Schwieberdingen. Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Georgskirche Schwieberdingen wurde vor kurzem das 50-jährige Bestehen der Ökumenischen Sozialstation Nördliches Strohgäu gefeiert. Unter dem Leitgedanken „Nur gemeinsam gelingt Hilfe – ein heilsamer ‚Dachschaden‘“ gestalteten Pfarrer Oliver Langer von der evangelischen Kirchengemeinde Möglingen und Wortgottesdienstleiter Langnau von der katholischen Kirchengemeinde Schwieberdingen gemeinsam den Festgottesdienst. Viele Mitarbeitende der Sozialstation waren der Einladung gefolgt und feierten das Jubiläum mit.

Drei Kommunen ziehen an einem Strang
Das „gemeinsam“ im Leitgedanken des Gottesdienstes prägt die Sozialstation dabei seit ihrer Gründung vor 50 Jahren: Gesellschafter sind die drei Kommunen Schwieberdingen, Möglingen und Hemmingen sowie die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden. Heute wird die Ökumenische Sozialstation Nördliches Strohgäu von Geschäftsführer Niki Friedel und Pflegedienstleiterin Andrea Krämer geleitet. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Erzählung von der Heilung eines Gelähmten aus dem Markusevangelium. Weil der Weg zu Jesus durch die Menschenmenge versperrt ist, tragen vier Männer den Gelähmten auf das Dach des Hauses, decken es ab und lassen ihn auf seiner Matte zu Jesus hinunter. Ein ungewöhnlicher „Dachschaden“, der zum Sinnbild dafür wurde, was gemeinschaftliches Handeln bewirken kann: Wo ein Einzelner nicht weiterkommt, können andere gemeinsam Wege eröffnen, heißt es in einer Mitteilung.

Ein „Dachschaden“ als Sinnbild für Hilfe
In seiner Predigt schlug Pfarrer Langer den Bogen von der biblischen Erzählung zur Arbeit der Ökumenischen Sozialstation. Seit nunmehr 50 Jahren unterstützt sie Menschen, die auf Pflege und Hilfe angewiesen sind, und zugleich deren Angehörige. Gerade für Familien, die die notwendige Betreuung nicht vollständig selbst übernehmen können, ist diese Unterstützung von großer Bedeutung, so Langer. Dabei geht die Arbeit der Mitarbeitenden weit über die eigentliche pflegerische Versorgung hinaus. Mit jedem Besuch kommen auch Begegnung, Gespräch und menschliche Zuwendung ins Haus. Die ambulante Pflege trägt wesentlich dazu bei, dass ältere und pflegebedürftige Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung und im eigenen Zuhause leben können.
Mehr als nur pflegerische Versorgung
Dass hinter dieser Arbeit Menschen stehen, die sich Tag für Tag für andere einsetzen, wurde im Gottesdienst besonders sichtbar. Die anwesenden Mitarbeitenden der Sozialstation wurden nach vorne gebeten. Als symbolisches Zeichen des Dankes und der Wertschätzung überreichte Pfarrer Langer den Mitarbeiterinnen jeweils eine Rose. Auch Bürgermeister Thomas Schäfer aus Hemmingen würdigte in einem Grußwort das langjährige Wirken der Sozialstation. Für die Geschäftsführung sprach Niki Friedel zu den Gottesdienstbesuchern. Im gemeinsamen Fürbittgebet, das von Vertreterinnen und Vertretern der Kirchengemeinden sowie Mitarbeitenden der Sozialstation gestaltet wurde, standen die Menschen im Mittelpunkt, die auf Unterstützung angewiesen sind, ebenso wie diejenigen, die sie begleiten, pflegen und für sie Verantwortung übernehmen. Für den festlichen musikalischen Rahmen sorgte ein gemeinsamer Posaunenchor mit Bläserinnen und Bläsern aus Schwieberdingen, Möglingen und Hemmingen unter der Leitung von Frau Secker. Im Anschluss klang die Jubiläumsfeier mit einem gemeinsamen Ständerling auf dem Vorplatz der Georgskirche aus. (red)
