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Müllabfuhr: Bürger im Landkreis Ludwigsburg bleiben auf ihrem Abfall sitzen

Der Ärger um die Müllentsorgung im Kreis reißt nicht ab. Immer mehr Menschen bringen ihren Unmut darüber zum Ausdruck, dass die Rest- und Biomülltonnen nicht laut Abfallkalender geleert wurden. Das für die AVL tätige Abfuhrunternehmen Alba teilt mit, dass nicht geleerte Tonnen erst beim nächsten Termin drankommen.

Überquellende Mülltonnen: Volle Behälter, die bis einschließlich 8. Januar geleert werden sollten, bleiben bis zum nächsten angekündigten Leerungstermin stehen. Weitere Müllsäcke dürfen neben die Tonnen gelegt werden und werden kostenlos mitgenommen.
Überquellende Mülltonnen: Volle Behälter, die bis einschließlich 8. Januar geleert werden sollten, bleiben bis zum nächsten angekündigten Leerungstermin stehen. Weitere Müllsäcke dürfen neben die Tonnen gelegt werden und werden kostenlos mitgenommen. Foto: Alfred Drossel
Bürger im Landkreis warten vielerorts auf die Mülllaster des Entsorgers Alba. Foto: Alba Group
Bürger im Landkreis warten vielerorts auf die Mülllaster des Entsorgers Alba. Foto: Alba Group

Kreis Ludwigsburg. Seit über einer Woche wartet eine Leserin unserer Zeitung aus Kleinbottwar auf die Abfuhr ihres Restmülls. Die übervollen Tonnen am Straßenrand seien „eine echte Zumutung“. Sie wieder zurück in die Garage zu stellen, sei nicht möglich, „da es keinerlei Information gibt, wann die Behälter geholt werden“, macht die Leserin ihrem Ärger Luft. Ähnliche Beschwerden erreichen unsere Redaktion über Facebook. Besigheim, Freudental, Sachsenheim, Murr – aus allen Ecken des Landkreises melden sich Personen, die auf ihrem Müll sitzenbleiben.

Eine Auswahl der Kommentare: Nadine Jennifer Stapp: „Seit über einer Woche steht der Restmüll vor der Haustür, bereits so voll, dass nichts mehr geht! Zweimal reklamiert, es passiert nichts!“ Christina Siame: „Bei uns wurde seit knapp zwei Wochen nicht mal der Restmüll abgeholt. In einer Nachbarschaft mit mehreren Mehrfamilienhäusern könnt ihr euch vorstellen, wie es da aussieht!“ Maya Merkle: „Auch in Vaihingen/Enz läuft es nicht. Bio war Montag vor einer Woche. Bis heute trotz Reklamation nicht geholt. Restmüll gestern – bis jetzt noch nicht geholt. Und dann noch eine übervolle blaue Glas-Kiste.“

Alba-Sprecherin verweist auf „quarantänebedingte Ausfälle“

Beim zuständigen Entsorgungsunternehmen Alba verweist Pressesprecherin Susanne Jagenburg auf die fehlende Ortskenntnis der Fahrer und Ausfälle wegen Corona: „Bei einem neuen Vertragsantritt gehört zu den üblichen ‚Ruckel‘-Themen vor allem die Einarbeitung der Entsorgungskräfte, insbesondere hinsichtlich der genauen Ortskenntnis“, teilt Jagenburg auf Anfrage unserer Zeitung mit. Dies sei aktuell besonders ein Thema, da einige quarantänebedingte Ausfälle zu kompensieren seien und daher Fahrer aus angrenzenden Regionen eingesetzt würden. „Wir gehen davon aus, mit unseren Nachentsorgungstouren hier schnellstmöglich Abhilfe schaffen zu können“, so die Alba-Pressesprecherin, die auf weitere Auskünfte verzichtet und darauf verweist, dass die Informationshoheit beim Auftraggeber AVL liege.

Dort wird Markus Klohr, Sprecher der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg (AVL), deutlicher: „Leider können laut Alba auch keine Nachholtouren mehr gefahren werden.“ Sprich: Wenn eine Tonne nicht geleert wurde, deren Leerungstermin bis einschließlich 8. Januar vorgesehen war, muss auf den nächsten Termin gewartet werden. Laut dem AVL-Sprecher dürfen die weiteren Abfallsäcke dann auch neben die Behälter gestellt werden. Sie würden bei der nächsten Leerung kostenlos mitgenommen. Biomüll müsse dann ausnahmsweise auch in Säcken über die Restmülltonne entsorgt werden. In der laufenden Woche bittet die AVL darum, noch einen Tag abzuwarten, falls die Tonnen nicht geleert wurden. „Erst wenn es am Folgetag erneut keine Leerung gab, sollte dies bei der AVL reklamiert werden“, so Klohr. Dies geschehe am besten auf der Internetseite www.avl-ludwigsburg.de – unter den Rubriken Privatkunden – Tonnen – Leerung reklamieren.

Unterdessen herrscht bei der AVL Unverständnis darüber, dass die Müllabfuhr durch Alba noch nicht reibungslos funktioniert. „Es ist normal, dass es ein paar Tage lang knirscht und nicht rundläuft, doch nach zehn Tagen sollte man darauf hoffen können, dass es klappt“, gibt Markus Klohr die Haltung der AVL wieder. Wenn sich Alba nicht an die vertraglichen Vereinbarungen halte, werde man von der Möglichkeit einer Vertragsstrafe Gebrauch machen und den Entsorger zur Kasse bitten. „Wir wollen nicht nur darauf hoffen, dass Alba den Verpflichtungen nachkommt, sondern dafür sorgen“, sagt Klohr.

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