Oberstenfeld. Als wahrscheinliche Ursache für das Fischsterben wurde eine Einleitung über ein Rohr der Regenwasserableitung eines Industriebetriebs in der Robert-Bosch-Straße festgestellt, so die Kreisbehörde in einer Pressemitteilung vom Montag. Entlang des kurzen Straßenabschnittes am Oberstenfelder Ortsausgang sind verschiedene Auto- und Reifenhändler, ein Verpackungsunternehmen sowie ein Getränkemarkt ansässig. Konkrete Angaben zu Verursachern der Verunreinigung machte das Landratsamt bislang nicht.
Durch einen fehlerhaften Anschluss der Hofentwässerung an den Regenwasserkanal konnte verunreinigtes Abwasser direkt in die Bottwar gelangen. Um welche Stoffe es sich in dem verunreinigten Abwasser genau handelt, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Nach Angaben der Landratsamtssprecherin Franziska Schuster werde das Flusswasser der Bottwar aktuell im Labor auf die genaue Schadstoffbelastungen hin untersucht. Aufgrund der eingetretenen Verdünnung der Einleitung bestehe derzeit jedoch keine Gefahr für die Wasserqualität.
Betrieb wird überprüft
Der Regenwasserkanal wurde von einer Fachfirma mittlerweile gereinigt, um eine weitere Verunreinigung des Gewässers zu verhindern. Der Betreiber wurde angewiesen sicherzustellen, dass bis zum ordnungsgemäßen Anschluss der Hoffläche an den Abwasserkanal nur Regenwasser in die Hofentwässerung gelangen darf.
Das Landratsamt Ludwigsburg wird nach eigenen Angaben schnellstmöglich mit allen verantwortlichen Fachleuten des Landratsamtes den Betrieb überprüfen und gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen ergreifen.
Trotz der Entwarnung ist das Angeln im Bereich Oberstenfeld laut Fischerei- und Gewässerschutzverein vorerst untersagt, wie der zuständige Gewässerwart Reiner Harnoß erklärte. Nachdem ein Angler des Vereins die toten Fische in der vergangenen Woche gesichtet hatte, meldete der Steinheimer den Vorfall ans Landratsamt. Vor Ort hat er sich in den vergangenen Tagen selbst ein Bild gemacht.
Kadaver waren unterschiedlich stark verwest
Demnach seien Bachforelle, Döbel, Hasel und Barsche von der Verunreinigung betroffen. „Die Kadaver befanden sich auf einer Strecke von 200 bis 300 Metern und waren unterschiedlich stark verwest“, schildert Harnoß. Möglich also, dass es sich bereits um eine etwas längere und keine punktuelle Verunreinigung handelte.
Die Entsorgung der Fische überlässt der Verein vorerst der Natur – solange es kein größeres Ausmaß annimmt, erklärt der Gewässerwart. Er hofft, dass das Ökosystem in der Bottwar von dem Vorfall keinen stärkeren Schaden genommen hat. Immerhin leben nicht nur Fische in dem Bach, sondern auch kleine Krebse, Insekten und Pflanzen.

