adolf-Werks.

Sachsenheim. Während der Krieg in der Ukraine auch 2026 mit unverminderter Härte weitertobt, können die Menschen dort auf Hilfe aus dem Landkreis Ludwigsburg hoffen. Zu Beginn des neuen Jahres hat Projektleiter Ulrich Hirsch mit seinem Team wieder einen Truck beladen. Dabei wurde eine Solaranlage in Hochdorf, Schulmöbel in Steinheim, Mineralwasser in Ensingen, Fahrräder in Löchgau und weitere Hilfsgüter, darunter auch gesammelte Gehhilfen in Hohenhaslach, für den Transport fertig gemacht.

Pfarrer Péter Szeghljánik freut sich auf die Solaranlage aus Hochdorf. Auf dem Foto ist er beim Verteilen von Geschenken in seiner Gemeinde Csonkapapi/Westukraine zu sehen.
Pfarrer Péter Szeghljánik freut sich auf die Solaranlage aus Hochdorf. Auf dem Foto ist er beim Verteilen von Geschenken in seiner Gemeinde Csonkapapi/Westukraine zu sehen. Foto: privat

Im ersten Kriegsjahr zwölf Transporter beladen

Anlässlich dieses 75. Hilfstransportes bedankte sich Dekan Dr. Johannes Zimmermann im Eberdinger Ortsteil Hochdorf für die bewundernswerte Leistung des Teams um Ulrich Hirsch. Er würdigte die unermüdlichen Helfer mit ihren Einsätzen: Nach zwölf Transporten im ersten Kriegsjahr folgten im zweiten Jahr bereits 23. Im Kriegsjahr 2024 waren es wieder 20, bevor im vergangenen Jahr 19 Transporte in die Ukraine organisiert wurden. Für Projektleiter Hirsch sind die 75 Transporte „weniger ein Grund zum Feiern, als vielmehr ein Grund zur Dankbarkeit“.

Pfarrer Péter Szeghljánik (rechts) beim Entladen eines Hilfstransportes in Transkarpatien an seinem Depot, zusammen mit zwei Mitarbeitern
Pfarrer Péter Szeghljánik (rechts) beim Entladen eines Hilfstransportes in Transkarpatien an seinem Depot, zusammen mit zwei Mitarbeitern Foto: privat

Mehr als 75 Helfer sind im Einsatz

Zum einen ist Hirsch dankbar für eine unerwartet große Hilfsbereitschaft. Zum anderen konnten alle Hilfsaktionen und Fahrten ohne nennenswerte Unfälle bewältigt werden. Ein weiterer Grund des Dankes ist für den Spielberger die Tatsache, dass er von Anfang an immer genug Mitarbeiter hatte. Waren es zu Kriegsbeginn weniger als eine Handvoll ehrenamtlicher Helfer, so ist die Zahl der Freiwilligen bis heute auf mehr als 75 Personen gestiegen, darunter auch 13 Ukrainer. Ein besonderer Grund zum Dank, so Hirsch, sei die absolut verlässliche Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Partner des Gustav-Adolf-Werks (GAW), Pfarrer Péter Szeghljánik. Dieser habe sich am 14. Januar herzlich bei den Helfern bedankt.

75 Transporte haben insgesamt 773.000 Euro gekostet

Die Kosten der 75 Transporte einschließlich der Einkäufe dringend benötigter Hilfsgüter, wie beispielsweise Generatoren, Gabelstapler, Saatmais und vieles mehr bezifferte Hirsch auf 773.000 Euro. Finanziert wurde diese Summe durch zahllose Spenden einzelner Personen, aber auch Zuschüsse von Landeskirche, Kommunen, Schulen, Betrieben und besonderen landeskirchlichen Werken. Mit den eingesetzten Mitteln bei den 75 Hilfstransporten wurde eine Vielzahl von Sachspenden, Hilfsgütern und Fahrzeugen befördert. Den Wert aller in das Kriegsland transportierten Sachspenden, einschließlich der Einkäufe beziffert Hirsch auf etwa 3,4 Millionen Euro.

Zwischenlager in Vaihingen

Bemerkenswert ist die Besorgung von Gabelstaplern, Fahrzeugen wie Sprinter, Feuerwehrauto, sowie der Transport von sieben Millionen Schutzmasken und zwei Millionen Schutzhandschuhen und mehr als 3.500 Fahrrädern. Für die ukrainischen Städte Wosnessensk und Chmelnitzky organisierte das Gustav-Adolf-Werk Hilfstransporte aus deren Partnerstädten Ditzingen und Stuttgart. Auch diese sind laut Pressemitteilung sehr dankbar für das Know-how und die große Hilfe des GAW-Teams. Für beide Städte sind weitere Transporte im Februar und März geplant. Eine Teil-Lieferung aus Berlin mit insgesamt 13 Paletten für die Westukraine kann seit Dezember 2025 auf dem Gelände der künftigen Vaihinger Gartenschau zwischengelagert werden, bis die zweite Teillieferung den Transport in das Land am Dnjepr ermöglicht.(red)