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Über die literarischen Tücken des Zeitreisens

Die Remsecker Autorin Uta Reichardt hat mit „Darkanum“ ein spannendes Jugendbuch mit Fantasy-Elementen veröffentlicht

Klappe, die dritte: Uta Reichardt und ihr neuestes Werk.Foto: Holm Wolschendorf
Klappe, die dritte: Uta Reichardt und ihr neuestes Werk. Foto: Holm Wolschendorf

Pattonville. Um ein dunkles Geheimnis dreht es sich in dem spannenden Jugendbuch von Uta Reichardt. Die Autorin aus Pattonville hat mit „Darkanum“ – ausgesprochen wird es Dark Arkanum – ihr drittes Buch veröffentlicht, erschienen ist es im Fabulus Verlag in Fellbach.

Bei ihrem neusten Werk, das sich an Jugendliche ab zwölf Jahren richtet, setzt die 49-Jährige auf Fantasy-Elemente: Merit will ihren Zwillingsbruder Ben wiederfinden, von dem sie durch den Tod der Eltern getrennt wurde. Die Suche nach ihm gerät zur lebensgefährlichen Mission. Denn das Mädchen fordert dadurch die kriminelle Geheimorganisation Darkanum heraus. Diese missbraucht Ben für ihre Machenschaften. Als Zeitenspringer kann er nämlich in den Körper seiner Vorfahren schlüpfen, in die Vergangenheit reisen, um etwa Kunstdiebstähle zu begehen.

An Inspiration fehlt es Uta Reichardt nicht: „Ich habe einen Kasten voller Ideen“, erzählt sie im Gespräch. In einem Notizbuch, das sie immer bei sich hat, trägt sie ihre Einfälle ein. Schon seit längerer Zeit habe sie etwas über ein Zwillingspaar schreiben wollen, das sich verloren hat und sich wiederfindet. Auch eine Geheimgesellschaft sollte eine Rolle spielen. Inspiriert worden ist die gebürtige Tübingerin, die bereits während ihres Studiums der osteuropäischen Geschichte und Politikwissenschaften in Freiburg Kurzprosa und Lyrik schrieb, außerdem von der Fluchtgeschichte ihrer eigenen Großeltern: Deshalb hat sie einen Teil der Handlung in der Zeit des Zweiten Weltkrieges angesiedelt.

Hier kam ihr das Interesse für historische Themen entgegen: Schließlich sollte der geschichtliche Kontext so korrekt wie möglich dargestellt werden. Auf eine Zeitmaschine, die es ermöglicht, in verschiedene Epochen zu reisen, hat sie verzichtet. Vielmehr bedient sie sich der Mythologie der Rauhnächte: Dem Volksglauben nach verfügen die zwölf Nächte um den Jahreswechsel nämlich über eine ganz besondere Bedeutung. „Ich habe intensiv zu dem Thema Rauhnächte recherchiert“, so die Autorin. Am schwierigsten sei jedoch die Beschäftigung mit der Logik von Zeitreisen gewesen. War es doch wichtig, das sogenannte Zeitreisenparadoxum zu vermeiden: Wenn Ben in den Körper seines Großvaters schlüpft und auf diese Weise in die Vergangenheit reist, muss er natürlich darauf achten, dass ihm nichts passiert: Würde der Großvater sterben, würde es auch keine Nachkommen geben. „Das ist ein faszinierendes Thema“, findet sie. Uta Reichardt thematisiert das in dem Buch als zusätzliche Herausforderung, die das Zwillingspaar zu bewältigen hat.

„Darkanum richtet sich zwar an Jugendliche, ist sprachlich aber so gestaltet, dass es auch Erwachsene lesen können“, so die Autorin über ihr neustes Werk, an dem sie rund eineinhalb Jahre gearbeitet hat. Der Weg von der Idee zum fertigen Buch ist mühsam und beschwerlich. Drei bis vier Stunden hat sie in der heißen Phase täglich geschrieben, an den Wochenenden und im Urlaub durchaus länger. Das Manuskript wurde in Zusammenarbeit mit dem Lektorat des Fabulus Verlag, in dem das Buch erschienen ist, immer wieder überarbeitet. Doch die Disziplin hat sich gelohnt. „Es ist ein tolles Gefühl“, beschreibt Uta Reichardt den Moment, als sie das erste gebundene Exemplar in den Händen gehalten hat. Seit dem Jahr 2013 veröffentlichte sie mehrere Kinder- und Jugendbücher. So erschien 2017 der preisgekrönte Jugendroman „Im Wolfsland“. Ihren Lebensunterhalt kann sie vom Schreiben nicht bestreiten: Sie ist in einem mittelständischen Betrieb im Bereich Marketing tätig.

In einer Schreibgruppe tauscht sie sich regelmäßig mit Gleichgesinnten aus. Zu den Testlesern gehörten auch ihr Mann und ihr Sohn. „Darkanum“ hat für Uta Reichardt eine ganz besondere Bedeutung, handelt es sich dabei doch gleichzeitig um die Abschlussarbeit des Studiengangs im Fach Literarisches Schreiben. Gerne stellt sie ihre Werke bei Lesungen vor, ob in Schulen oder Büchereien. „Das ist das, was mir sehr viel Spaß macht“, so die 49-Jährige.

Weitere Infos zur Autorin gibt es unter www.uta-reichardt.de.

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