Korntal-Münchingen. Regelmäßig um diese Jahreszeit schickt der Korntaler Schulbauernhof herzige Fotos vom jüngsten Nachwuchs bei den alten, gefährdeten Nutztierrassen – überrascht nun aber mit einem ungewöhnlichen Motiv. Zu sehen sind die im Abstand von einer Woche geborenen Limpurger-Kälbchen Linea und Lena, jeweils an Leinen in der Hand von Hannah, die in der regionsweit einzigartigen Einrichtung ihr freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) macht. Ganz ohne „Hundeschule“ sei ein solcher Spaziergang möglich, die beiden seien das schon früh gewöhnt worden.
Beitrag zur Biodiversität
Der erste Ausflug zu den Mietäckern Mitte Februar, bei denen es noch wenige freie Parzellen gebe, hatte aber nicht nur einen „symbolischen Wert“, sagt Florian Aufrecht, der pädagogische Leiter. „Sondern er leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität.“ Denn durch den Kot der Jungtiere würden die Flächen von „Rent an Acker“ auf natürliche Weise gedüngt, was zahlreiche Vorteile habe. „Der Mist fördert das Bodenleben, verbessert die Bodenstruktur und sorgt für eine nachhaltige Nährstoffversorgung.
Dadurch profitieren nicht nur die angebauten Pflanzen, sondern auch zahlreiche Insekten und Mikroorganismen, die für ein stabiles Ökosystem essenziell sind“, heißt es in einer Mitteilung des Hofs, der das Bewusstsein für nachhaltige Landwirtschaft fördern will.

Doch die Kälbchen von Linda und Luna leisten natürlich, wie schon früherer Nachwuchs, noch viel mehr – und bieten den Gästen viel Freude und lehrreiche Erlebnisse. „Linea und Lena wurden von unseren Schülern sofort ins Herz geschlossen“, so Aufrecht. Und sie lernen freilich auch, die Kälbchen zu versorgen. „Es ist einfach wunderschön, die beiden beim Aufwachsen zu begleiten und zu wissen, dass sie ein artgerechtes Leben führen dürfen“, sagt Hannah.



