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Sommerserie

Krone Löchgau - Speisen im Flair vergangener Zeiten

In einer großen Serie stellen wir die schönsten und traditionsreichsten Gasthäuser im Kreis Ludwigsburg vor. Von Adler in Asperg bis Ratsstüble in Besigheim. Oft dazu: das Lieblingsrezept aus der Küche zum nachkochen und genießen.

Das Landgasthaus Krone an der Löchgauer Wette. Seit 1700 gibt es dort Gastlichkeit und Einkehr.Fotos: Alfred Drossel
Das Landgasthaus Krone an der Löchgauer Wette. Seit 1700 gibt es dort Gastlichkeit und Einkehr. Foto: Alfred Drossel

Löchgau. Das Gasthaus Krone wurde erstmals um 1700 erwähnt. Der erste nachgewiesene Kronenwirt war ein Herr Landauer von 1758 bis 1798. Der Bietigheimer Tierarzt Thomas Haag, dessen Familie im Besitz der Krone ist, hat in der Geschichte nachgeblättert.

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Wirtshaus Krone Löchgau

Die Krone war seit jeher Gasthaus und landwirtschaftlicher Betrieb, wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Die Enkelin von Landauer, Friederike Bechtle, heiratete den aus Großsachsenheim stammenden Hermann Haag, der Urgroßvater der jetzigen Besitzergemeinschaft, der die Krone 1879 gekauft hat. Hermann Haag war Kronenwirt, Landwirt, Unternehmer und Händler von Lebens- und Futtermitteln, betrieb einen Pferdehandel und baute 1881 einen Bierkeller im oberen Steinbachtal, auch für selbst gebrautes Bier. Zusätzlich wurden auch Fuhraufträge ausgeführt, weil der Kronenwirt der einzige Besitzer eines Ochsengespanns in Löchgau war.

Die Krone sei auch eine wichtige Raststation auf dem Weg von Frankfurt über Heilbronn nach Stuttgart gewesen, betont Dr. Thomas Haag, weil auch die Pferde versorgt und über Nacht untergestellt werden konnten. Außerdem war die Krone Poststation.

Die Krone wurde nach dem Ersten Weltkrieg von den unverheirateten Töchtern Luise und Martha mit Mägden und Knechten weitergeführt. Während des Zweiten Weltkrieges diente die Krone auch als Rückzugsort für die Familie Haag, wurde in dieser Zeit aber weiterhin als Gasthof und landwirtschaftlicher Betrieb geführt.

In den frühen 1950er Jahren wurde für die Landwirtschaft ein Pächter eingestellt, bis 1963 die letzte Kuh den Stall verließ und die Acker- und Wiesenflächen an ortsansässige Landwirte verpachtet wurden. Obst- und Weinbau blieben vorerst in der Hand der Familie. Die Gaststätte aber wurde seit Ende der 1960er Jahre verpachtet, das gilt bis heute. Das Recht, Schnaps zu brennen, wurde etwa um 1975 aufgegeben.

„Die nachfolgenden Generationen haben die Gaststube der Krone vielfach renoviert und umgebaut, zuletzt 2021, die Küche einer zeitgemäßen, modernen Gastronomie angepasst und den Innenhof zu einem einladenden, gemütlichen Gastgarten umgestaltet“, betont Thomas Haag.

Pächter Boris Geisler ist seit über 20 Jahren Garant für eine konstant gute Küche und Gastlichkeit. Boris Geisler kam vor 21 Jahren nach Löchgau als Nachfolger von Küchenmeister Rechkemmer, der überraschend verstorben war. Der aus Stuttgart stammende Geisler hat in der Küche des „Ochsen“ in Spielberg bei Rudi Gemrig seine Laufbahn begonnnen. Danach lernte er die gehobene Küche bei Burkhard Schorck im Bietigheimer „Schiller“ kennen. Während seines Wehrdienstes war er Koch auf einem Schiff der Bundesmarine und musste täglich 80 Mann versorgen.

Boris Geisler kochte im „Gaisburger Pastetchen“, einer feinen Adresse für Gourmets in Stuttgart. Im Alter von nur 24 Jahren machte sich Boris Geisler selbstständig und übernahm das Lamm in Dürrenzimmern, um nach einem Zwischenspiel in der Häfnerhaslacher Linde die Krone in Löchgau zu übernehmen. „Das gepflegte Ambiente im Gastraum oder im romantischen Innenhof soll meinen Gästen nicht nur ein Gaumenerlebnis bieten, sondern auch ein sinnliches Vergnügen bereiten“, sagt Geisler.

Info: Alle Folgen unserer Reihe Traditionsgasthäuser finden Sie hier

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