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Hochwasserkatastrophe

Ludwigsburgs Feuerwehren im Hochwassergebiet - Einsatz zwischen Schlamm und Müll

Hochwasserzug der Feuerwehren vom Einsatz wieder zurück – 30 Häuser in Kordel leergepumpt und geräumt

Die Feuerwehren aus dem Kreis im Einsatz nach der Flut in dem einstigen Erholungsort Kordel in Rheinland-Pfalz.Fotos: Feuerwehr
Die Feuerwehren aus dem Kreis im Einsatz nach der Flut in dem einstigen Erholungsort Kordel in Rheinland-Pfalz. Foto: Feuerwehr
Die Feuerwehren aus dem Kreis im Einsatz nach der Flut in dem einstigen Erholungsort Kordel in Rheinland-Pfalz.Fotos: Feuerwehr
Die Feuerwehren aus dem Kreis im Einsatz nach der Flut in dem einstigen Erholungsort Kordel in Rheinland-Pfalz. Foto: Feuerwehr
Die Feuerwehrleute bei der Lagebesprechung.
Die Feuerwehrleute bei der Lagebesprechung.

Kreis Ludwigsburg. Der 30-köpfige Hochwasserzug aus dem Landkreis Ludwigsburg ist von seinem zweitägigen Einsatz im rheinland-pfälzischen Hochwassergebiet wieder zurück. „Wir sind zwar geschafft, aber zufrieden, dass wir haben helfen können“, bilanziert Manfred Daub von der Bietigheim-Bissinger Wehr am späten Samstagabend.

In der Nacht zum Freitag sind Angehörige der Feuerwehren aus Bietigheim-Bissingen, Marbach und Vaihingen mit fünf Fahrzeugen nach Rheinland-Pfalz gefahren. Sie gehörten zu einem 300-köpfigen Kontingent aus Baden-Württemberg zur Unterstützung und Ablösung der örtlichen Einsatzkräfte, die über 30 Stunden am Stück im Einsatz waren.

Der Ludwigsburger Hochwasserzug kam in Kordel, einer Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg, zum Einsatz. Neben den Ludwigsburgern waren in Kordel auch Hochwasserzüge aus dem Landkreis Karlsruhe und dem Rems-Murr-Kreis im Einsatz.

Bei der Ankunft in Kordel sah die Lage so aus: Die Wassermassen hatten sich aus den Straßen zurückgezogen. Im etwas tiefer gelegenen Zentrum beim Bürgerhaus sind Schlamm und Müll zurückgeblieben – an vielen Stellen mit einem penetrant riechenden Ölfilm überzogen.

Menschen in Gummistiefeln schoben den Schlamm mit Besen und Wischern Richtung Kanal. Die Straßen sind kaum befahrbar. Die Feuerwehreinheiten waren zunächst damit beschäftigt, die Verkehrswege frei zu bekommen. Sie wurden dabei von der Bundeswehr und dem Technischen Hilfswerk unterstützt.

Am frühen Freitagmorgen begannen die Ludwigsburger Helfer nach einer kurzen Nacht in der Hermeskeiler Bundeswehrkaserne und unter freiem Himmel ihre Einsatzstellen anzufahren. Ihre Aufgabe war es, überflutete Häuser leer zu pumpen und die Keller zu räumen. Zuvor mussten die Gebäude auf ihre Standsicherheit hin untersucht werden. „Wir hatten rund 30 Einsatzstellen in zwei Tagen“, berichtet Manfred Daub von der Bietigheim-Bissinger Wehr. Die mitgeführten Geräte seien genau richtig gewesen. Die Zusammenarbeit unter den Gruppen aus Bietigheim-Bissingen, Marbach und Vaihingen sowie mit der örtlichen Einsatzleitung habe sehr gut funktioniert, sagt Manfred Daub.

Die Nacht zum Samstag haben die Kräfte in einer Turnhalle der Nachbargemeinde auf Feldbetten verbracht. Verpflegt wurden die Helfer vom Deutschen Roten Kreuz. Am Samstagabend wurde der Einsatz beendet. Die Bundeswehr und Firmen übernehmen jetzt die Beseitigung der riesigen Schuttberge. Noch Wochen gebe es dort Arbeit, ist sich Daub sicher.

Der Landrat, Bundesumweltministerin Svenja Schulze und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatten sich am Samstag in Kordel ein Bild von der Situation nach der Hochwasserkatastrophe gemacht. „Bei uns kam die Ministerpräsidentin auch vorbei“, berichtet Manfred Daub. Dreyer dankte in einer Ansprache Bürgern, Unternehmen und den Feuerwehren aus anderen Bundesländern, die freiwillig helfen. Aus allen Teilen Deutschlands komme Unterstützung, ebenso aus dem Ausland und von den US-Streitkräften im Land. Es sei eine verheerende Natur-Katastrophe, wie sie Rheinland-Pfalz noch nicht erlebt habe, sagte sie.

Am Samstagabend rückte der Ludwigsburger Hochwasserzug ab. Ersatz aus dem Landkreis sei nicht angefordert worden. Stattdessen bereiten sich Kräfte aus Mannheim für einen Einsatz vor. „Wir sind ganz schön platt und geschafft, aber zufrieden, dass wir helfen konnten“, sagt Daub. Die Helfer hätten eine neue Erfahrung gemacht.

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