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Premiere

Mit Schuhen in den Neckar

Der erste Swimrun-Wettbewerb am Neckarstrand stößt auf reges Interesse bei Zuschauern und Sportlern

Die äußeren Bedingungen am gestrigen Sonntag waren optimal für die Sportler: Es war nicht zu heiß. Das Wasser im Neckar hatte 24 Grad und war damit sogar um ein Grad wärmer als die Außentemperatur. Fotos: Andreas Becker
Die äußeren Bedingungen am gestrigen Sonntag waren optimal für die Sportler: Es war nicht zu heiß. Das Wasser im Neckar hatte 24 Grad und war damit sogar um ein Grad wärmer als die Außentemperatur. Foto: Andreas Becker
Im Wasser werden die Schuhe schnell zur Last. Wer Teile der Ausrüstung ablegt, wird disqualifiziert.
Im Wasser werden die Schuhe schnell zur Last. Wer Teile der Ausrüstung ablegt, wird disqualifiziert.

Remseck. Swimrun heißt eine neue Trendsportart aus Schweden, die in anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Spanien, aber mittlerweile auch in Deutschland immer mehr Zulauf erhält. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Schwimmen und Laufen, wobei die Disziplin während eines Wettbewerbs mehrfach gewechselt wird.

Die Besonderheit: Die Sportler dürfen ihre Utensilien auf der gesamten Strecke nicht ablegen. Socken und Schuhe sind beim Laufen von Vorteil, im Wasser werden sie schnell zur Last. Ein Neoprenanzug dagegen verleiht im Wasser hilfreichen Auftrieb, stört allerdings beim Dauerlauf. Somit müssen sich die Swimrunner vor dem Start genau überlegen, wie sie in den Wettkampf starten. Denn wer sich unterwegs seiner Ausrüstung entledigt, wird disqualifiziert.

„Im Normalfall verliert aber keiner etwas“, sagt Jürgen Irmler von der Triathlonabteilung der Skizunft Kornwestheim. Er hat den ersten Swimrun in der Region, für den am Sonntagmittag der Startschuss am Remsecker Neckarstrand fiel, federführend organisiert. Die äußeren Bedingungen sind optimal: Es ist nicht zu heiß, und mit mehr als 24 Grad ist das Wasser im Neckar sogar einen Grad wärmer als die Außentemperatur. Gelegentlich setzt Regen ein, aber die Sportler werden ja ohnehin nass. „Für die Athleten sind die Bedingungen optimal, für die Zuschauer weniger“, meint Irmler.

Dennoch sind viele Schaulustige an den Neckarstrand gekommen, auch bei den Sportlern ist das Interesse groß: Bereits im Vorfeld haben sich 86 Teilnehmer für Einzel-, Staffel- und Teamwettbewerb angemeldet, und im weißen Zelt auf dem Neckarstrand nehmen die freiwilligen Helfer der Skizunft am Wettkampftag weitere Anmeldungen entgegen.

Die Sportler absolvieren drei Runden mit jeweils einer Lauf- sowie einer Schwimmeinheit und legen dabei insgesamt 11,4 Kilometer an Land und 1,4 Kilometer im Wasser zurück. Viele nehmen zum ersten Mal an einem Swimrun-Wettbewerb teil, so wie Mohammed Barakat aus Aachen. Er hält sich derzeit arbeitsbedingt in Stuttgart auf und ist zufällig auf die Veranstaltung aufmerksam geworden. Er trainiere schon lange für einen Triathlon, erzählt Barakat schmunzelnd, „aber ich habe immer noch kein Fahrrad“. Was das Lauf- und Schwimmtraining angeht, stehe er freilich gut im Saft. „Deshalb will ich mal bei diesem Swimrun mein Glück versuchen. Ich bin schon gespannt, wie es läuft – ich bin ja noch nie mit Schuhen geschwommen.“

Auch Daniyel Cakeljic hat sich gerade angemeldet. „Ich wohne in der Nähe und wollte mir die Sache mal anschauen“, meint er. Auch Cakeljic versucht sich zum ersten Mal als Swimrunner. Er trainiere zwar regelmäßig auf dem Fahrrad und jogge auch viel, habe aber keine allzu hohen sportlichen Ambitionen. „Ich habe vor allem ein Ziel: Ich will einfach nur durchkommen.“

Die Remsecker Sportamtsleiterin Kerstin Zentgraf, die das Event begleitend unterstützt hat, zieht nach der Premiere eine positive Bilanz. „Das ist eine perfekte Veranstaltung für den Neckarstrand, die wir auf jeden Fall etablieren wollen. In welchem Rhythmus, müssen wir noch entscheiden.“ Auch Organisator Irmler, der mit seinen Helfern ein eigenes Sicherheitskonzept entwickeln musste, zeigt sich aufgeschlossen. „Wir haben bei der Vorbereitung viel gelernt – wäre schade, wenn wir uns die ganze Arbeit nur für eine einmalige Veranstaltung gemacht hätten.“

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