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Digitales Impfzertifikat

Server macht zum Start von digitalem Impfnachweis Probleme

Als Ergänzung zum gelben Impfpass sind nun auch digitale Zertifikate erhältlich. Während sie im Kreisimpfzentrum bereits einen Tag früher als geplant ausgegeben werden konnten, gab es bei den Apotheken technische Schwierigkeiten, die aber bis zum Mittag behoben waren. Der befürchtete große Ansturm blieb jedoch weitgehend aus.

Den QR-Code links oben auf dem ausgedruckten Impfzertifikat kann man per App scannen und so aufs Smartphone befördern. Foto: Alfred Drossel
Den QR-Code links oben auf dem ausgedruckten Impfzertifikat kann man per App scannen und so aufs Smartphone befördern. Foto: Alfred Drossel

Kreis Ludwigsburg. „Beim Test am Samstag ist alles so stabil gelaufen, dass wir bereits allen am Sonntag Erst- und Zweitgeimpften digitale Zertifikate ausstellen konnten“, sagte der Leiter des Ludwigsburger Kreisimpfzentrums, Andy Dorroch, am Montagvormittag. „Es läuft aktuell ohne Probleme.“ Oft ist zwar von einem digitalen Impfnachweis die Rede, doch streng genommen sind es Andy Dorroch zufolge zwei: Bei jeder Impfung in einem Impfzentrum werde künftig vor Ort ein Code generiert. Am Ende haben also die meisten Menschen zwei Zettel mit je einem QR-Code, die sie in die App einspeisen müssen. Die rechnet laut dem Leiter des Kreisimpfzentrums noch zwei Wochen dazu, bevor sie jemanden als vollständig geimpft ausweist.

Auch zahlreiche Apotheken im Kreis stellen seit Montag digitale Impfnachweise aus. Welche Apotheken in der Nähe mitmachen, kann man unter www.mein-apothekenmanager.de abrufen. Theoretisch zumindest. Denn zum Start war die Seite am Montagvormittag aufgrund von Wartungsarbeiten zunächst nicht verfügbar. Auch der zentrale Server, auf den alle Apotheken zugreifen, war kurz überlastet.

In der Bissinger Enz-Apotheke herrschte am Montag normaler Betrieb. Ein Kommen und Gehen. An einem Extraschalter hatte sich eine Mitarbeiterin darauf vorbereitet, den digitalen Impfnachweis auszustellen. „Es läuft an“, sagte sie. Jetzt sei alles kein Problem mehr, aber die Vorbereitungen dazu seien schon aufwendig gewesen. In der Bissinger Apotheke rechnet man damit, dass die Anforderungen größer werden. „Wir sind darauf vorbereitet“, so die Mitarbeiterin.

In der Bühler Apotheke im Bietigheimer Kaufland war es am Montag hingegen noch nicht möglich, einen digitalen Impfnachweis zu bekommen. Freundlich informierte der Apotheker und verwies auf Probleme beim Zugang zum Server. „Wir sind sicher, dass diese Probleme bald überwunden sind“, sagte er.

Auch in den Mylius Apotheken, die an allen vier Standorten in Ludwigsburg nun digitale Impfzertifikate ausstellen, gab es zunächst Verzögerungen wegen des überlasteten Servers. „Es ist aber auch nicht so, dass die Leute die Apotheke stürmen wie bei den Masken“, sagte Inhaber Alexander Meyer. Wenn der Kunde alle erforderlichen Dokumente dabeihabe und diese schlüssig seien, sei der Aufwand zudem im Rahmen. Doch es können auch Rückfragen erforderlich werden, etwa wenn der Verdacht besteht, dass der Eintrag im gelben Impfpass gefälscht wurde. Dann sind die Apotheken laut Alexander Meyer verpflichtet, beim Impfarzt nachzufragen.

Solche Fälschungen zu erkennen, traut sich Michaela Brodtbeck von der Apotheke am Bahnhof in Marbach durchaus zu. Bei Hunderten Rezepten am Tag, mitunter auch gefälschten, bekomme man für so etwas ein Auge. Sie konnte ab 10.30 Uhr Anfragen für digitale Impfnachweise bearbeiten, sobald der Server mitmachte. „Die Nachfrage ist sehr groß“, sagte Michaela Brodtbeck. Sie erfasse und übermittle die Daten, mit denen das Robert Koch-Institut einen QR-Code generiere, den die Kunden am folgenden Tag abholen könnten.

In der Rathaus Apotheke in Tamm kann man den QR-Code in der Regel gleich mitnehmen. Wer es eilig habe, könne aber auch später wiederkommen, sagte Sibel Yilmaz. „Die Nachfrage ist relativ hoch. Es läuft bis jetzt ganz gut“, so ihr Fazit am Nachmittag.

Auch in den Apotheken wird für jede einzelne Impfung ein Zertifikat ausgestellt, wie der Pressesprecher des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg, Frank Eickmann, in einer Mitteilung betonte. „Wer einmal oder zweimal geimpft ist, kann sich unverzüglich ein entsprechendes Zertifikat ausstellen lassen“, räumte er mit dem Irrtum auf, dass man nach der Zweitimpfung noch 14 Tage warten müsse. Auch sei das digitale Zertifikat allein noch kein Zeugnis für genesene Menschen, die nach einer Corona-Erkrankung mit nur einer Dosis als geimpft gelten: „Wir zertifizieren ausschließlich die Impfung selbst.“

Wer von einer Corona-Erkrankung genesen ist, kann das derzeit mit einem positiven PCR-Test nachweisen, der nicht älter als sechs Monate ist. Bei zusätzlich einmal geimpften Menschen kann die Infektion laut Sozialministerium beliebig lange zurückliegen. Genesenen-Nachweise sollen künftig auch in den Apps gespeichert werden können.

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